Flat Earth Society

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Modell der flachen Erde. Die Antarktis als Eiswand rund um die scheibenförmige Erde

Die Flat Earth Society ist eine Organisation, die die Ansicht propagiert, die Erde sei flach.

Die moderne Bewegung zur Propagierung der Ansicht, dass die Erde flach sei, wurde von Samuel Rowbotham (1816–1884) gegründet, der dabei von der religiösen Überzeugung geleitet wurde, bestimmte Teile der Bibel sagten aus, die Erde sei flach.[1] 1849 publizierte er eine 16-seitige Schrift, die er später zu einem 430-seitigen Buch erweiterte.

Nach Rowbothams Ansicht ist die Erde eine flache Scheibe mit dem Nordpol im Zentrum, die im Süden von einem Eiswall umgeben ist. Die Gestirne bewegen sich einige hundert Kilometer darüber.

Rowbotham und seine Anhänger wurden durch heftige Debatten bekannt, die sie mit Wissenschaftlern ihrer Zeit führten. Eine solche Debatte mit Alfred Russel Wallace führte zu zahlreichen Prozessen.

Nach Rowbothams Tod gründeten seine Anhänger die Universal Zetetic Society, die das Magazin The Earth Not a Globe Review herausgab. Nach dem Ersten Weltkrieg setzte ein langsamer Niedergang der Bewegung ein.

In den Vereinigten Staaten wurden Rowbothams Ideen von der Religionsgemeinschaft Christian Catholic Apostolic Church übernommen. Die von John Alexander Dowie im Jahre 1895 ins Leben gerufene Religionsgemeinschaft gründete eine theokratische Gemeinschaft in Zion (Illinois), 70 km nördlich von Chicago. 1905 übernahm Wilbur Glenn Voliva die Leitung der Religionsgemeinschaft, die nach seinem Tod im Jahre 1942 zerfiel, im Zuge diverser Finanzskandale.

Die Universal Zetetic Society lebte ab 1965 hingegen unter dem neuen Namen International Flat Earth Society weiter, zunächst allerdings praktisch ohne jede Beachtung. Die in dieser Zeit aufkommenden Fotos der Erde aus dem Weltall wurden als Verschwörung abgetan.[2] Im Jahre 1971 starb Shenton, und der 1924 geborene Texaner Charles K. Johnson wurde neuer Präsident der Society. In der nächsten Zeit wurden in etwas größerem Umfang (zeitweise bis zu 3000 Leser) Newsletter und ähnliches veröffentlicht. Wie weit diese Leser die Thesen ernsthaft unterstützten, ist ebenso wenig bekannt wie auch, wie weit das Ganze überhaupt noch ernst gemeint war – auf jeden Fall erlangten die Thesen in dieser Zeit einige mediale Aufmerksamkeit.[3]

Nach dem Tod von Charles Johnson im März 2001 war die Flat Earth Society zunächst komplett eingeschlafen. Inzwischen wurde sie von Daniel Shenton aus London als neuem Präsidenten reaktiviert. Seit Oktober 2009 wirbt sie auf einer eigenen Homepage wieder um Mitglieder.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Christine Garwood: Flat Earth. The History of an Infamous Idea. London 2007
  2. Robert J. Schadewald: The Flat-out Truth: Earth Orbits? Moon Landings? A Fraud! Says This Prophet. In: Science Digest. Juli 1980
  3. Robert P. J. Day: Documenting the Existence of “The International Flat Earth Society”. 1993 (reproduziert im TalkOrigins Archive)