Gelbbürzel-Laubtyrann

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Gelbbürzel-Laubtyrann
Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Familie: Tyrannen (Tyrannidae)
Gattung: Laubtyrannen (Phylloscartes)
Art: Gelbbürzel-Laubtyrann
Wissenschaftlicher Name
Phylloscartes roquettei
(Snethlage, 1928)

Der Gelbbürzel-Laubtyrann (Phylloscartes roquettei) ist ein seltener Sperlingsvogel aus der Familie der Tyrannen. Er ist endemisch im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Benannt ist die Art nach dem brasilianischen Ethnologen Edgar Roquette-Pinto.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Gelbbürzel-Laubtyrann erreicht eine Länge von 11,5 cm. Sein Gefieder ist überwiegend olivgrün. Stirn und Zügel sind hellrot. Im Bereich der Flügel sind schwache gelbe Bänder zu erkennen. Die Unterseite ist hellgelb, die Kehle ist durch eine kräftige Gelbfärbung charakterisiert. Der Schwanz ist leicht aufgerichtet und schmal. Sein Gesang besteht aus einem schnell zwitschernden pr'r'r'r' it tit-tit-tit und scharfen Pieplauten.

Lebensweise[Bearbeiten]

Der Gelbbürzel-Laubtyrann bevorzugt halbtrockenes Waldland und Galeriewälder, die von mittleren Feuchtigkeitsverhältnissen geprägt sind. Sowohl in den trockenen Wäldern, als auch in Galeriewäldern ist er auf den oberen Ästen von hohen, jungen Bäumen anzutreffen, die ihm als Sitzwarte für die Insektenjagd dienen.

Status[Bearbeiten]

Der Gelbbürzel-Laubtyrann wurde im Juli 1926 bei Januária in Minas Gerais entdeckt. Der zweite Nachweis erfolgte im Jahre 1977 an beiden Seiten des Rio São Francisco. Nach erfolglosen Suchen in den Jahren 1985, 1986 und 1987 beobachtete man 1993 ein paar Exemplare bei Várzea da Palma, nahe Pirapora (ungefähr 190 km südlich der Terra typica). Ein Männchen wurde 1995 bei Francisco Dumont (ungefähr 250 km südlich der Terra typica) gesammelt. Nach Suchaktionen in den Jahren 1998, 1999 und 2002 schätzt die Organisation BirdLife International den Bestand auf 50 bis 250 Exemplare und stuft die Art in die Kategorie „vom Aussterben bedroht“ ein. Der Lebensraum des Gelbbürzel-Laubtyranns ist durch Rodungen stark fragmentiert. Zusätzliche Gefährdungen gehen von der Holzkohlegewinnung, der landwirtschaftlichen Nutzung, dem Kalksteinabbau im Flussbecken des Rio São Francisco sowie von einem groß angelegten Bewässerungsprojekt aus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hirschfeld, E. (editor) (2007): The Rare Birds Yearbook 2008, MagDig Media Ltd., Shrewsbury ISBN 978-0-9552607-3-5
  • Del Hoyo, J.; Elliot, A. & Christie D. (editors). (2004). Handbook of the Birds of the World. Volume 9: Cotingas to Pipits and Wagtails. Lynx Edicions. ISBN 8487334695

Weblinks[Bearbeiten]

  • Phylloscartes roquettei in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2008. Eingestellt von: BirdLife International, 2008. Abgerufen am 30. Dezember 2008
  • BirdLife Species factsheet
  • Fotos
  • RAPOSO MA, MAZAR BARNET J, KIRWAN GM & PARRINI R. 2002. New data concerning distribution, ecology and taxonomic relationships of Minas Gerais Tyrannulet Phylloscartes roquettei. Bird conservation International 12:241-253.Online-Version (PDF; 161 kB)