Funktionsverbgefüge

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Als Funktionsverbgefüge (FVG; auch: Schwellform, Streckform) werden in der Linguistik komplexere Verbkonstruktionen bezeichnet, die meist entweder

bestehen.

In der deutschen Gegenwartssprache wird am häufigsten das FVG mit einem Präpositionalobjekt belegt. Funktionsverben sind dabei Vollverben, die ihre ursprüngliche Bedeutung innerhalb des Funktionsverbgefüges weitgehend eingebüßt haben und das Prädikat nicht länger alleine bilden können.

Beispiele für FVG mit Präpositionalobjekt

  • zur Anzeige bringen: Herr Meier brachte den Diebstahl zur Anzeige.
  • in Kraft treten: Das Gesetz tritt heute in Kraft.

Beispiel für FVG mit Nominativobjekt

  • Übereinstimmung bestehen: Es steht fest, dass zwischen Plagiat und Original hundertprozentige Übereinstimmung besteht.

Beispiele für FVG mit Akkusativobjekt

  • Nachricht geben: Peter gab Maria Nachricht.

Beispiel für FVG mit Dativobjekt

  • einer Prüfung unterziehen: Der Student muss sich einer Prüfung unterziehen.

Beispiel für FVG mit Genitivobjekt

  • ich bin der Meinung: Ich bin der Meinung, man spricht schneller als man denkt.


Funktionsverbgefüge können häufig nicht ins Passiv gesetzt werden. Die Negation bei FVG mit Präpositionalobjekt wird mit "nicht" gebildet.

Funktionsverbgefüge sind ein sehr produktiver Mechanismus der Prädikatsbildung. Vor allem unterschiedliche Aktionsarten lassen sich mit Hilfe von Funktionsverbgefügen feiner abstufen. Auf der anderen Seite führt der übermäßige Gebrauch - zum Beispiel in der Verwaltungssprache - zu hölzernen und wenig lebendig wirkenden Texten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Funktionsverbgefüge – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen