Flugschrauber

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Kombinationsflugschrauber Piasecki X-49

Ein Flugschrauber ist ein Luftfahrzeug, das die Antriebe von Flugzeugen und Drehflüglern kombiniert (engl. compound). Anders als beim Hubschrauber, der zum Antrieb einen oder mehrere Hauptrotoren nutzt, wird der Vorwärtsschub nicht oder nicht allein durch seinen Hauptrotor, sondern durch eine oder mehrere in der Längsachse (horizontal) wirkende Luftschrauben erzeugt.[1]

Die Bauweise ermöglicht senkrechtes Starten und Landen (VTOL), gleichzeitig aber bessere Flugleistungen gegenüber einem Hubschrauber. Die Geschwindigkeit eines Hubschraubers wird jedoch nicht etwa durch den mangelnden Vortrieb seines Rotors, sondern durch dessen Aerodynamik (der Rotorblätter) begrenzt. Nach einigen frühen Entwürfen erkannte man daher, dass diese Bauweise nur dann sinnvoll ist, wenn auch Tragflächen eingesetzt werden, man bezeichnet sie dann präzise als Kombinationsflugschrauber. Diese am häufigsten anzutreffende Bauausführung wird im englischen Sprachraum gelegentlich zur Kategorie der Wandelflugzeuge (Convertiplanes) gezählt.

Hauptrotor und Luftschraube können getrennte Antriebe besitzen, in der Regel wird jedoch der Luftschraubenantrieb von den Tragschraubenantrieben abgeleitet, was allerdings komplizierte Getriebe voraussetzt. In der Praxis zeigten sich zudem Steuerungsprobleme, wie bei vielen VTOL-Fahrzeugen, vor allem beim Übergang zwischen den Flugzuständen. Der Flugschrauber konnte sich deswegen nicht durchsetzen, es wurden nur vereinzelt Versuchsmuster oder Prototypen gebaut, die nicht in Serie gingen.

Im Rahmen eines amerikanischen Versuchsprogramms wurden ab den 1980er Jahren eine zu den Wandelflugzeugen gehörende konstruktive Auslegung getestet, bei denen der Rotor im Horizontalflug gänzlich stillgelegt wird und als zusätzliche Tragfläche wirkt: Boeing X-50 und Sikorsky X-wing.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gyrodyne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Grote: Dubbel: Taschenbuch für den Maschinenbau. Springer Verlag, 2007, ISBN 3-5404-9714-5, S. Q-83.