Gaius Sosius

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Gaius Sosius († nach 17 v. Chr.) war ein Feldherr und Politiker am Ende der römischen Republik.

Er war vielleicht ein Sohn des gleichnamigen Prätors 49 v. Chr. Sosius war Anhänger des Marcus Antonius und gehörte zu dessen wichtigsten Feldherren in der Zeit des Zweiten Triumvirats. Er war vermutlich 39 v. Chr. oder etwas früher Quästor (vielleicht in Makedonien), wie von ihm geprägte Münzen zeigen, und wurde schon kurz darauf als designierter Konsul bezeichnet. Sosius wurde 38 v. Chr. mit einem prokonsularischen Imperium Statthalter in Syrien (vielleicht auch in Kilikien) und wurde für seine militärischen Erfolge in Judäa, bei denen er Jerusalem einnahm und Herodes wieder einsetzte,[1] von seinen Soldaten zum Imperator ausgerufen. Vielleicht war er 36 v. Chr. auch am Kampf der Triumvirn gegen Sextus Pompeius beteiligt. Am 3. September 34 v. Chr. feierte Sosius seinen Triumphzug in Rom. Er ließ den Apollontempel am Südrand des Marsfelds (neben dem Marcellustheater) wiederherstellen und schmückte ihn mit Kunstwerken aus seiner Kriegsbeute aus (eine Kultstatue des Apollon und eine Niobidengruppe des Skopas oder Praxiteles).[2] Die Arbeiten wurden wohl erst in den 20er Jahren abgeschlossen. Der Tempel wurde seitdem nach Sosius benannt (templum Apollinis Sosiani).

32 v. Chr. wurde Sosius als erster seiner Familie (homo novus) gemeinsam mit Gnaeus Domitius Ahenobarbus Konsul. Nachdem es zu Auseinandersetzungen mit dem Triumvirn Octavian (dem späteren Augustus) gekommen war, verließ er jedoch schon zu Beginn des Jahres mit seinem Kollegen und 300 Senatoren Rom und ging zu Antonius nach Ephesos. Im anschließenden Krieg zwischen Antonius und Octavian kommandierte Sosius Flotteneinheiten, mit denen er zunächst Erfolge errang, bis er von Marcus Vipsanius Agrippa zurückgedrängt wurde. In der Schlacht bei Actium befehligte er den linken Flügel der Flotte des Antonius. Nach der Niederlage wurde er gefangengenommen und auf Bitten des Lucius Arruntius (der das Zentrum der Flotte Octavians kommandiert hatte) begnadigt.

Sosius gehörte dem sakralen Kollegium der Quindecimviri an, wohl schon vor 31 v. Chr. Er ist als Mitglied des Kollegiums noch bei den Säkularfeiern 17 v. Chr. bezeugt.[3]

Sein Urenkel Lucius Nonius Quintilianus erinnerte in seiner Grabinschrift an den Triumph des Sosius.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jens Bartels: Sosius [I 2]. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 11, Metzler, Stuttgart 2001, ISBN 3-476-01481-9.
  • T. R. S. Broughton: The magistrates of the Roman Republic. Bd. 2. New York 1952, S. 386 (39 v. Chr.), 392 (38 v. Chr.), 396 (37 v. Chr.), 401 (36 v. Chr.), 408 (35 v. Chr.), 411 (34 v. Chr.), 416 (32 v. Chr.), 421, 426 (31 v. Chr.); Bd. 3, S. 199.
  • Hans Georg Gundel: Sosius I. 2. In: Der Kleine Pauly (KlP). Band 5, Stuttgart 1975, Sp. 286 f.
  • Tanja Itgenshorst: „Tota illa pompa“. Der Triumph in der der römischen Republik. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2005, ISBN 3-525-25260-9, Liste der Triumphe, Nr. 282 (CD-ROM-Beilage).

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Flavius Josephus, Jüdische Altertümer, 14, 447; Jüdischer Krieg 1, 327; Cassius Dio 49, 22.
  2. Plinius, naturalis historia 13, 53; 36, 28.
  3. CIL 6, 32323 (Hermann Dessau, Inscriptiones Latinae selectae 5050).
  4. CIL 9, 4855 (= Dessau 934): L. Nonius Quintilianus L. f. Sex. n. C. Sosi cos. triumphal. pronep. augur salius palat. vix. ann. XXIIII (bei Itgenshorst versehentlich mit dem Konsul 8 n. Chr., Sextus Nonius Quintilianus, verwechselt).