Górzno

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt in der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Für das Dorf im Powiat Garwoliński der Woiwodschaft Masowien siehe Górzno (Powiat Garwoliński).
Górzno
Wappen von Górzno
Górzno (Polen)
Górzno
Górzno
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Landkreis: Brodnica
Fläche: 3,48 km²
Geographische Lage: 53° 12′ N, 19° 39′ O53.19638888888919.644722222222Koordinaten: 53° 11′ 47″ N, 19° 38′ 41″ O
Einwohner: 1358 (30. Juni 2009[1])
Postleitzahl: 87-320
Telefonvorwahl: (+48) 56
Kfz-Kennzeichen: CBR
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Bydgoszcz
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 8 Schulzenämter
Fläche: 118,38 km²
Einwohner: 3897 (30. Juni 2009[1])
Bevölkerungsdichte: 33 Einw./km²
Verwaltung (Stand: 2010)
Bürgermeister: Robert Stańko
Adresse: ul. Rynek 1
87-320 Górzno
Webpräsenz: www.gorzno.pl

Górzno (deutsch Gorzno, 1942–45 Görzberg) ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Nordosten der Wojewodschaft Kujawien-Pommern am westlichen Rand des Landschaftsparks Górzno-Lidzbark (Górznieńsko-Lidzbarski Park Krajobrazowy).

Toruń liegt etwa 70 km westsüdwestlich, Warschau etwa 140 km südöstlich von Górzno.

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche
Logo des Landschaftsschutzparks

Die erste urkundliche Erwähnung des heutigen Górzno stammt aus dem Jahr 1239. 1327 erhielt der Ort Stadtrecht nach Kulmer Recht. Ende des 13. Jahrhunderts wurde die Stadt vom Deutschen Orden eingenommen. Nach dem Frieden von Kalisch 1343 kam Górzno zurück an Polen und war 1376 bis 1391 ein Lehen von Herzog Wladislaus II. von Oppeln, welcher es wiederum an den Deutschen Orden verpfändete. 1411 kam die Stadt dann wieder an Polen. 1385[2] oder 1375[3] wurde das Stadtrecht bestätigt.

1443 wütete ein Brand in der Stadt, welchem auch die Kirche zum Opfer fiel. 1520 erhielt Górzno von Sigismund I. das Recht, drei Jahrmärkte im Jahr sowie jeden Donnerstag einen Wochenmarkt abzuhalten. Während des Schwedisch-Polnischen Krieges 1600–1629 wurde die Stadt zerstört, der Wiederaufbau dauerte bis 1640, dabei wurde auch die Kirche wieder errichtet. Beim folgenden Großen Nordischen Krieg 1700–1721 wurde Górzno abwechselnd von schwedischen, sächsischen, russischen und polnischen Truppen besetzt. Die Bürger der Stadt mussten an die jeweiligen Besatzer Kontributionen leisten, und es kam durch die Soldaten zu Zerstörungen in der Stadt. Die zerstörte Kirche der Heiligen Anna wurde 1712 wieder errichtet, aber schon 1728 bei einem großen Brand erneut zerstört.

Bei der Ersten Teilung Polens wurde Górzno 1772 Teil Preußens. Am 20. Juli des Folgejahres brannten große Teile der Stadt nieder. Auf Grund der starken Zerstörung verlor der Ort sein Stadtrecht. Bei der Bildung des Herzogtums Warschau 1807 kam Górzno zu diesem, bei der Auflösung des Herzogtums kehrte der Ort zu Preußen zurück.

1833 erhielt Górzno erneut das Stadtrecht verliehen. 1849 wurde eine Synagoge eröffnet. Die katholische Schule der Stadt verzeichnete 1867 insgesamt 200 Schüler. 1875 wurde die Stadtschule Gorzno eröffnet. 1889 wurde ein neues Schulgebäude errichtet, in welchem bis 1995 unterrichtet werden sollte.

Im Verlauf des Ersten Weltkrieges wurde die Stadt am 24. August 1914 von der russischen Armee eingenommen. Während des gesamten Krieges war die Stadt stets unweit der Deutsch-Russischen Front. Nach dem Krieg blieb Górzno vorerst in deutscher Hand, nach dem Friedensvertrag von Versailles kam die Stadt dann aber 1920 an das wieder errichtete Polen.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt am 9. September 1939 von der 3. Armee der Wehrmacht eingenommen. Am 21. Januar 1945 marschierten sowjetische Truppen der 65. Armee der Weißrussischen Front in der Stadt ein. In der Folge des Krieges wurde die Stadt wieder ein Teil von Polen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1772 lebten 629 Menschen in Górzno. Während der Zugehörigkeit zum Herzogtum Warschau 1807 bis 1815 lebten 664 Einwohner in 185 Häusern. 1816 wurden 1.129 Einwohner gezählt, darunter 1.016 Polen, 71 evangelische Deutsche und 42 Juden. Von den 1.654 Einwohnern, welche 1910 gezählt wurden, waren 155 Deutsche und 23 Juden.[4] 1921 lebten 1.664 Menschen in der Stadt, davon 1.647 Polen[5]. Nach einer Aufstellung vom 6. Dezember 1945 lebten zu dem Zeitpunkt 1.697 Menschen in Górzno.[6] Am 31. Dezember 2006 lebten 1.358 Menschen in der Stadt.


Gmina Górzno[Bearbeiten]

In der Stadt- und Landgemeinde (gmina miejska-wiejska) leben etwa 3.800 Menschen auf 118,38 km². Zur Gemeinde gehören, neben der Stadt Górzno, die folgenden kleineren Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name
(1815–1920)
deutscher Name
(1939–45)
Czarny Bryńsk Czarni-Brinsk 1939–42 Czarni-Brinsk
1942–45 Brenskersee
Fiałki Brinsk-Fyalken 1939–42 Brinsk-Fyalken
1942–45 Falkengrund
Gołkowo - 1939–42 Golkowo
1942–45 Roggenboden
Górzno Gorzno 1939–42 Gorzno
1942–45 Görzberg
Górzno-Wybudowanie Gut Gorzno  ?
Miesiączkowo Miesionskowo 1939–42 Miesionskowo
1942–45 Mesenz
Nowy Świat Neuwelt Neuwelt
Szczutowo - 1939–42 Szczutowo
1942–45 Eckdorf
Szynkówko - 1939–42 Szynkowo
1942–45 Schenke
Wierzchownia - 1939–42 Wierzchownia
1942–45 Eckwalde
Zaborowo Zaborowo 1939–42 Zaborowo
1942–45 Waldzabern

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Braun: Landeskunde der Provinz Westpreußen. Sammlung Göschen, Leipzig 1912, S. 100

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Główny Urząd Statystyczny „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2009 (WebCite).
  2. gorzno.republika.pl.
  3. gorzno.republika.pl.
  4. gorzno.republika.pl.
  5. gorzno.republika.pl.
  6. gorzno.republika.pl.