Franziskanerkloster Bamberg

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Das Franziskanerkloster Bamberg ist ein ehemaliges Kloster der Franziskaner-Observanten in Bamberg in Bayern in der Diözese Bamberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Das ehemals dem 1311 aufgelösten Orden der Templer gehörende Gebäude wurde von den Franziskanern, die bereits 1223 in Bamberg – vermutlich im Norden der Stadt bei den Siechhäusern – nachweisbar sind, übernommen. Sie wirkten als Seelsorger für die Bevölkerung und den Konvent der Klarissen, auch waren sie als Prediger in Bamberg – hauptsächlich an der Liebfrauenkirche – und im Umland bekannt. Wegen der Beliebtheit der Franziskaner erreichte das Kloster einen gewissen Wohlstand, so dass die Reformbewegung der Observanz im 15. Jahrhundert im Bamberger Franziskanerkloster nur unter Schwierigkeiten und gegen den Widerstand mehrerer Ordensleute durchgesetzt werden konnte. Einer der bekanntesten Bamberger Franziskaner war von etwa 1460 bis etwa 1475 Stephan Fridolin.[1]

Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn erteilte am 17. August 1716 die Genehmigung für einen Neubau der Konventsgebäude und gewährte am 5. Februar 1717 ein Almosenpatent. Die Grundsteinlegung war bereits am 1. September 1718. Eingeweiht wurden die Gebäude 1719 durch Provinzial Pater Nathanael Scheffer.

Im Zuge der Säkularisation 1806 wurde das Kloster aufgelöst und die Kirche 1810/1811 abgebrochen.

Die Klostergebäude diente danach als Kaserne, Polizeikommissariat, Armeninstitut und Amtsgericht.

Nach Umbauten ab 1976 bezogen 1991 staatliche Ämter das Gebäude.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Seit 1991 wird das ehemalige Klostergebäude vom Vermessungsamt Bamberg genutzt. Weiterhin befindet sich die Polizeiwache Bamberg-Schranne und die Immobilien Freistaat Bayern, Regionalvertretung Oberfranken in dem Gebäude.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Paschke: Das Franziskanerkloster an der Schranne zu Bamberg. Dem „Collegio S. Bonaventura“ zur siebten Jahrhundertfeier; 1274–1974. In: Bericht des Historischen Vereins Bamberg für die Pflege der Geschichte des ehemaligen Fürstbistums, Bd. 110 (1974), S. 168–318 ISSN 0341-9487.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Petra Seegets: Passionstheologie und Passionsfrömmigkeit im ausgehenden Mittelalter. Der Nürnberger Franziskaner Stephan Fridolin († 1498) zwischen Kloster und Stadt. (= Spätmittelalter und Reformation; N. R., 10). Mohr Siebeck, Tübingen 1998, ISBN 3-16-146862-7 [1], S. 23f.29f.

49.89041111111110.886441666667Koordinaten: 49° 53′ 25,5″ N, 10° 53′ 11,2″ O