Walter Hollstein
Walter Hollstein (* 1939) ist ein Schweizer Soziologe und Autor.
Nach Schulbesuch in Basel, Frankfurt am Main, Osnabrück und Lausanne studierte Hollstein bis zur Promotion zum Dr. phil. an der Universität Basel und an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Anschließend arbeitete er als Journalist bei der Nationalzeitung (inzwischen Basler Zeitung) und der Weltwoche (Zürich). Als Reisekorrespondent berichtete er auch aus Beirut und Kairo. Es folgten der Aufbau alternativer Projekte (Kommunikationszentrum, Buchhandlung) in Basel. Ab 1971 war Hollstein Professor für Politische Soziologie an der Evangelischen Hochschule Berlin-Dahlem und beteiligte sich in Berlin wiederum am Aufbau alternativer Projekte (zum Beispiel einer Wohngemeinschaft für obdachlose Jugendliche). Von 2000 bis 2005 war Hollstein Professor am „Institut für Geschlechter- und Generationenforschung“ an der Universität Bremen.
Für seine Publikation „Die Gegengesellschaft – Alternative Lebensformen“ erhielt Hollstein den Deutschen Sachbuchpreis. Er war Mitglied der Enquête-Kommission für Jugendfragen des Deutschen Bundestages und Gutachter des Europarates für Jugendkriminalität sowie Gutachter des Europarates für Männer- und Geschlechterfragen. Hollstein lehrte als Gastprofessor an der Katholieke Universiteit Leuven (Belgien). Er ist Mitglied diverser Männerprojekte in der Schweiz und in Deutschland und Mitbegründer der „Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Männerforschung“ (Wien) und der „AG Männer- und Geschlechterforschung“ (Berlin)
Hollstein lebt seit 2007 als freier Autor und Soziologe in Basel. Er hat eine große Zahl von Monographien (anfangs zur Alternativbewegung, später zur Männerbewegung) veröffentlicht.
Er gilt als Kritiker des von ihm selbst so genannten „profeministischen Mainstreams in Politik, Wissenschaft und Medien“. Dieser habe verheerende Folgen „für die männliche Identitätsbildung von Buben und jungen Männern.“[1] In jüngsten Veröffentlichungen und Interviewes wies er auf die Defizite der schulischen Erziehung für Jungen und fehlenden politischen Konzepte für eine wirksame außerschulischen Jungenarbeit hin.[2] Für seine pointierte Aussagen wird er von feministischer Seite immer wieder kritisiert.[3]
[Bearbeiten] Publikationen (Auswahl)
- Der Untergrund. Zur Soziologie jugendlicher Protestbewegungen, Neuwied und Berlin: Luchterhand, 1969.
- Die Gegengesellschaft - Alternative Lebensformen, Bonn: Verlag Neue Gesellschaft, 1979 (viele weitere Auflagen).
- Nicht Herrscher, aber kräftig. Die Zukunft der Männer, 1988
- Die Männer. Vorwärts oder zurück?, 1990
- Machen Sie Platz, mein Herr. Teilen statt Herrschen, 1992
- Der Kampf der Geschlechter, 1993
- Männerdämmerung, Göttingen : Vandenhoeck und Ruprecht, 1999.
- Potent werden, Bern: Huber, 2001.
- Geschlechterdemokratie, Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwiss., 2004.
- /Michael Matzner, Soziale Arbeit mit Jungen und Männern, München: E. Reinhardt, 2007.
- Was vom Manne übrig blieb - Krise und Zukunft des starken Geschlechts, Berlin: Aufbau, 2008.
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Walter Hollstein im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Walter Hollstein - Persönliche Homepage
- Warum Jungen zu Schul-Killern werden - Interview, Welt Online 2009
- Gewalt hat kein Geschlecht, 17. Juli 2011
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Neue Zürcher Zeitung am 23. September 2006, zitiert von Sidney Davenport: "Frauenrechtsbewegung" als gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Der Freitag am 9. Juli 2011
- ↑ Wann ist ein Mann ein Mann?, Interview, in: Focus online, 31. Januar 2011
- ↑ http://genderama.blogspot.com/2008/10/emma-diffamiert-walter-hollstein-als.html
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hollstein, Walter |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Soziologe und Autor |
| GEBURTSDATUM | 1939 |