Grüner Punkt

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Der Grüne Punkt, teils auch nur Der Punkt, ist ein europaweites Kennzeichnungssystem im Verpackungsrecycling. Das Piktogramm ist in fast allen europäischen dualen Sammel- und Verwertungssystemen in der Mülltrennung üblich, allerdings nur in wenigen Ländern vorgeschrieben[1], international (weltweit) ein geschütztes Markenzeichen, und wird über Lizenznahme abgewickelt.[2]

Das Piktogramm besagt, dass der Hersteller des Produkts die gesetzlichen Abgaben für die Altstoffverwertung vorab entrichtet hat, und dadurch von der gesetzlichen Verpflichtung befreit ist, (gebrauchte und restentleerte) Verpackungen unentgeltlich zurückzunehmen.[3] Die Behältnisse und Materialien wandern in die allgemeine Mülltrennung, die über die Lizenzgebühren finanziert wird. In den meisten Staaten übernimmt ein privatwirtschaftliches Unternehmen – oder einige wenige – die Abwicklung der Vergabe der Lizenzen und die Abrechnung und Verteilung der gesetzlichen Abgaben an die Entsorger. Die Bedeutung für den Konsumenten ist also: „Kann (restentleert) in den Müll entsorgt werden“ – wie er zu trennen ist, besagen die benachbarten Piktogramme.

Das Piktogramm besteht aus zwei in Kreisform miteinander verschlungenen Pfeilen in unterschiedlichen Farben. Der Punkt muss nicht grün sein, teils kann er auch schlicht der Verpackungsfarbe angepasst werden,[3] um weitere Kosten für zusätzliche Druckfarben einzusparen.

Das System wurde 1991 von der Duales System Deutschland GmbH entwickelt. Seit 1997 ist er in der EU-Richtlinie 94/62/CE[4] geregelt. Das Zeichen wurde von Lars Oehlschlaeger entworfen, der sich dabei an das Symbol für Yin und Yang anlehnte.[5]

Mit Inkrafttreten der aktuellen Fassung der Verpackungsverordnung zum 1. Januar 2009 besteht keine Pflicht mehr, das Registrierungssymbol „Grüner Punkt“ auf registrierten Verpackungen anzubringen.

Nationales[Bearbeiten]

Verpackung, Kennzeichnung mit EAN-Nummer und Barcode (Artikelnummer), PAO-Symbol „Verwendung 12 Monate nach Öffnen“, Grünem Punkt „In den Müll entsorgen“ und SPI-Symbol „LDPE“ (Polyethylen, daher als Kunststoff zu trennen)

Die Schweiz verwendet nicht den Grünen Punkt, sondern in der Swiss Recycling (Verein Schweizerischer Recycling Organisationen) eigenständige Zeichen, die teils an den Standard CEN/CR 14311[7] angelehnt sind (CEN recycling aluminium.svg).[8]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fragen und Antworten Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH
  2. Was bedeutet der "Grüne Punkt"? (Version vom 10. Oktober 2012 im Internet Archive), Wirtschaftskammer Österreich
  3. a b Grüner Punkt (Verpackungskennzeichen) (Version vom 16. November 2011 im Internet Archive), lk-konsument.at
  4. Richtlinie 94/62/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über Verpackungen und VerpackungsabfälleVorlage:§§/Wartung/alt-URL, Datum des Inkrafttretens: 29/01/1997 (eur-lex)
  5. Melanie Amann: Der Grüne Punkt. Volk der Trenner und Sammler. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. Oktober 2010, abgerufen am 31. Oktober 2010.
  6. Der „Punkt", ara.at
  7. CEN CR 14311:2002 Packaging - Marking and material identification system
  8. vergl. – Texte und Piktogramme (Version vom 23. März 2010 im Internet Archive), swissrecycling.ch (pdf online)