Fodéba Keïta

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Fodéba Keïta (* 19. Januar 1921 in Siguiri; † 27. Mai 1969 im Camp Boiro) war ein guineischer Schriftsteller, Dramatiker, Komponist und Politiker.

1948 gründete Fodéba Keita während seines Jura-Studiums in Paris die Band Sud Jazz, nach seiner Rückkehr nach Guinea rief er 1950 die Les Ballets africains ins Leben und publizierte den Gedichtband Poèmes africains sowie den Roman Le Maître d’école (1952).

Auftritt des Les Ballets africains in der Kongresshalle

Politisch im RDA aktiv, arbeitete Fodéba Keita ab 1956 eng mit Ahmed Sékou Touré zusammen. Im Jahr 1961 wurde Fodéba Keita zum Verteidigungs- und Sicherheitsminister ernannt, er deckte vermeintliche und reale Komplotte gegen Sékou Touré auf, bevor er selbst 1969 in den Fokus von Ermittlungen geriet. Im berüchtigten Camp Boiro inhaftiert, wurde er der Folter unterzogen ("diète noire" - vollständiger Nahrungs- und Flüssigkeitsentzug) und am 27. Mai 1969 ohne Prozess erschossen.

Filmmusik[Bearbeiten]

Fodéba Keïta komponierte die Filmmusik des ersten französischen antikolonialen Films Afrique50 des bretonischen Filmemachers René Vautier.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Fodéba Keita, in: Internationales Biographisches Archiv 36/1970 vom 24. August 1970, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  • Aly Gilbert Iffono: Lexique historique de la Guinée-Conakry. L'Harmattan, Paris 1992.
  • Thomas O'Toole, Janice E. Baker: Historical dictionary of Guinea. Scarecrow Press, Lanham 2005.