Germán Arciniegas

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Germán Arciniegas (* 6. Dezember 1900 in Bogotá; † 29. November 1999 ebenda) war ein kolumbianischer Politiker, Schriftsteller und Journalist.

Leben[Bearbeiten]

Arciniegas studierte an der Universität seiner Heimatstadt Rechts- und Wirtschaftswissenschaften.

1928 gründete er zusammen mit ehemaligen Kommilitonen die Zeitschrift Universidad. Politisch interessiert und engagiert ging er 1930 als Vizekonsul nach London und wirkte dort parallel dazu als Korrespondent der Zeitung El Tiempo. Im Winter 1933/34 kehrte er nach Bogotá zurück fungierte ab dieser Zeit als verantwortlicher Chefredakteur der Zeitung El Tiempo. 1934 wurde er als Abgeordneter ins komlumbianische Parlament gewählt.

1940 betraute man Arciniegas mit der Leitung der Botschaft Kolumbiens in Buenos Aires (Argentinien). 1941/42 und auch 1945/46 diente er seinem Land als Erziehungsminister. Parallel dazu fungierte er zwischen 1944 und 1948 als Herausgeber der Zeitschrift Revista de América.

Ab dem Wintersemester 1948/49 betraute man Arciniegas nacheinander mit verschiedenen Lehraufträgen: an der Columbia University (New York), Chicago State University (Chicago) u.a.

Arciniegas starb eine Woche vor seinem 99. Geburtstag am 29. November 1999 in Bogotá und fand dort auch seine letzte Ruhestätte.

Rezeption[Bearbeiten]

Arciniegas gilt als einer der bedeutendsten Essayisten Lateinamerikas. Der thematische Schwerpunkt seines Schaffens umfasst die Geschichte, Kulturgeschichte und die Soziologie speziell der Anrainerstaaten des karibischen Meeres, wobei Arciniegas immer die soziale Gerechtigkeit in der Hauptsache für die indianische Bevölkerung einfordert.

Zitat[Bearbeiten]

Dieter Reichardt führt in seinem Werk Lateinamerikanische Autoren (S. 345) aus:

Der Grundzug seiner historischen Arbeiten liegt in der Synthese. Geschichtliche Realität wird von ihm nicht fragmentiert, sondern im Sinne der Bergsonschen Intuition erfasst und verlebendigt.
So wurde und wird Arciniegas oft vorgeworfen, historische Forschung mit romanhafter Fiktion zu verquicken. Es liegt aber gerade hierin der Reiz seiner Arbeiten, in denen die Brillanz seines Stils, die überraschenden Verknüpfungen und Einsichten und nicht zuletzt die Profundität seiner Psychologie für den Mangel an wissenschaftlicher Behutsamkeit und Akribie entschädigen müssen.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • El caballero de El Dorado. Vida del Jiménez de Quesada. 1942.
  • Genio y figura de Jorge Isaac. Bogota 1967.
  • Karibische Rhapsodie. Biografie eines Meeres („Biografia del Caribé“). Nymphenburger Verlag, München 1960.
  • Kulturgeschichte Lateinamerikas („El continente de los siete colores“). Nymphenburger Verlag, München 1966.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Reichardt: Lateinamerikanische Autoren. Ein Literaturlexikon. Verlag Erdmann, Tübingen 1972, ISBN 3-7711-0152-2, S. 344-345.

Weblinks[Bearbeiten]