George Francis Hill

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Sir George Francis Hill KCB (* 22. Dezember 1867 in Baharampur; † 18. Oktober 1948 in London) war ein britischer Numismatiker.

George Francis Hill war der Sohn des Missionars Samuel John Hill und Enkel des Missionars Micaiah Hill. Die ersten vier Lebensjahre verbrachte er mit seiner Familie in Bengalen. 1872 zog die Familie nach London, wo Hill später das Blackheath College besuchte. Anschließend studierte er am University College London, wo ihn der Archäologe Alfred Goodwin beeinflusste, und ab 1888 am Merton College der University of Oxford beim Numismatiker Percy Gardner, der ihm erste Einblicke in das antike Münzwesen gab. Hill schloss sein Studium mit dem doppelten First Class Degree in Klassischer Philologie ab (1889, 1891). Anschließend hielt er Lehrveranstaltungen ab, konnte jedoch am College keine dauerhafte Stelle erlangen.

1893 erhielt Hill eine Stelle in der Münzabteilung des British Museum. Dort entwickelte er sich zu einem führenden Experten des antiken und frühneuzeitlichen Münzwesens. Gemeinsam mit Barclay Vincent Head und Warwick Wroth bearbeitete er den Catalogue of Greek Coins in the British Museum, der bis 1927 in 29 Bänden erschien. Hill erarbeitete selbst sechs Bände der Reihe, die sich mit sprachlich und historisch sehr komplexen Regionen befassten. Diese Bände wurden durch ihre paläographischen, topographischen, ökonomischen und religionswissenschaftlichen Kommentare vielgeschätzte Standardwerke. Außerdem berichtete Hill regelmäßig über numismatische Neuerwerbungen des British Museum und fungierte von 1898 bis 1912 als Herausgeber des Journal of Hellenic Studies sowie des Numismatic Chronicle (1912–1930). Ab 1912 war er Kurator der Münzabteilung, von 1931 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand (1936) Direktor und Oberbibliothekar des British Museum. Unter seinem Direktorat erwarb das British Museum 1933 den Codex Sinaiticus von der Sowjetunion und (gemeinsam mit dem Victoria and Albert Museum) die orientalische Antikensammlung des Sammlers George Eumorfopoulus.

Für seine Verdienste als Museumsleiter und Wissenschaftler erhielt Hill zahlreiche Ehrungen. Er war gewähltes Mitglied der British Academy (seit 1917), der Akademie der Wissenschaften in Wien (korrespondierendes Mitglied seit 1936), der Society of Antiquaries of London (zeitweilig Vizepräsident), der Royal Numismatic Society, der Society for the Promotion of Hellenic Studies, der Society for the Promotion of Roman Studies und des Deutschen Archäologischen Institutes (korrespondierendes Mitglied seit 1906). 1929 wurde er zum Companion des Order of the Bath ernannt, 1933 zum Knight Commander. Außerdem war er Fellow des University College London und Honorary Fellow des Merton College sowie Ehrendoktor der Universitäten zu Oxford und Cambridge.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Sources for Greek History. London 1907. 2. Auflage, London 1951
  • Coins of Ancient Sicily. Westminster 1903
  • Historical Greek Coins. London 1906
  • Historical Roman Coins. London 1909
  • The Gustave Dreyfus Collection of Renaissance Medals. Oxford 1931
  • A History of Cyprus. Vier Bände, Cambridge 1940–1952
  • Folgende Bände des Catalogue of Greek Coins in the British Museum bearbeitete Hill:
    • Catalogue of the Greek Coins of Lycia, Pamphylia, and Pisidia. London 1897 (BMC Greek 19)
    • Catalogue of the Greek Coins of Lycaonia, Isauria, and Cilicia. London 1900 (BMC Greek 21)
    • Catalogue of the Greek Coins of Cyprus. London 1904 (BMC Greek 24)
    • Catalogue of the Greek Coins of Phoenicia. London 1910 (BMC Greek 26)
    • Catalogue of the Greek Coins of Palestine. London 1914 (BMC Greek 27)
    • Catalogue of the Greek Coins of Arabia, Mesopotamia, and Persia. London 1922 (BMC Greek 28)

Literatur[Bearbeiten]

  • John Linton Myres: Sir George Hill, K.C.B.. In: Nature. Band 162 (1948), S. 725f.
  • Edward Stanley Gotch Robinson: George Francis Hill, 1867–1948. In: Proceedings of the British Academy. Band 36 (1950), S. 241–250
  • Carmen Arnold-Biucchi: Hill, George Francis. In: Encyclopædia Iranica. Band 12 (2004), S. 310f. Onlinefassung, mit Bild

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: George Francis Hill – Quellen und Volltexte (englisch)