Gleissperre

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Eine Gleissperre
Gleissperre in Detailansicht
Entgleiste Güterwagen nach Überfahren einer Gleissperre

Eine Gleissperre, in Österreich Sperrschuh genannt, ist eine mechanische Schutzvorrichtung in Eisenbahngleisen. Sie verhindert das Befahren des Gleises mit Schienenfahrzeugen über die mit der Gleissperre gesicherte Stelle hinaus. Mit Gleissperren sichert man in Deutschland Nebengleise eines Bahnhofs, die in Hauptgleise münden, und unter bestimmten Voraussetzungen auch die von der freien Strecke abzweigenden Gleise von Anschlussstellen. Gleissperren sollen wie auch Schutzweichen insbesondere Unfälle durch Flankenfahrten verhindern, die durch das Abrollen abgestellter, versehentlich nicht gesicherter Schienenfahrzeuge oder durch eine Rangierfahrt verursacht sein können. Sie zählen im Gegensatz zu Signalen, die nur wirken, wenn sie beachtet werden, zum „unmittelbaren” oder „zwingenden” Flankenschutz. Das Überfahren einer nicht abgelegten Gleissperre führt stets zum Entgleisen des Schienenfahrzeuges in die dem zu schützenden Gleis entgegengesetzte Richtung. Der metallene Sperrklotz (Entgleisungsschuh) der Gleissperre hebt dabei ein Rad des Schienenfahrzeuges an, leitet es in der „Auswurfrichtung” seitlich von der Schiene weg und bringt so das Fahrzeug zum Entgleisen.

In Deutschland besteht eine Gleissperre aus einem auf eine Schiene klappbaren Entgleisungsschuh, gekuppelt mit einem Gleissperrsignal. Sie kann ortsgestellt eingerichtet sein und wird dann wie eine ortsgestellte Weiche mit einer in der Regel mit einem Hebelgewicht versehenen Stellvorrichtung gestellt oder als fernbediente Gleissperre vom Stellwerk aus geöffnet oder geschlossen. Im Stellwerk werden Gleissperren wie Weichen behandelt, deren Abzweig an kein Gleis anschließt. Ist die Gleissperre abgelegt, so zeigt das zugehörige Gleissperrensignal den Signalbegriff Sh1 als Formsignal (ein schwarzer von links nach rechts steigender Balken auf weißem Grund) oder Signal Wn7 (ein senkrechter schwarzer Balken auf weißem Grund). Auch wenn das Gleissperrensignal Sh1 zeigt, ist dies keine Zustimmung des Weichenwärters; die Zustimmung muss vom Weichenwärter getrennt gegeben werden, mündlich oder durch Hochheben eines Armes. Befindet sich jedoch ein Lichtsperrsignal an der Gleissperre, so bedeutet ein Sh1 an dem Ls die Zustimmung des Weichenwärters zur Rangierfahrt.

In der Sprache der Eisenbahner wird eine Gleissperre auch „Hund“ oder „Hexe“ genannt.

In Deutschland gab es mit ähnlicher Funktionalität auch Entgleisungsweichen, deren Abzweig in den Schotter führte.

In anderen Ländern sind technisch anders realisierte Konstruktionen bekannt. Beispielsweise gibt es in Portugal mit Ketten aufgerichtete klappbare Stahlelemente.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Gleissperre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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