Duden

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Wörterbuch Duden. Zu weiteren Bedeutungen siehe Duden (Begriffsklärung).
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Der Duden ist ursprünglich ein Wörterbuch der deutschen Sprache, das erstmals am 7. Juli 1880 von Konrad Duden veröffentlicht wurde und zunächst nur ein orthographisches Wörterbuch war. Später wurde dies zu einer Reihe mit weiteren, spezialisierten Wörterbüchern ausgebaut. Ebenso erscheint in dieser Reihe die Duden-Grammatik, die zu den maßgeblichen sprachwissenschaftlichen Beschreibungen des Deutschen zählt.

Der Duden erscheint als Buch und in elektronischen Formaten im Verlag Bibliographisches Institut GmbH (BI). Im Frühjahr 2013 erfolgte der Umzug des Verlages vom Standort Mannheim nach Berlin-Alt-Treptow. In Mannheim verbleibt lediglich der Geschäftsbereich Sprachtechnologie.[1]

Ausgaben[Bearbeiten]

Liste der Bände[Bearbeiten]

Aktuell erscheint das Werk in zwölf Bänden, mit denen verschiedene Spezialgebiete abgedeckt werden:

Band Buchtitel Auflage ISBN Produktarten im Duden-Shop
Buch E-Book Software-Download Software Medienpaket[t 1]
1 Die deutsche Rechtschreibung 26. ISBN 978-3-411-04016-2 Nein[t 2] Nein Nein Nein[t 2] Ja[t 3]
2 Das Stilwörterbuch 9. ISBN 978-3-411-04029-2 Ja Ja Ja Nein Nein
3 Das Bildwörterbuch 6. ISBN 978-3-411-04036-0 Ja Ja Nein Nein Nein
4 Die Grammatik 8. ISBN 978-3-411-04048-3 Ja Ja Nein Nein Nein
5 Das Fremdwörterbuch 10. ISBN 978-3-411-90507-2 Ja Ja Ja Ja Ja
6 Das Aussprachewörterbuch 6. ISBN 978-3-411-04066-7 Ja Nein Nein Nein Nein
7 Das Herkunftswörterbuch[t 4] 4. ISBN 978-3-411-04075-9 Ja Nein Nein Nein Nein
8 Das Synonymwörterbuch 5. ISBN 978-3-411-04085-8 Ja Ja Ja Ja Ja
9 Richtiges und gutes Deutsch 7. ISBN 978-3-411-04097-1 Ja Ja Ja Ja Ja
10 Das Bedeutungswörterbuch 4. ISBN 978-3-411-04104-6 Ja Ja Ja Nein Nein
11 Redewendungen 3. ISBN 978-3-411-04114-5 Ja Nein Nein Nein Nein
12 Zitate und Aussprüche 3. ISBN 978-3-411-04123-7 Ja Ja Nein Nein Nein
  1. Das Medienpaket besteht aus Buch und Software
  2. a b Nur im/als Medienpaket erhältlich
  3. Das Medienpaket enthält zusätzlich die Korrektursoftware „Duden - Die Rechtschreibprüfung
  4. Die 5. Auflage erscheint ab Oktober 2013
Der Rechtschreibduden in seiner 25. Auflage (2009)

Die Bibliographisches Institut GmbH (Dudenverlag) gibt den Duden und unter dieser Bezeichnung verschiedene Spezial- und Fachwörterbücher heraus. Die Dudenredaktion beobachtet die Sprachentwicklung und nimmt Wörter, die mit einer gewissen Häufigkeit in den Medien auftauchen, in das Wörterbuch auf. Der Duden erfasst den modernen Wortschatz dadurch sehr aktuell. Mitunter wurden auch Neologismen aufgenommen, was nicht unumstritten blieb. In der 24. Auflage von 2006 versuchte der Duden außerdem, durch Angabe von Empfehlungen bei orthografischen Varianten Normen zu setzen, die nicht aus der Sprachentwicklung oder den Beschlüssen des Rechtschreibrats hervorgehen. Im Durchschnitt erscheint alle vier bis fünf Jahre ein neuer Duden.

Neben dem Duden in 12 Bänden gibt der Dudenverlag auch noch die umfangreicheren Werke Deutsches Universalwörterbuch und Das große Fremdwörterbuch sowie zahlreiche weitere Bücher heraus.

Elektronische Ausgaben[Bearbeiten]

Der Duden wird inzwischen auch für den Einsatz auf Computern mit der Software Office-Bibliothek unter Linux, Mac OS X und Windows angeboten sowie als Software für Handhelds.

Mit der Produktfamilie der Duden-Rechtschreibprüfung (Duden Korrektor) gibt es eine erweiterte Rechtschreib-, Stil- und Grammatikkorrektur für die Textverarbeitungen von Microsoft Office und LibreOffice/OpenOffice, für Adobe InDesign (seit August 2007), Papyrus (seit Dezember 2007) und TextMaker (seit November 2011). Mit der Duden Korrektor Starterbox hat der Verlag auch ein Korrekturprogramm mit eigenem Texteditor für Windows, Mac OS X und Linux veröffentlicht.

Am 2. Mai 2011 wurde mit Duden online die bislang kostenpflichtige Duden-Suche von einem kostenlosen Contentangebot abgelöst, das verschiedene Wörterbuchinhalte online zusammenführt und darüber hinaus zum Beispiel typische Wortverbindungen, Bilder und Flexionstabellen bei Stichwörtern zeigt.[2] Begründet wurde die Entscheidung aufgrund kostenloser Konkurrenzangebote von Pons, CanooNet oder Wiktionary. Es sei wichtig, „auch online die Nummer eins in Sachen deutsche Sprache“ zu sein.[3]

Weitere Ausgaben[Bearbeiten]

Unter dem Duden-Logo erscheinen zudem weitere Ausgaben, darunter auch Lexika für Vor- oder Nachnamen oder Kreuzworträtsel.[4]

Bedeutung[Bearbeiten]

Besonders wichtig ist der Rechtschreibduden; er galt von Ende 1955 bis 1996 in der Bundesrepublik Deutschland als maßgeblich für die amtliche deutsche Rechtschreibung.[5] Durch die Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 wurde ihm der Sonderstatus jedoch entzogen. Durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts wurde außerdem festgestellt, dass die amtliche Rechtschreibung nur für begrenzte Teile der Schriftproduktion bindend ist, während im Übrigen ein jeder nach eigenem Gutdünken schreiben darf, auch nach frei erfundenen oder veralteten Regeln.[6] In seiner Entscheidungsbegründung gab das Gericht umfangreiche Hintergrundinformationen. Die letzte Entscheidung stammt aus dem Jahr 2006.[7]

Regeln der Grammatik kann der Duden nur ohne irgendeine normative Kraft beschreiben. Erst recht gilt das für den mündlichen Sprachgebrauch.

Der Duden berücksichtigt auch österreichische und Schweizer Besonderheiten, diese werden regional markiert. Für den amtlichen Sprachgebrauch von Behörden, Schulen und andere staatliche Institutionen gilt in Österreich jedoch das Österreichische Wörterbuch. Abseits von regionalen Besonderheiten in Deutschland werden Besonderheiten der nationalen Varietät nicht markiert und erscheinen dadurch vermeintlich als gemeindeutsch.

Geschichtliche Entwicklung des Rechtschreibdudens[Bearbeiten]

100 Jahre Rechtschreiblexikon von Konrad Duden: vergleichende Ansicht der Duden von ca. 1880 und 1980 auf einer Briefmarke von 1980
Orthographisches Wörterbuch, die 3. Auflage des Dudens 1887
„Buchdruckerduden“ 1903
11. Auflage 1934
Großes ß, DDR-Duden, 15. Auflage 1957
DDR-Duden, 16. Auflage 1969
DDR-Duden, 17. Auflage 1981

Schleizer Duden und Urduden[Bearbeiten]

1872 veröffentlichte der damals als Direktor eines Gymnasiums in Schleiz wirkende Konrad Duden in Leipzig den „Schleizer Duden“. 1876 wurde Konrad Duden Direktor des Königlichen Gymnasiums zu Hersfeld. Hier veröffentlichte er am 7. Juli 1880 sein wichtigstes Werk, an dem er 30 Jahre geschrieben hatte: sein im Bibliographischen Institut erschienenes Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Die erste Auflage dieses „Duden“ hatte 27.000 Stichwörter. Der Verlag bezeichnet die Ausgabe von 1880, die sich nachfolgend im gesamten Deutschen Kaiserreich als Orthografie-Nachschlagewerk durchsetzte und dessen Schreibweisen ab 1892 in der Schweiz verbindlich wurden, als „Urduden“.

Der Duden von 1901 bis 1942[Bearbeiten]

Die vom 17. bis 19. Juni 1901 in Berlin tagende II. Orthographische Konferenz, auf der unter Beteiligung von Konrad Duden Beratungen über die Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung stattfinden sollten, bestätigte mit ihren Orthografieregeln im Wesentlichen das amtliche preußische Schulregelwerk und den „Urduden“. Diese Beschlüsse wurden im Laufe des Jahres 1902 vom damaligen Bundesrat wie auch vom österreichischen Reichsrat und der Schweiz umgesetzt. Im selben Jahr erschien auch die 7. Auflage des an die Beschlüsse angepassten Dudens – an dieser Arbeit war neben Konrad Duden auch erstmals eine Redaktion beteiligt.

1903 veröffentlichte Konrad Duden seine „Rechtschreibung der Buchdruckereien deutscher Sprache”, den sogenannten Buchdruckerduden, mit dessen Hilfe Varianten reduziert werden sollten. In der 1905 erschienenen 8. Auflage des Dudens werden viele zugelassene Varianten ebenso nicht mehr aufgeführt. 1915 erschien die 9. Auflage des Duden, die den Buchdruckerduden integrierte, unter dem neuen Titel „Duden – Rechtschreibung der deutschen Sprache und der Fremdwörter“.

Der letzte in Frakturschrift gedruckte Duden erschien 1941 als 12. Auflage. Auf Erlass von Reichsleiter Bormann sollte die Frakturschrift nicht länger verwendet werden. Seit 1942 (ebenfalls 12. Auflage) erscheint der Duden ausschließlich in Antiqua. Als Hilfestellung für Schreiber der gebrochenen Schrift wurde das Schluss-s (runde s) jeweils unterstrichen, alle anderen sind lange s. In den folgenden Jahrzehnten wurde die deutsche Rechtschreibung de facto von der Redaktion des „Dudens“ in Leipzig weiterentwickelt.

Der Duden von 1942 bis 1991[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Tradition des Duden in Leipzig beim VEB Brockhaus und später auch in Mannheim beim Privatverlag F. A. Brockhaus fortgeführt (Ost- und West-Duden). 1947 entstand mit der 13. Auflage in Leipzig der erste Nachkriegsduden, für den auch westdeutsche, österreichische und Schweizer Verlage ein Abdruckrecht erhielten. Auf dessen Grundlage brachte 1954 der westdeutsche Dudenverlag eine eigene überarbeitete (14.) Auflage heraus. Sie enthielt keine Markierung des Schluss-s mehr, was im Westen auch weiter so gehandhabt wird.

Die 1951 erschienene ostdeutsche Ausgabe (14.) ist in Antiqua mit korrekt gesetztem langem s (und ß) gehalten. In der 15. (1957) und der 16. Auflage (1967) wird wieder das System der Unterstreichung angewendet, welches erst mit der 17. Auflage (1975) verschwindet.

Sonst unterschieden sich beide Dudenausgaben von nun an, hauptsächlich in der Wortauswahl. Sozialistisch geprägte Begriffe fanden sich im Ostduden, im Westduden hingegen wurden neue westdeutsche Alltagsbegriffe hinzugefügt. In Westdeutschland griffen zu Beginn der 1950er Jahre einige Verlage das faktische Dudenmonopol an, indem sie Wörterbücher mit abweichenden Schreibungen herausbrachten. Daraufhin erklärten die Kultusminister der westdeutschen Bundesländer den Duden per Beschluss vom November 1955 in allen orthografischen Zweifelsfällen für verbindlich, was erst 1996 mit dem Beschluss zur Einführung einer neuen Rechtschreibung aufgehoben wurde.

Die sich in historischer Tradition sehende Leipziger Dudenredaktion versuchte noch in den 60er Jahren einen möglichst unpolitischen Duden herauszugeben, um eine Spaltung der Rechtschreibung in Deutschland zu verhindern. So enthielt der Leipziger Duden von 1965, 20 Jahre nach Kriegsende und 16 Jahre nach Gründung beider deutscher Staaten, nur das Wort „Deutschland“. „DDR“ und „BRD“ bzw. „Bundesrepublik“ fehlen. Beim Eintrag „Berlin“ findet sich die neutrale Erklärung „Hauptstadt Deutschlands“. Gegen Ende der 1960er Jahre jedoch wurde der Leipziger Duden zunehmend von sozialistischen Begriffen geprägt. Generell wurden Neuerungen im Ostduden aber zurückhaltender umgesetzt als im Westduden. Wortneuschöpfungen, insbesondere aus der Jugendsprache, findet man fast ausschließlich im Westduden.

Im DDR-Duden fehlte lange Zeit das Wort Weltreise, dieses findet sich aber in der 18. Auflage, die 1985 erschien (dies war gleichzeitig die letzte Neubearbeitung des DDR-Dudens). Damals neu aufgenommen wurde auch die Kreuzfahrt. Auch derbe Wörter wie ficken und Arschkriecher finden sich erstmals in dieser Auflage, ebenso wie die neu entdeckte Krankheit Aids. Des Weiteren war im DDR-Duden trotz der politischen Spaltung der Alltagswortschatz des gesamten deutschen Sprachgebiets abgebildet, inklusive Österreichs und der Schweiz. Jedoch hieß es als Erläuterung beispielsweise nicht „süddeutsch“, sondern „S BRD“ (für „im Süden der BRD gebräuchlich“) − offenkundig, um kein allzu starkes Zusammengehörigkeitsgefühl zu vermitteln. Auch zahlreiche Städte in Westdeutschland waren verzeichnet, darunter auch Orte wie die Reeperbahn und Sankt Pauli, ausdrücklich als Straße bzw. Stadtteil Hamburgs. Möglicherweise ist dies darauf zurückzuführen, dass beide Einträge bereits vor dem Krieg im Duden verzeichnet waren. Auch Chemnitz („früher für Karl-Marx-Stadt“) und die von 1946 bis 1952 existierenden Länder (beispielsweise Sachsen-Anhalt) waren verzeichnet. Berlin wurde im DDR-Duden als „Hauptstadt der DDR“ definiert, demgegenüber stand Westberlin als „selbständige politische Einheit“.

Das Bibliographische Institut in Leipzig beschränkte seine Erhebungstätigkeit allerdings nicht nur auf den Sprachgebrauch in der DDR, sondern berücksichtigte neben dem westdeutschen Sprachgebrauch explizit auch Austriazismen und Helvetismen. Dafür korrespondierte man brieflich mit Einzelpersonen aus Literatur und Wissenschaft in Österreich und der Schweiz, die vor jeder neuen Ausgabe ihre Ergänzungen einschicken konnten. In Österreich waren dies zuletzt vor allem Ernst Pacolt und Otto Langbein, beide schon seit 1951 langjährige Mitarbeiter am Österreichischen Wörterbuch.[8]

Die Dudenredaktionen gingen bei Überarbeitungen einerseits konservativ vor, indem sie es als ihre primäre Aufgabe betrachteten, im Wörterbuch den vorherrschenden Sprachgebrauch zu dokumentieren. Andererseits entwickelten sie im Regelwerk zur Klärung immer neuer Zweifelsfälle immer feinere Verästelungen. Grundlage blieben aber bis zur Reform im Jahre 1996 dennoch die Rechtschreibregeln von 1901.

20. Auflage: der „Einheitsduden“ (1991)[Bearbeiten]

Eine besondere Bedeutung kam der 20. Auflage des Dudens (nach Leipziger Zählweise: 19. Neubearbeitung) vom 26. August 1991 zu, der letzten Ausgabe vor der Rechtschreibreform von 1996. Diese Auflage ist auch unter dem Titel „Einheitsduden“ bekannt geworden, da in ihr die beiden deutschen Duden (der DDR und der Bundesrepublik Deutschland (vor 1990)) wieder zusammengeführt wurden. Die Verlagsgruppe Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG hatte den VEB Brockhaus in Leipzig von der Treuhand übernommen.

21. Auflage: der „Reformduden“ (1996)[Bearbeiten]

Mit der Rechtschreibreform von 1996 wurde das sogenannte Dudenmonopol gebrochen. Nicht mehr der Duden ist maßgebend, sondern die amtliche Rechtschreibregelung selbst. Damit ist der Duden nicht mehr das einzig ausschlaggebende Regelwerk der Orthografie, und alternative Wörterbücher, die die amtliche Rechtschreibregelung darstellen, wie z. B. das Wahrig-Rechtschreibwörterbuch aus dem Bertelsmann-Verlag, haben prinzipiell denselben Stellenwert.

Der 21. Auflage des Dudens war die Broschüre Informationen zur neuen deutschen Rechtschreibung (1994) vorausgegangen, in der der Dudenverlag die Beschlüsse der „Wiener Orthographiekonferenz“ vom November 1994 einem breiten Publikum vorstellte. Zwei Jahre später, in der 21. Auflage, wurden die Neuschreibungen rot eingefärbt dargestellt. Das amtliche Regelwerk war in einem Anhang abgedruckt. Die amtliche Wörterliste sucht man hingegen vergebens, was damit erklärt wurde, dass alle darin enthaltenen Wörter im Duden aufgenommen wurden.

Kritiker merkten an, dass diese Auflage einige Fehlinterpretationen der reformierten Rechtschreibung enthielt. So schrieb der Duden das Wort „spinnefeind“ groß, die Schreibweise „Xylofon“ fehlte.

Ein Duden in seiner typischen Aufmachung, 22. Auflage (2000)

22. Auflage (2000)[Bearbeiten]

In der 22. Auflage wurden reformierte und traditionelle Schreibung gleichzeitig verzeichnet. Die Fehler der 21. Auflage wurden korrigiert. Zudem ergänzten Infokästchen, wie man sie schon 1996 im Bertelsmann-Rechtschreibwörterbuch finden konnte, den Text. Erstmals verzeichnete der Duden die Wörter und Unwörter des Jahres.

23. Auflage (2004)[Bearbeiten]

Am 28. August 2004 lag der Duden in 23. Auflage vor. Darin waren auch alle Änderungen verzeichnet, die von der Kultusministerkonferenz im Juni 2004 beschlossen worden waren. Anders als in der vorhergehenden Auflage verzichtete die Redaktion auf eine Verzeichnung der traditionellen Schreibweisen. Neu war, dass weibliche Personenbezeichnungen aufgenommen wurden, z. B. neben Ziegelbrenner auch Ziegelbrennerin. Kritiker führten dagegen an, dass die Anhängung von -in an die männliche Bezeichnung keine orthographischen Probleme bereite.[9] Befürworter hielten die Aufnahme solcher Wörter aus Gründen der Gleichberechtigung beider Geschlechter für sinnvoll.

24. Auflage (2006)[Bearbeiten]

Am 3. März 2006, einen Tag nachdem die Kultusminister der Länder die Vorschläge des Rates für deutsche Rechtschreibung für eine Modifizierung des amtlichen Regelwerkes der deutschen Rechtschreibung angenommen hatten, gab der Dudenverlag den 22. Juli 2006 als Erscheinungsdatum für die 24. Auflage des Dudens an. „Mit der Entscheidung der Kultusminister wird aus Sicht der Dudenredaktion die von ihr seit Jahren geforderte Sicherheit in Fragen der Orthografie wiederhergestellt“, heißt es in einem Vorwort des Leiters der Dudenredaktion, Matthias Wermke.

Die 24. Auflage umfasst auf 1216 Seiten rund 130.000 Stichwörter, davon 3500 neue Wörter wie Brötchentaste, E-Pass, Jobcenter, Plasmafernseher und Weblog.

Neu ist, dass bei unterschiedlichen Schreibweisen (Eiscreme, Eiskrem und Eiskreme) eine Schreibweise empfohlen wird (sogenannte Dudenempfehlung). Diese Empfehlungen – laut Vorwort „für alle diejenigen gedacht, die ohne großen Aufwand in ihren Texten einheitlich schreiben möchten“ – sind jedoch nicht unumstritten, denn bei Zusammen-/Getrenntschreibung (z. B. „verlorengegangen“ versus „verloren gegangen“) sowie Groß-/Kleinschreib-Varianten (z. B. „bei weitem“ versus „bei Weitem“) widerspricht der Duden den Präferenzen des Rechtschreibrates, des Wahrig-Verlags und weiteren. Auch präferiert der Duden das (1901 abgeschaffte) „selbstständig“, während das amtliche Wörterverzeichnis die kürzere Variante „selbständig“ durch Fettdruck vor der längeren Variante hervorhebt.

25. Auflage (2009)[Bearbeiten]

Die 25. Auflage des Dudens erschien am 21. Juli 2009. Sie umfasst auf 1216 Seiten rund 135.000 Stichwörter, davon 5000 neue Wörter wie Abwrackprämie, Gigaliner, Regenbogenfamilie, vorglühen und Zwergplanet. Neu sind außerdem die beiden Kapitel Wichtige Stationen aus der Geschichte der deutschen Orthografie (mit besonderer Berücksichtigung des Dudens) und Sprache in Zahlen. Im Vergleich zur 21. bis 24. Auflage wird in der 25. Auflage auf den Rotdruck der durch die Rechtschreibreform geänderten Regeln und Schreibungen verzichtet und es fehlt das Kapitel Die amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung.

26. Auflage (2013)[Bearbeiten]

Die 26. Auflage erschien am 4. Juli 2013. Sie umfasst 1216 Seiten mit etwa 140.000 Stichwörtern. Neu aufgenommen wurden rund 5000 Wörter wie Energiewende, Liebesschloss und QR-Code.[10] Die Zahl der Infokästen wurde auf 500 erhöht, das Buch bekam zwei ausklappbare Alphabetregister. Zum ersten Mal wurde das gedruckte Werk mit elektronischen Produkten fest verbunden. Jeder Band enthält einen persönlichen Zugangscode. Gibt man diesen auf einer bestimmten Internetseite ein, kann man sich eine Rechtschreib-Software für Microsoft Office (nur die Windows-Version) sowie eine Wörterbuch-App für iOS und Android herunterladen.

Kritik[Bearbeiten]

Der Verein Deutsche Sprache kritisiert die verstärkte Aufnahme von seiner Meinung nach in der deutschen Sprache nicht hinreichend etablierten Anglizismen in den Duden. Deren Verwendung würde dann durch diesen Eintrag gerechtfertigt. Der Duden wurde vor diesem Hintergrund vom VDS zum Sprachpanscher des Jahres 2013 gewählt.[11][12] Die Duden-Redaktion wies die Kritik zurück und argumentierte, dass sie die Sprache nicht mache, sondern objektiv abbilde.[13]

Ähnliche Wörterbücher[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dudenredaktion (Hrsg.): Die deutsche Rechtschreibung. Auf der Grundlage der aktuellen amtlichen Rechtschreibregeln. Duden, Band 1. 26., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-411-04016-2 (mit Downloadcode für PC-Software und Smartphone-App).
  •  Dudenredaktion (Hrsg.): Volksduden. So schreiben wir richtig! Das Volkswörterbuch zur deutschen Rechtschreibung. Mit elektronischer Rechtschreibprüfung für Ihren PC. Dudenverlag, Mannheim / Zürich 2012, ISBN 978-3-411-02717-0 (BILD-Sonderausgabe; Buch + 1 CD-ROM).
  • Peter Kühn [zusammen mit Ulrich Püschel]: „Der Duden reicht mir“. Zum Gebrauch allgemeiner und spezieller Wörterbücher des Deutschen. In: Studien zur neuhochdeutschen Lexikographie II. Hrsg. von Herbert Ernst Wiegand. Hildesheim, New York 1982, S. 121–152.
  • Wolfgang Werner Sauer: Der „Duden“. Geschichte und Aktualität eines „Volkswörterbuchs“. J. B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1988, ISBN 3-476-00638-7.
  • Günther Drosdowski: Der Duden : Geschichte und Aufgabe eines ungewöhnlichen Buches. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1996, ISBN 3-411-06172-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Duden – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Wörterbücher der deutschen Sprache – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Duden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Duden zieht nach Berlin, Klaus-Peter Stegen jetzt Mitglied der Geschäftsleitung. boersenblatt.net. 3. April 2013. Abgerufen am 1. Juli 2013.
  2. Start frei für duden.de! auf duden.de
  3. Ole Reißmann: Rechnet sich der Online-Duden? Kostenlose Rechtschreibprüfung. Spiegel Online, 4. Mai 2011, abgerufen am 20. Oktober 2013.
  4. Duden-Shop. Duden Online, abgerufen am 7. März 2014.
  5. Dieter E. Zimmer: Rechtschreibung: Der Kampf Duden gegen Bertelsmann. In: Die Zeit. 27. September 1996, abgerufen am 3. Februar 2010.
  6. Entscheidung 1 BvR 1640/97 des Bundesverfassungsgerichts, vom 14. Juli 1998, Absatz-Nr. 1–170
  7. Presseerklärung des Bundesverfassungsgerichts zum Beschluss 1 BvR 698/06 vom 2. Mai 2006
  8. Ulrich Ammon: Die deutsche Sprache in Deutschland, Österreich und der Schweiz – Das Problem der nationalen Varietäten. Walter de Gruyter, 1995, ISBN 3-11-014753-X, S. 360 (books.google.at)
  9. Theodor Ickler: Der neue Duden – Das unmögliche Wörterbuch. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. August 2004, abgerufen am 3. Februar 2010.
  10. „Vollpfosten“ darf rein, „Stickhusten“ fliegt. Neuer Duden. Spiegel Online, 1. Juli 2013, abgerufen am 20. Oktober 2013 (Duden, Band 1, 26. Auflage).
  11. Wer wird Sprachpanscher 2013? In: Sprachnachrichten Nr. 58 (II/2013). Verein Deutsche Sprache, 5. Juni 2013, S. 15, abgerufen am 20. Oktober 2013 (PDF; 4,1 MB).
  12. Duden ist Sprachpanscher 2013. In: Sprachnachrichten Nr. 59 (III/2013). Verein Deutsche Sprache, 4. September 2013, S. 2, 18, abgerufen am 20. Oktober 2013 (PDF; 6,9 MB).
  13. Sprachschützer strafen Duden ab. Negativpreis für Rechtschreib-Bibel. Spiegel Online, 2. September 2013, abgerufen am 20. Oktober 2013.