Flammpanzer

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Flammpanzer des USMC in Vietnam

Bei Flammpanzern handelt es sich um Panzer, deren Hauptbewaffnung ein Flammenwerfer ist. In den meisten Fällen handelte es sich dabei um eine Modifikation vorhandener Panzer. Die Hauptaufgabe solcher Panzer war es, Bunker und befestigte Stellungen mit dem Flammenwerfer zu bekämpfen.

Geschichte[Bearbeiten]

Während der Kämpfe in urbanem Umfeld im Zweiten Weltkrieg wurde deutlich, dass mit Flammenwerfern ausgerüstete Soldaten bevorzugte Ziele der feindlichen Abwehr waren, da durch die Explosion des mitgeführten Tanks mehrere Soldaten im nahen Umfeld verletzt oder getötet wurden. Man versuchte dem zu begegnen, indem man Flammenwerfer auf Panzerfahrgestelle montierte. Einer der ersten Panzer dieser Gattung war der deutsche Flammpanzer III, welcher auf dem Panzerkampfwagen III basierte. Dabei wurde die Kanone entfernt und anstelle der Munitionsbevorratung ein 1000-l-Flammöltank eingebaut. Damit war der Flammpanzer in der Lage, 70 bis 80 Feuerstöße von zwei bis drei Sekunden Dauer über eine Reichweite von 60 Metern abzugeben. Trotz hoher Verluste wurde der Einsatz des Flammpanzers III in der NS-Propanda als hocheffektiv dargestellt.

„Im Kampf gegen eine stark befestigte Häusergruppe Stalingrads, von dessen 24 Stadtbezirken 22 in deutscher Hand sind, erzielte eine weitere Waffe, und zwar unser Flammwerferpanzer, vernichtende Wirkung. Dieser Waffe hat einen Stahlrohrkopf, der nach allen Seiten schwenkbar ist und seine Flammen über die höchsten fünf - und mehrstöckigen Gebäude hinwegschleudern kann. Die eigene schwere Bewaffnung schützt den Flammenwerferpanzer vor feindlichen Überfällen. Durch Nebelgeschosse, die aus dem Inneren des Panzers abgeschossen werden, kann er sich in Sekundenschnelle der Sicht entziehen. Nach einem kurzen Angriff dieser Flammenwerferpanzer auf einen großen Gebäudekomplex der Bolschewisten stand das ganze seit Tagen zäh verteidigte Festungswerk mit allen feindlichen Waffen und der Besatzung in hellen Flammen.[1]

Nach dem Fehlschlag bei der Operation Jubilee ging man auf alliierter Seite dazu über, die Standardpanzer M4 Sherman und Churchill zu Flammenwerferpanzer umzurüsten. Die eigens dafür erstellte Einsatzdoktrin sah vor, dass diese Flammpanzer zusammen mit der sie sichernden Infanterie vorrücken sollten, während der Feind unter schwerem Artilleriefeuer gehalten wurde. Nach der Niederkämpfung gegnerischer Feldbefestigungen oder Bunker rückte die Infanterie vor und säuberte die Stellung von etwaigen verbliebenen Verteidigern. Danach sollte sich der Angriff in der beschriebenen Art wiederholen, bis der entscheidende Durchbruch erfolgt war. Flammpanzer wurden im Pazifikraum und bei der Landung in der Normandie eingesetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Flammpanzer im Indochinakrieg und von den amerikanischen Streitkräften im Koreakrieg und im Vietnamkrieg eingesetzt. Auch hier handelte es sich nicht um Neukonstruktionen, sondern lediglich um Improvisationen auf bereits existierenden Panzerfahrgestellen. Zwar war der Einsatz der Flammpanzer gegen leicht bewaffnete Guerilla-Truppen sehr effektiv und diese konnten unter Umständen auch ganze Waldstücke vernichten, jedoch stellte sich mit der Zeit heraus, dass die Panzer gegen einzeln eingesetzte, gut getarnte und mit tragbaren Panzerabwehrwaffen (Panzerabwehrhandwaffen) ausgerüstete Soldaten stark anfällig waren. Unter anderem aus diesem Grund werden Flammpanzer in der modernen Kriegsführung nicht mehr verwendet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Fleischer: 1000 Panzer und Militärfahrzeuge., Naumann-Göbel-Verlag, Köln 2011, ISBN 978-3-625-12224-1
  • Shelford Bidwell: Landkrieg im 20. Jahrhundert. Geschichte, Technik, Strategie., Gondrom Verlag, Bayreuth 1978
  • Hilary Doyle: Flammpanzer German Flamethrowers 1941-45, Verlag Osprey Publishing, 1995, ISBN 1855325470[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flammpanzer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. zitiert aus Berliner Lokalanzeiger vom 25.11.1942 bei Janusz Piekalkiewicz, "Stalingrad - Anatomie einer Schlacht", Heyne Verlag 4. Auflage, München 1992 S. 434–435.
  2. Auszüge bei Googlebooks