Futon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Futon (jap. 布団) ist das japanische Wort für „Decke“. In westlichen Ländern versteht man unter einem Futon eine niedrige Liege bzw. ein an Kopf- und Fußende offenes Bett.

Futons in einem Ryokan

[Bearbeiten] Bedeutung in Japan

Das Shikibuton (敷布団) ist eine Schlafunterlage, die direkt auf den aus Tatami-Matten zusammengesetzten Fußboden gelegt wird. Sie besteht aus drei bis sechs Schichten reiner Baumwolle sowie einem optionalen härteren Kern und bedarf täglicher Lüftung und intensiver Pflege. Tagsüber werden diese Futon zusammengelegt und in einem Schrank verstaut, was dem oft geringen Platzangebot japanischer Wohnungen zugute kommt.

Ein Shikibuton ist viel dünner als eine (westliche) Matratze. Da Tatami-Fußböden von Natur aus weicher sind als z. B. Parkettböden, ist es möglich, Futon direkt auf den Fußboden aufzulegen, ohne beim Schlafen unangenehme Härte zu empfinden.

[Bearbeiten] Bedeutungswandel im Westen

Die „westliche“ Bedeutung von Futon hat sich als Synekdoche aus dem ursprünglichen japanischen Begriff entwickelt. Es bezeichnet häufig die Kombination aus einem niedrigen Bett und die auf diesem Bett aufliegende Matratze, das eigentliche Futon. Durch Absenken des Bettes und Freigabe der Ränder wurde dabei die Idee des „möglichst nahe am Fußboden Schlafens“ aufgegriffen, ohne das westliche Konzept „Schlafstätte = Bett + Matratze“ aufzugeben.

Während das dünne japanische Futon fast ausschließlich mit Baumwollfasern gefüllt ist und deshalb viel Pflege benötigt, ist das westliche Gegenstück zusätzlich mit atmungsaktiven, wärmenden Naturfaser-Einlagen wie Rosshaar, Schurwolle, Kokosfasern und Naturlatex angereichert, was sowohl die Weichheit erhöht als auch den Pflegebedarf verringert.

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen