Fiskardo

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Ortsgemeinschaft Fiskardo
Τοπική Κοινότητα Φισκάρδου (Φισκάρδο)
Fiskardo (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat Griechenland
Region Ionische Inseln
Regionalbezirk Kafalonia
Gemeinde Kefalonia
Gemeindebezirk Erisos
Geographische Koordinaten 38° 27′ N, 20° 35′ O38.45666666666720.575277777778Koordinaten: 38° 27′ N, 20° 35′ O
Höhe ü. d. M. 54 m
(Durchschnitt)
Fläche 5,685 km²
Einwohner 295 (2011[1])
Bevölkerungsdichte 51,89 km²
Ortsgliederung 5 Siedlungen
Postleitzahl 280 84
Blick auf Fiskardo

Fiskardo, (griechisch Φισκάρδο (n. sg.)) ist eine Ortsgemeinschaft um den gleichnamigen Hafenort mit (2011) 189 Einwohnern[1] im Norden der ionischen Insel Kefalonia. Administrativ gehört der Ort zum Gemeindebezirk Erisos der Gemeinde Kefalonia.

Das Dorf ist, wie der ganze Norden der Insel, vom Erdbeben 1953 weitestgehend verschont geblieben. Aufgrund der historischen Bausubstanz und des kleinen Hafens entwickelte sie sich früh zur touristischen Attraktion.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Antike wurde der 13 n. Chr. gegründete Ort Panormos (Πάνορμος) genannt, im 11. Jahrhundert wurde er von Normannen besiedelt, die ihn nach ihrem König Robert Guiscard benannten, der am nahegelegenen Strand von Porto Atheras gestorben war.

Auf Seekarten der Venezianer, die Kefalonia lange Zeit beherrschten, ist der Ort als Porto di Custodi (Hafen der Wächter), Petiglia , Veneti Victi, Panormos und Dulichio oder auf griechisch Δολίχιον (Dolichion) bezeichnet. Man geht davon aus, dass seit dem 13. Jahrhundert der Name Fiskardo in verschiedenen Varianten unter den Einheimischen gebräuchlich war (Guisgardo, Pescarda, Viscardo, Piscardo u. a.).

Um 1700 entwickelte sich der Ort zum Hafen der Halbinsel Erissos und zum Warenumschlageplatz nach Ithaka. Aus Fiskardo stammt der in der chinesischen Stadt Harbin geborene Dichter Nikos Kavvadias.

Seit den 1960er Jahren wurde der Hafen zur Fußgängerzone; traditionelle Kafenions und Kneipen für Fischer und Matrosen wurden zu Restaurants umgebaut. Das bekannteste Beispiel ist das der Köchin Tassia, die das Lokal ihrer Eltern zum Treffpunkt für Gourmets ausbaute. Hier waren auch schon Prominente wie Naomi Campbell, Madonna und Nicolas Cage zu Gast.

Durch die hohen Preise der Immobilien zogen die bisherigen Bewohner aus Fiskardo in die umliegenden Ortschaften und konnten ihre bisherige Häuser gewerblich nutzen oder verkaufen, nur wenige Dutzend sind permanent noch hier wohnhaft. Mit der Gebietsreform 1997 wurde die Landgemeinde Fiskardo mit zwölf anderen im Norden der Insel zur Stadtgemeinde Erisos zusammengelegt und profitierte auch vom Bevölkerungsanstieg auf Kefalonia.

Die letzten Jahre gab es viele Beschwerden über überhöhte Preise, (was nicht zuletzt der großen Nachfrage und der kurzen Saison zu verdanken war). Gäste bevorzugten andere Ziele auf Kefalonia, wie den Hafen von Asos. Heute sind die Preise der Lokale moderat, man versucht allgemein einer weiteren Kommerzialisierung des Ortes entgegenzuwirken, so werden keine Neubauten genehmigt und der Ort bleibt weiterhin für den motorisierten Verkehr geschlossen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Neben dem Hafen gibt es in Fiskardo:

  • das kleine Meeresmuseum, betreut von ehrenamtlichen Helfern aus ganz Europa
  • den Leuchtturm
  • und die Normannische Kirche (Ruine, nördlich der Hafenbucht)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
 Commons: Fiskardo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien