Gegenkultur

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Gegenkultur beschreibt eine bestimmte, längerfristig gesellschaftlich wirksame Untergruppe einer gegebenen Kultur. Im Gegensatz zu einer „Subkultur“ wird – nach John Milton Yinger – unter „Gegenkultur“ das Infragestellen von primären Werten und Normen der Mehrheitskultur verstanden. Dabei spielen mitunter (gesellschaftliche) Visionen und Utopievorstellungen eine Rolle.

Frühe Beispiele für solche Gegenkulturen finden sich bei dem fahrenden Volk wie wandernde Handwerker, der Vagabundenbewegung, im Pietismus und in der frühen Arbeiterbewegung.

Auch einige Jugendkulturen des 20. Jahrhunderts werden als Gegenkultur bezeichnet. Beispiele sind: Wandervogel, Hippie-Bewegung, 68er-Bewegung, Provo-Bewegung, Neue Soziale Bewegungen. In der DDR der 1970er – Mitte der 1980er Jahre die Blueser- oder Kundenszene. Als jüngere Gegenkultur in der westlichen Welt wird seit den 1980er Jahren einigenorts die Punk-Bewegung verstanden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Ableitinger: Hardcore Punk und die Chancen der Gegenkultur: Analyse eines gescheiterten Versuchs, Verlag Dr. Kovac, 2004, ISBN 3-8300-1636-0.
  • Joseph Heath, Andrew Potter: Konsumrebellen – Der Mythos der Gegenkultur. Rogner & Bernhard, 2005, ISBN 3-8077-1008-6.
  • Jens Gehret (Hrsg.): Gegenkultur heute. Die Alternativbewegung von Woodstock bis Tunix, Azid Presse, Amsterdam ²1979. ISBN 90-70215-03-9.
  • Walter Hollstein: Die Gegengesellschaft. Alternative Lebensformen, Verlag Neue Gesellschaft, Bonn 1979 (4., erw. Aufl. 1981), ISBN 3-87831-298-9.
  • Udo Pasterny, Jens Gehret (Hrsg.): Deutschsprachige Bibliographie der Gegenkultur. Bücher und Zeitschriften von 1950–1980, Azid Presse, Amsterdam 1982, ISBN 90-70215-10-1.
  • Theodore Roszak: Gegenkultur. Gedanken über die technokratische Gesellschaft und die Opposition der Jugend, List, München 1973, ISBN 3-430-17833-9.
  • Horst Schmidt-Brümmer: Venice, California. Gegen Kultur durch Fantasie. Ernst Wasmuth, Tübingen 1972, ISBN 3-8030-0121-8.

Weblinks[Bearbeiten]