Gerechtigkeits- und Wohlfahrtspartei

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Partai Keadilan Sejahtera
Partei­vorsitzender Muhammad Anis Matta (temporär)
General­sekretär Taufik Ridho
Gründung 20. April 2002
Haupt­sitz Jakarta
Aus­richtung Islamismus, Wertkonservatismus

Gerechtigkeits- und Wohlfahrtspartei (indonesisch: Partai Keadilan Sejahtera, Kürzel PKS) ist eine islamistische [1] politische Partei in Indonesien.

Die PKS wurde am 20. April 1998 in Jakarta gegründet mit dem ersten Parteivorsitzenden Nurmahmudi Ismail. Bei ihrer Gründung orientierte sie sich am programmatischen und organisatorischen Vorbild der ägyptischen Muslimbrüder.[2] Sie verfügt über 57 Sitze (10,17 %) nach der Wahl 2009 im indonesischen Unterhaus, dem Dewan Perwakilan Rakyat (DPR).

Am 1. Februar 2013 wurde Luthfi Hasan Ishaaq als Vorsitzender abgelöst durch den bis dahin als Generalsekretär tätigen Muhammad Anis Matta. Ishaaq war zurückgetreten, nachdem er von der indonesischen Kommission für Korruptionsbekämpfung (KPK) beschuldigt wurde, in einen Korruptionsskandal um Importfleisch verwickelt zu sein. [3]

Von 2004 bis 2009 war die Partei von Tifatul Sembiring geleitet worden, der dann Kommunikations- und Informatikminister wurde. Bei den Präsidentschaftswahlen 2004 und 2009 unterstützte die PKS den Kandidaten Susilo Bambang Yudhoyono.

Ideologie[Bearbeiten]

Die PKS wurde in der Vergangenheit als islamistisch [1] bzw. radikalislamisch[4] eingestuft. Mit ihrer Kampagne gegen politische Korruption konnte sie bei der Wahl 2004 einen signifikanten Erfolg verbuchen. Sie setzt sich u.a. für ein Verbot von Pornographie und harte Strafen gegen Drogenkonsum ein.

Die PKS bezeichnet sich als „Da'wa-Partei“.

In neueren Veröffentlichungen wird sie als moderate islamistische Partei beschrieben, die in den demokratischen Institutionen mitarbeitet und auch zur Zusammenarbeit mit christlichen Parteien bereit ist.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vali Nasr: The Rise of "Muslim Democracy", in: Journal of Democracy, Vol. 16, No. 2, April 2005, p. 14
  2. a b Politischer Islam in Indonesien seit 1998, Aus Politik und Zeitgeschichte, 11-12/2012, Bundeszentrale für Politische Bildung, abgerufen am 19. September 2012
  3. Margareth S. Aritonang: Anis replaces Luthfi, as doubts linger over credibility. 2. Februar 2013, abgerufen am 10. Mai 2013 (englisch).
  4. Sadanand Dhume: Indonesian Democracy’s Enemy Within, Yale Center for the Study of Globalization, 1. Dezember 2005

Literatur[Bearbeiten]

  • Frauke-Katrin Kandale: Der Islam in Indonesien nach 1998 : am Beispiel der Partai Keadilan Sejahtera. Berlin 2008.