Frederic Prokosch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Frederic Prokosch (* 17. Mai 1908 in Madison, Wisconsin; † 6. Juni 1989 in Grasse (Quartier „Le Plan“), Dept. Alpes-Maritimes ) war ein US-amerikanischer Schriftsteller, der Romane, Lyrik, literarische Übersetzungen und Essays publizierte.

Leben[Bearbeiten]

Prokosch war der Sohn des österreichischen Emigranten und späteren Germanistik-Professors an der Yale University Eduard Prokosch.[1]

Seine akademische Ausbildung absolvierte er am Haverford College und am britischen King's College der Cambridge University, die er 1926 und 1937 mit einem MA abschloss. An der Yale University promovierte er 1933 zum Dr. phil.[2]

Während des Zweiten Weltkriegs war Prokosch Kulturattaché an den US-amerikanischen Botschaften in Portugal und Schweden. Nach Kriegsende blieb er in Europa. Er traf viele zeitgenössische literarische Berühmtheiten, die er später in seinen Memoiren schilderte.

Im Jahre 1968 verkaufte er seinen literarischen Nachlass, darunter Eigendrucke und Manuskripte, die sogenannten „Butterfly Books“. Später stellte sich heraus, dass er nicht nur Jahresangaben darin selber gefälscht hatte.[3]

Rezeption[Bearbeiten]

Prokoschs Romane The Asiatics und The Seven Who Fled wurden in den 1930er Jahren Bestseller und wurden von europäischen Schriftstellern wie Thomas Mann und Andre Gide hochgelobt. In fast all seinen Büchern nahm er Themen vorweg, die nach dem Zweiten Weltkrieg von den Literaten der Beat Generation wieder aufgegriffen wurden. Die Romane haben nur selten Handlung und Plot im konventionellen Sinne, sondern beschreiben das unstete und ziellose Umherschweifen ihrer Protagonisten, mal durch Asien, wie z.B. in Die Asiaten und Sieben auf der Flucht, mal durch den amerikanischen Kontinent wie in Die Nacht der Armen und Amerika, meine Wildnis. Sein lebendiger und ausgesprochen sinnlicher Schreibstil und die metaphysischen Betrachtungen, die in seine Erzählungen eingeflochten sind, haben ihm den Ruf eines Romantikers des 20. Jahrhunderts eingebracht.

Die Veröffentlichung seiner Autobiografie Voices: A Memoir 1984 brachte Prokosch zuletzt erneut Medienaufmerksamkeit. Seine früheren Bucherfolge erlebten Neuauflagen.

Der literarische Nachlass liegt größtenteils beim Harry Ransom Humanities Research Center an der University of Texas at Austin.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Amerika, meine Wildnis. Roman („America, my Wilderness“). Ullstein, Berlin 1973, ISBN 3-550-06234-6.
  • Die Asiaten. Roman („The Asiatics“). Rowohlt, Reinbek 1988, ISBN 3-499-12367-3.
  • Die metaphysische Piazza. Ein Buch der Begegnungen („Voices. A Memoir“). Rowohlt, Reinbek 1984, ISBN 3-492-02868-3 (Memoiren).
  • Die Nacht der Armen. Roman („Night of the Poor“). Paul Zsolnay Verlag, Wien 1949.
  • Neun Tage nach Mukalla. Roman („Nine Days to Mukalla“). Rowohlt, Reinbek 1960.
  • Sieben auf der Flucht. Roman („The Seven Who Fled“). Rowohlt, Reinbek 1988, ISBN 3-499-12304-5.
  • Sturm und Echo. Roman („Storm and Echo“). Rowohlt, Reinbek 1952.
  • Und kalt glänzt der Marmor. Ein Roman um das Tadsch Mahal („The dark dancer“). Rowohlt, Reinbek 1966.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Max: Frederic Prokosch, ein Romantiker des 20. Jahrhunderts. Mit besonderer Berücksichtigung der Romane „The Asiatics“ und „The Seven who fled“. Schellenberg, Winterthur 1969 (zugl. Dissertation, Universität Zürich).
  • Radcliffe Squires: Frederic Prokosch. Twayne Publishers, New York 1964 (Twayne's authors series; 61).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise, Fußnoten[Bearbeiten]

  1. New York Times Seite 17 vom 12. August 1938: „Prokosch of Yale Is Killed in Crash.“
  2. akademische Abschlüsse laut NNDB
  3. University of Delaware Library: Forging a Collection