Gerald Hugh Tyrwhitt-Wilson, 14. Baron Berners

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Gerald Hugh Tyrwhitt-Wilson, 14. Baron Berners (* 16. September 1882 in Apley Park bei Birdgnorth in der Grafschaft Shropshire; † 19. April 1950 in Faringdon, Oxfordshire) war ein englischer Komponist, Schriftsteller und Maler. Er war auch unter dem Namen Gerald Tyrwhitt bekannt, wird aber in der Regel als Lord Berners bezeichnet.

Leben[Bearbeiten]

Sein Vater waren der Commodore Hugh Tyrwhitt, dritter Sohn von Harriet Tyrwhitt, 12. Baronin Berners. Die Familie stammt von Sir John Bourchier, einem Enkel von König Edward III., ab.

Berners besuchte das berühmte Eton College und bereiste zur Vorbereitung auf den diplomatischen Dienst Dresden, Wien, Frankreich und Italien. Als Attaché ehrenhalber diente er in Konstantinopel und Rom. 1918 erbte er den Titel seines Onkels und damit mehrere Landgüter, auf denen er den größten Teil des Rests seines Lebens verbrachte.

Tyrwhitt-Wilson stand bereits in seiner Jugend offen zu seiner Homosexualität. Er galt als Exzentriker, so färbte er beispielsweise die Tauben in seinem Wohnort bunt. In den literarischen Kreisen des Vereinigten Königreichs der 1920er und 1930er Jahre war er eine bekannte Persönlichkeit, die in vielen Büchern und Biografien erwähnt wird. Mit den Mitford Sisters war er befreundet, besonders Diana stand ihm nahe.

Besonders in den letzten Lebensjahren litt Tyrwhitt-Wilson an Depressionen.

Er wurde sowohl als talentierter Komponist, als auch als beachtlicher Maler und auch als Schriftsteller bekannt. Das brachte ihm in der Presse den Titel "der vielseitige Peer" ein. Tyrwhitt-Wilson veröffentlichte zwei Autobiografien und mehrere Romane. Von bleibender Bedeutung sind seine Kompositionen geblieben. Außer kurzer musikalischer Studien bei Igor Stravinsky und Alfredo Casella bildete er sich im Wesentlichen autodidaktisch fort. Er schrieb Lieder, Klavierstücke, einen Opern-Einakter und Filmmusiken. In Zusammenarbeit mit dem Choreographen Frederick Ashton und dem Dirigenten Constant Lambert brachte er mehrere Ballette heraus. In seiner frühen Schaffensphase war sein Stil avantgardistisch und verlor auch in seinem späteren gemäßigteren Werken seinen individuellen Ausdruck nicht. Sein Freund und Kollege William Walton, den er auch finanziell förderte, widmete ihm das Oratorium Belshazzar's Feast. Seinen Grundbesitz hinterließ er seinem Lebensgefährten Robert ("Boy") Heber-Percy. Die Baronie ging an seine Cousine Vera Ruby Williams.

Werke[Bearbeiten]

Ballette[Bearbeiten]

  • The Triumph of Neptune (1926)
  • Luna Park (1930)
  • A Wedding Bouquet (1936)
  • Cupid and Psyche [Amor und Psyche] (1939)
  • Les Sirènes [Die Meermädchen] (1946)

Filmmusik[Bearbeiten]

  • Champagne Charlie (1944)
  • The Halfway House (1944)
  • Nicholas Nickleby (1947)

Klaviermusik[Bearbeiten]

  • Le poisson d'or (1919)
  • 4 Valse bourgeoise zu vier Händen(1919)
  • 3 kleine Trauermärsche (1920)
  • 3 Fragments Psychologique (1921)

Oper[Bearbeiten]

  • Le Carosse du Saint Sacrament (1923)

Sonstiges Orchesterwerk[Bearbeiten]

  • Trois Morceaux (1918)
  • Fantaisie Espagnole (1919)

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Raymond Robert Tyrwhitt-Wilson Baron Berners
1918–1950
Vera Ruby Williams