Fundament (Bauwesen)

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Fundament ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Fundament (Begriffsklärung) aufgeführt.
Abriss gemauerter Fundamente; Neubau mit Fertigteilfundamenten, Bahnhof Berlin Ostkreuz

Im Bauwesen wird ein Fundament (abgeleitet vom lateinischen "fundus" = Bodengrund ) als Struktur aufgefasst, die als Teil der allgemeinen Gründung angesehen wird. Eine solche Struktur besteht jeweils aus Strukturelementen des Bauwesens (Platten, Pfähle, Träger, einst auch Steine, Schwellen undsoweiter). Heutzutage verwendet werden üblicherweise Strukturelemente aus Stahlbeton und Stahl.

Grundlegendes[Bearbeiten]

Typischerweise ist das Fundament eine Struktur, die eine leichtere oder empfindlichere Struktur an einem massiven Träger befestigt. Gebräuchliche Fundierungen im Bauwesen sind das Streifenfundament oder die früher in Portlandzement und in neuerer Zeit häufig in Stahlbeton ausgeführte Fundamentplatte. Fundamente sind meist schwerer, steifer und schwingungsfester als die daran oder darauf zu befestigenden Bauelemente. Sie sollen eine unbeabsichtigte Bewegung oder Verformung der daran angeschlossenen Struktur verhindern. Fundamente gelten als Schnittstelle zwischen verschiedenen Funktions- und Strukturbereichen. Sie erfüllen oftmals sowohl die Funktionskriterien der tragenden als auch der befestigten Struktur. Sonderformen dienen der Entkopplung oder Trennung von Strukturen (z. B. elastische Fundamente oder aktive Auflager). Fundamente können auch Teile einer größeren Struktur sein, die wiederum fundamentiert wird.

Ein Fundament muss eine Sicherheit gegen einen Grundbruch haben und muss für diesen Ausfallmechanismus bemessen werden.

Fundamenttypen[Bearbeiten]

Man unterscheidet Einzelfundamente, Streifenfundamente und Plattenfundamente.

Einzelfundamente
werden in der Regel für einzelne Stützen oder isolierte Bauteile wie Schornsteine und ähnliches errichtet.
Streifenfundamente
sind in Deutschland am meisten verbreitet. Sie übernehmen die Lasten der auf ihnen errichteten tragenden Wände[1], während nichttragende Innenwände in der Regel direkt auf der Bodenplatte errichtet werden. Ihre Breite beträgt oft das doppelte der auf ihnen stehenden Wände, die genauen Maße und ggf. Bewehrung ergeben sich aus der Tragfähigkeit des Baugrundes. Die Fundamente werden oft in der Betonfestigkeitsklasse C20/25 oder C25/30 ausgeführt.
Plattenfundamente oder Sohlplatten
werden eingesetzt, wenn Einzel- oder Streifenfundamente wegen hoher Baulasten nicht wirtschaftlich sind. Es kann auch bei geringen Lasten wirtschaftlicher sein eine Sohlplatte einzusetzen, da der Arbeitsaufwand unter Umständen geringer ist. Man führt dann die gesamte Bodenplatte als Gründungsplatte aus. Eine Gründungsplatte ist stets an der Ober- und Unterseite bewehrt. Seitlich steht sie oft über die Außenkante der (Keller-)wände vor. Vor dem Betonieren der Gründungsplatte wird auf dem Boden der Baugrube eine dünne Sauberkeitsschicht aus Magerbeton und/oder eine feste PE-Folie eingebracht, damit die Bewehrung sich beim Betonieren nicht verschieben kann und der Beton sich nicht mit dem Baugrund vermischt. In letzter Zeit werden vor allem im Wohnhausbau vermehrt Gründungsplatten aus Stahlfaserbeton hergestellt. Der Vorteil ist die wesentlich einfachere Herstellung und auch der preisliche Vorteil gegenüber konventionellen Stahlbetonplatten.

Das Maschinenfundament als Sonderform des Fundaments im Bauwesen[Bearbeiten]

Maschinenfundament der Dampfturbine des Biomasseheizkraftwerkes Baden, welches auf Federpaketen gelagert ist. Baujahr 2006, Leistung 5000 kW, Drehzahl des Läufers 12.000/min

Eine Sonderform des Fundamentes, also einer Struktur als Teil einer Gründung im Grundbau, stellt das Maschinenfundament dar. Das Maschinenfundament besitzt den Zweck, den tragenden (meist untersten) Teil von stationär aufgestellten Maschinen, das sogenannte Maschinengestell, zu tragen beziehungsweise aufzunehmen. Das Maschinengestell − oft aus einem Stück gegossen − trägt die einzelnen, beweglichen Funktionsgruppen der jeweiligen Maschine. Maschinengestelle haben keine andere Aufgabe als das Tragen der Funktionsgruppen (Motor, Werkzeugaufnahme, Steuerelektronik etc.); sie können 70−90 % der Gesamtmasse einer Maschine ausmachen. Ihre große träge Masse bewirkt in Kombination mit geeigneter Bauweise neben einem ruhigen Maschinenlauf auch eine hohe Verwindungssteifigkeit und die nötige Genauigkeit des maschinellen Funktionsablaufes.
Das Maschinenfundament ermöglicht die einfache Montierbarkeit komplizierter Geometrien auf einer Fläche oder in einem Gebäude. Im Gegensatz zu Fundamenten in der Bauwirtschaft gestatten Maschinenfundamente in gewissem, wenn auch sehr eingeschränktem Maße, Positionsänderungen. Denn die meisten Maschinen sind so aufgebaut, dass alle wesentlichen Funktionsgruppen am Fundament fixiert werden und in ihrer Bewegungsmöglichkeit untereinander zwangsgeführt sind.

Maschinenfundamente sind nicht zu verwechseln mit Maschinengestellen! Letztere sind als konstruierte Struktur lediglich dazu da, maschinenbauliche und bauliche Strukturgruppen zu verbinden. Typische Beispiele für Maschinengestelle sind:

  • gusseiserner Korpus mit Schlittenführung an einer Drehmaschine;
  • stählerne Säule mit gegossenem Stahlfuß an einer Ständerbohrmaschine.

Eine Sonderform des Maschinenfundamentes ist das Druckfundament.

Im Anlagenbau wird als Maschinenfundament die Lagerkonstruktion von großen starken Antriebsmaschinen oder Generatoren bezeichnet. Diese sind oftmals auf Federn gebettet; und diese liegen auf dem eigentlichen Fundament auf.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Wiktionary: Fundament – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Smoltczyk (Hrsg. u. Schriftl.): Grundbau-Taschenbuch; Teil 3: Gründungen. 6. Aufl., W.Ernst, Berlin 2001, ISBN 3-433-01447-7
  • Shamsher Prakash; Vijay K. Puri: Foundations for machines: analysis and design. Wiley, New York 1988, ISBN 0-471-84686-4 (englisch)
  • Janusz Lipinški: Fundamente und Tragkonstruktionen für Maschinen. Bauverl., Wiesbaden 1972
  • E. Rausch: Maschinenfundamente und andere dynamisch beanspruchte Baukonstruktionen. 3., überarb. u. erw. Aufl., VDI-Verl. [in Komm.], Düsseldorf 1959
  • Bernd Thurat: Maschine, Fundament, Baugrund: Bestimmung des Gesamtverhaltens bei statischer und dynamischer Beanspruchung, gezeigt am Beispiel von Werkzeugmaschinen. VDI-Verl., Düsseldorf 1980
  • R. Stiefenhofer: Beitrag zur Berechnung des Einflußes der Aufstellung auf das dynamische Verhalten von Werkzeugmaschinen. Diss. TU München 1977
  • Karl H. Lepper: Einfluß des Fundamentes auf die Schwingungen von Rotoren. Diss. TH Darmstadt 1984

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Streifenfundament. www.gartenhaus.de-Internetportal, Website abgerufen am 25. März 2014