Frieden von Füssen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Frieden von Füssen war ein am 22. April 1745 in Füssen geschlossener Friedensvertrag zwischen Bayern und Österreich. Der Frieden wurde noch während des Österreichischen Erbfolgekrieges geschlossen und beendete den Kriegszustand zwischen beiden Staaten.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Einnahme Prags durch bayerische und französische Truppen am 26. November 1741 während des Österreichischen Erbfolgekrieges ließ sich Karl Albrecht von Bayern als König von Böhmen huldigen. Schon wenige Wochen später, am 24. Januar 1742, erfolgte seine einstimmige Wahl zum deutschen Kaiser Karl VII. Doch schon am Tag seiner Krönung, am 12. Februar 1742, war Bayern von österreichischen Truppen besetzt und seine Residenz München von ungarischen Husaren geplündert. In sein Tagebuch schrieb Karl einen Tag später:

„Meine Krönung ist gestern vor sich gegangen, mit einer Pracht und einem Jubel ohnegleichen, aber ich sah mich zur gleichen Zeit von Stein- und Gichtschmerzen angefallen. Krank, ohne Land, ohne Geld, kann ich mich wahrlich mit Job, dem Mann der Schmerzen vergleichen [...]“

Nach wechselndem Kriegsglück und dem Übertritt Englands auf die österreichische Seite 1743 änderte sich das Kräfteverhältnis entscheidend zugunsten Österreichs und deren Monarchin Maria Theresia. Die Eröffnung des zweiten schlesischen Krieges durch den preußischen König Friedrich II. im August 1744 brachte für Bayern nur eine kleine Pause, denn österreichische Truppen rückten kurze Zeit später gleichzeitig in Schlesien und Bayern ein. Nur knapp entging Kaiser Karl VII. seiner Gefangennahme. Am 20. Januar 1745 starb er in München, das wenige Tage vorher von bayerischen Truppen zurückerobert werden konnte.

Nach dem Tod Kaiser Karls VII. leitete sein Sohn und Nachfolger Kurfürst Maximilian III. Joseph unverzüglich Friedensverhandlungen ein und es kam zum Abschluss eines Präliminarfriedens. Der Vorfrieden wurde dann durch die beiderseitigen Ratifikationen als Definitivfrieden bestätigt.

Inhalt[Bearbeiten]

Der Friedensvertrag bestand aus 17 Artikeln, zwei Separatartikeln und einer geheimen Zusatzklausel.

In diesem Friedensvertrag verzichtete Bayern auf die Erbansprüche und anerkannte die Pragmatische Sanktion. Österreich verzichtete seinerseits auf Kriegsentschädigungen, zog alle Truppen aus Bayern ab und erkannte rückwirkend die Kaiserwürde Karls VII. an. Kurfürst Max III. Joseph versprach, die Kaiserwahl des Franz Stephan (des Gemahls Maria Theresias) zu unterstützen und auch Kurpfalz und Kurköln dafür zu gewinnen.

Der Vertrag wurde am 22. April 1745 in Füssen vom bayerischen Bevollmächtigten Joseph Fürst zu Fürstenberg und dem österreichischen Verhandlungsführer Rudolph Joseph von Colloredo-Waldsee unterzeichnet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Pleticha (Hrsg.): Deutsche Geschichte - Aufklärung und Ende des Deutschen Reiches. (Band 8) Bertelsmann, Gütersloh 1993; ISBN 3-570-03762-2.
  • Georg Friedrich Preuß: Der Frieden von Füssen 1745. Historische Abhandlung Heft 6. München / Lüneburg 1896.
  • Franz Ehgartner: Der Regierungsanfang des Kurfürsten Maximilian III. Joseph von Bayern - Ein Beitrag zur Geschichte des Friedens von Füssen (1745). (Diss.) Ludwig-Maximilians-Universität, München 1910.
  • Hugo Siefert: Es grüne bayrn und dem nichts gleich das höchste haus von öesterreich - Mit Donaueschinger Hilfe kommt 1745 der Füssener Frieden zustande; in: Schriften der Baar Band 51, Donaueschingen 2008, S. 17−30 online (PDF-Datei; 36,05 MB)

Weblinks[Bearbeiten]