John Alexander Dowie

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John Alexander Dowie (* 25. Mai 1847 in Edinburgh; † 9. März 1907 in Zion (Illinois)) war ein bedeutender schottischer Kongregationalist in den Vereinigten Staaten.

Lebensweg[Bearbeiten]

Dowie wurde in Edinburgh geboren und wanderte 1860 nach Australien aus. Dort war er ab 1875 in Newton, einem Vorort von Sydney, Prediger der Congregational Church. Ein prägendes Erlebnis war eine schwere Seuche und Dowie musste einmal innerhalb von wenigen Wochen über vierzig Mal eine Abdankung halten. In dieser Zeit entwickelte Dowie eine starke Gebetsneigung, die zu vielen überraschenden Heilungen führte. Dowie war u. a. ein Dorn im Auge, wenn Kirchgemeinden die Menschen zu Werkzeugen der eigenen Denominationen machte. Dies kritisierte er deutlich und schroff, was ihm manche Anfeindung einbrachte.[1]

Danach kehrte nach Edinburgh zurück, um Theologie zu studieren. Er war ein Evangelist und Glaubensheiler. 1888 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus und gründete 1896 die The Christian Catholic Apostolic Church in Chicago mit zunächst 22 Aposteln.

1902 beanspruchte er, der wiedergekommene Elija zu sein[2] und fand 1903 bei einem Auftritt in New York viel Beachtung. Er erlitt dort einen schweren Schlaganfall. Er starb 1907, von Frau und Kindern verlassen.

Der Glaubensheiler[Bearbeiten]

Dowie glaubte an Glaubensheilung und viele seiner Anhänger trugen Krücken, Zahnspangen und andere medizinische Hilfsmittel bei sich, die sie vorgeblich nicht mehr benötigten, weil sie auf wundersame Weise geheilt worden waren. Während Dowies Arbeit der gegenwärtigen pfingstlerischen Erweckung zeitlich vorausging, hatten viele seiner Anhänger bedeutenden Einfluss auf die Pfingstbewegung am Anfang des 20. Jahrhunderts.

Reisen und Missionserfolge[Bearbeiten]

Dowie versuchte auf mehreren Reisen für seine Lehren zu werben und Anerkennung als Elija zu finden. In den Jahren 1900 und 1904 hielt er Evangelisations-Veranstaltungen auch in der Schweiz. So bildete sich im Anschluss an Dowies ersten Schweiz-Aufenthalt eine „christlich-katholische Zionsgemeinde“ in Zürich, zu welcher der Prediger der Baptistengemeinde in Zürich samt einem Teil seiner Anhänger übertrat. In diese Dowie-Gemeinde in Zürich gelangte im Jahr 1907 die Botschaft der Pfingstbewegung ausgehend von Los Angeles.

Gerrit Roelof Polman (1868–1932) war Gründer und Leiter der holländischen Pfingstbewegung und schloss sich im Jahre 1890 der Heilsarmee an. Zusammen mit Arthur S. Booth-Clibborn, Leiter der Heilsarmee in Holland, verließ Polman im Januar 1902 die Heilsarmee, um mit Dowie zusammenzuarbeiten. Er ging mit seiner Frau nach Amerika, um an der „Ministerial Training School“ Dowies in Zion City zu studieren. Sie kehrten im Januar 1906 nach Amsterdam zurück, um auch in Holland eine ähnliche Kommunität aufzubauen. Polman begann eine Gemeinde mit etwa 25 Besuchern.[3]

Zion City[Bearbeiten]

In Erwartung der Endzeit gründete er 1901 in Illinois, am Michigan in der Nähe von Chicago, eine eigene Stadt „City of Zion“, in der seine Anhänger in Erwartung der Wiederkehr Jesu Christi sündlos leben sollten. Mit dem Namen spielte er auf das „Neue Jerusalem“ in der Bibel an. In Kooperativen wurde Gewerbe angesiedelt. Das Tabernacle, die Zentralkirche der Christian Catholic Apostolic Church, wurde 1902 vollendet und hat ein Fassungsvermögen von 8.000 Gläubigen. Für die vielen Besucher wurde ein großes Hotel gebaut, das „Zion Hotel“. Dowie wohnte in einem Haus, das als „Shiloh House“ bekannt ist. Das Zion-Projekt ging 1905 bankrott. Bis 1935 blieb die Stadt unter theokratischer Verwaltung. Heute hat die Stadt etwa 20.000 Einwohner.[4]

Christian Catholic Apostolic Church[Bearbeiten]

Die 1896 gegründete Gemeinschaft soll heute noch 3000 Mitglieder in USA und Kanada haben.[5]

Dowie über das Ziel der Christian Catholic Apostolic Church:

„Let me put it simply and plainly. The purpose of the Christian Catholic Church in Zion is to smash every other church in existence. (Lassen Sie es mich einfach ausdrücken. Das Anliegen der Christian Catholic Church in Zion ist die Zerstörung aller anderen existierenden Kirchen.)“

Ahmadiyya[Bearbeiten]

Das Leben von John Alexander Dowie hat eine besondere Bedeutung für die Ahmadiyya, als es aus Sicht der Bewegung zu einer Art Gottesurteil kam. Diese Auseinandersetzung wurde von einer Anzahl Zeitungen in den Vereinigten Staaten dokumentiert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gordon Lindsay: John Alexander Dowie - A Life Story of Trials Tragedies and Triumphs; Christ for the Nations; 1980; ISBN 0899859852
  • Eduard Hug (1859–1915): Elias der Wiederhersteller. Eine kurze Besprechung und Zurückweisung der Aussprüche des Dr. John Alexander Dowie und seines „Zion“. Zürich o. J. (Sonderdruck aus dem Schweizer Evangelist)[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Roberts Liardon: Gottes Generäle. Warum sie Erfolg hatten und warum einige scheiterten. Adullam, Grasbrunn 1999, ISBN 3-931484-10-6, S. 25f.
  2. http://www.infoplease.com/ce6/people/A0816016.html
  3. Paul Schmidgall: POLMAN, Gerrit Roelof. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 26, Bautz, Nordhausen 2006, ISBN 3-88309-354-8, Sp. 1196–1199.
  4. http://www.infoplease.com/ce6/us/A0853448.html
  5. http://www.infoplease.com/ce6/society/A0812093.html
  6. Karl Heinz Voigt: HUG, Eduard. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 27, Bautz, Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-393-2, Sp. 704–706.