Gerhard Prautzsch

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Gerhard Prautzsch (* 25. September 1941 in Rochlitz) war von 1958 bis 1969 Fußballspieler bei Dynamo Dresden und später Trainer verschiedener Fußballmannschaften.

Fußballspieler[Bearbeiten]

Prautzsch begann mit dem Fußballspiel bei der heimatlichen BSG Motor Rochlitz und kam über die BSG Aufbau in Klingenthal als Nachwuchsspieler zu Dynamo Dresden. Er hielt seiner Sportgemeinschaft bis zum Ende seiner aktiven Laufbahn die Treue. Zwischen 1959 und 1960 wurde er in sieben Länderspielen der DDR-Junioren-Nationalmannschaft eingesetzt. 1962 absolvierte er zum ersten Mal mit dem Männerteam der Dresdner ein Oberligaspiel. Zu dieser Zeit machte sich Dynamo Dresden auf, aus den Niederungen des DDR-Fußballs herauszukommen, doch reichte die Qualität in der Saison 1962/63 noch nicht für den Klassenerhalt in der DDR-Oberliga, sodass Prautzsch, der in dieser Spielzeit 24 von 26 möglichen Oberligaeinsätzen als linker Außenverteidiger absolviert hatte, noch ein Jahr in der Zweitklassigkeit verbringen musste. Erst ab 1964 gelang es den Dynamos, sich für mehrere Jahre in der Oberliga zu etablieren. Erst nach einem weiteren Jahr in der zweitklassigen DDR-Liga 1968/69 stieg Dynamo Dresden zu einer Spitzenmannschaft im DDR-Fußball auf. Aufgrund dieser Entwicklung war es Prautzsch nicht vergönnt, als Aktiver einen Titel zu gewinnen, als Erfolge im bescheidenen Maß konnte er die drei Oberligaaufstiege in den Jahren 1962, 1964 und 1969 feiern. Mit dem Abschluss der Saison 1968/69, in der Prautzsch nur noch vier Punktspieleinsätze in der DDR-Liga absolvierte, beendete er seine aktive Laufbahn als Fußballspieler. In seinen fünf Oberligaspielzeiten hatte er stets als Verteidiger 92 von 130 ausgetragenen Punktspielen für Dynamo Dresden bestritten und dabei vier Tore erzielt.

Fußballtrainer[Bearbeiten]

Mit Beginn der Fußballsaison 1969/70 begann der inzwischen als Diplomsportlehrer an der Leipziger Sporthochschule (DHfK) ausgebildete Prautzsch bei Dynamo Dresden als Nachwuchstrainer zu arbeiten. 1973 wurde er Assistenztrainer von Walter Fritzsch, den er zur Saison 1978/79 als Cheftrainer ablöste. Er übernahm die Mannschaft als DDR-Fußballmeister, es gelang ihm jedoch über fünf Spielzeiten nicht, diesen Erfolg zu wiederholen. Seinen einzigen Titelgewinn holte er sich 1982 im Finale des DDR-Fußballpokals, als seine Mannschaft den damaligen Serienmeister BFC Dynamo nach Elfmeterschießen besiegen konnte. Bereits ein Jahr zuvor geriet er bei den Sportfunktionären in Dresden und Berlin in Misskredit, als seine drei Spieler Peter Kotte, Matthias Müller und Gerd Weber im Zusammenhang mit Webers Republikfluchtplänen aus der Mannschaft ausgeschlossen wurden. Als Dynamo Dresden in der Saison 1982/83 nur einen enttäuschenden 7. Platz erreichte und zuvor schon in der 1. Runde des Europapokals der Pokalsieger gegen die dänische Mannschaft von B.93 Kopenhagen ausgeschieden war, wurde Prautzsch am 30. Juni 1983 entlassen und zur zweitklassigen SG Dynamo Eisleben versetzt. Dort übernahm er in der Saison 1984/85 das Training der 1. Männermannschaft mit dem Ergebnis, dass sich Eisleben, in den Jahren zuvor in der DDR-Liga gut platziert, mit Rang 15 nur knapp vor dem Abstieg retten konnte. So wurde sein Verbleiben auch in Eisleben nicht weiter geduldet und er musste sich nun als fußballerischer Entwicklungshelfer im afrikanischen Mosambik bewähren. Für drei Jahre betreute er dort den Club Estrela Vermelha in der Hauptstadt Maputo. Nach dem Ende der DDR kehrte Prautzsch nach Dresden zurück, wo er zeitweise bei Dynamo Dresden als Rekonvaleszenz-Trainer arbeitete. Ende der 1990er Jahre war er als Trainer beim FC Eintracht Schwerin in der viertklassigen Fußball-Oberliga Nordost tätig.

Literatur[Bearbeiten]