Georg Ludwig Kriegk

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Georg Ludwig Kriegk (* 25. Februar 1805 in Darmstadt; † 28. Mai 1878 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Historiker und Archivar.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Georg Ludwig Kriegk

Kriegk studierte Geschichte und Philologie in Heidelberg und Gießen. 1825 kam er als Hauslehrer der Patrizierfamilie Bernus nach Frankfurt am Main. 1834 wurde er in Marburg promoviert; er ließ sich als Privatgelehrter in Frankfurt nieder.

Er war Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Vereinigungen, darunter des Geographischen Vereins, zu dessen Gründern er 1836 gehörte, des Physikalischen Vereins, der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft und des Frankfurter Vereins für Geschichte und Altertumskunde. Seine besonderen Interessen galten der Geographie, der Völkerkunde und der Archäologie. Auf seine Initiative hin begannen die systematischen Ausgrabungen der antiken Römerstadt Nida in der Gemarkung des heutigen Heddernheim.

1848 wurde er Professor für Geschichte am Städtischen Gymnasium und Vorsitzender des Schulreform-Vereins. 1848 bis 1849 war er Mitglied der Verfassunggebenden Versammlung der Freien Stadt Frankfurt.

Seit 1860 war er im Frankfurter Stadtarchiv tätig, 1863 verließ er das Gymnasium und wurde Stadtarchivar. Unter seiner Leitung wurden die Archivalien erstmals geordnet, inventarisiert und durch die von ihm herausgegebenen Schriften zur Frankfurter Geschichte für die wissenschaftliche Forschung als Quellen erschlossen. Darüber hinaus verfasste er zahlreiche Schriften zur Geschichte der mittelalterlichen Stadtrepubliken und zur Goetheforschung. 1875 ging er aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Er war zeitweise Mitglied der Frankfurter Freimaurerloge Zur Einigkeit.

Kriegk starb am 28. Mai 1878 in Frankfurt am Main. Sein Grab befindet sich auf dem Hauptfriedhof. Nach Kriegk wurde eine Straße im Frankfurter Stadtteil Gallus und hier die Kultureinrichtung „kriegkstr12“ benannt.

Werke[Bearbeiten]

  • Deutsches Lesebuch, Frankfurt 1829
  • Belehrende Darstellungen für das höhere Jugendalter, Frankfurt 1831
  • Kurze physisch-geographische Beschreibung der Umgegend von Frankfurt am Main oder der Ebene des unteren Mains und des anstoßenden Taunus, Frankfurt 1839
  • Schriften zur allgemeinen Geographie: Ueber die Länder-Namen – Witz, Scherz und Spott in der Geographie – Zur Geschichte der Flüsse – Beziehungen von Handel und Fabrikation zur Geographie – Über aesthetische Geographie. Leipzig 1840
  • Die Völkerstämme und ihre Zweige nach den neuesten Ergebnissen der Ethnographie, Frankfurt 1848
  • Frankfurter Bürgerzwiste und Zustände im Mittelalter, Frankfurt 1862
  • Deutsches Bürgerthum im Mittelalter (zwei Bände, Frankfurt 1868/1871)
  • Die Brüder Senckenberg, nebst einem Anhang über Goethes Jugendzeit, Frankfurt 1869
  • Geschichte von Frankfurt am Main in ausgewählten Darstellungen, Frankfurt 1871
  • Deutsche Kulturbilder aus dem 18. Jahrhundert, mit einem Anhang: Goethe als Rechtsanwalt, Leipzig 1874

Sein literarischer Nachlass wurde zunächst in der Stadtbibliothek verwaltet und kam 1888 ins Stadtarchiv. Dort ging der größte Teil der Sammlung bei den Luftangriffen auf Frankfurt am Main im Zweiten Weltkrieg verloren.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]