Fleischerhaken

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Messer und Fleischerhaken auf dem Ladenschild eines römischen Fleischhauers in Perge bei Antalya, Türkei

Ein Fleischerhaken (auch Fleischhaken oder Metzgerhaken) ist ein Haken zum Aufhängen und Transportieren von Fleisch und Wurst z. B. in Schlachthöfen und Metzgereien. Er besteht aus einem mehrere Millimeter dicken Metallstab, der (doppel-)bogenförmig geschwungen ist. Mindestens ein Ende ist drei- oder vierseitig angeschliffen, damit das Fleisch ohne unnötige Beschädigungen gehalten werden kann.

In Deutschland sind Fleischerhaken gemäß DIN 250 üblich. Dabei handelt es sich um genormte, S-förmige Haken mit einem spitzen Ende zum Durchbohren von Fleischstücken und einem stumpfen Ende als Schutz für den Arbeiter.

Verwendung als Hinrichtungsinstrument[Bearbeiten]

Fleischerhaken wurden auch bei Hinrichtungen durch Erhängen benutzt. Dabei wurde die Schlinge am frei hängenden Haken befestigt und das Opfer stranguliert, ohne dass ihm durch einen Sturz sofort das Genick gebrochen wurde. Fleischerhaken wurden etwa am 15. Dezember 1942 für die Hinrichtung der Mitglieder der Roten Kapelle wie auch am 8. August 1944 für Beteiligte des Attentats vom 20. Juli 1944 auf Befehl Hitlers verwendet, um diese besonders entehrende Form der Hinrichtung anzuwenden.[1][2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Henriette Schuppener: „Nichts war umsonst“: Harald Poelchau und der deutsche Widerstand, Lit Verlag, 2006, ISBN 978-3825893156, S. 82 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. David Clay Large: Berlin: Biographie einer Stadt, C. H. Beck, 2002, ISBN 3406488811, S. 333 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).