Grab des Aigisthos

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Dromos und Eingang des Grabes des Aigisthos

Grab des Aigisthos (griechisch τάφος του Aιγίσθου) wird ein Tholosgrab in Mykene genannt. Nach der Klassifizierung von Alan Wace gehört es zur ersten Tholos-Gruppe und datiert in die Späthelladische Zeit (SH II A).[1] Es ist das jüngste Tholosgrab dieser Gruppe in Mykene und wurde um 1470 v. Chr. errichtet.

Benennung[Bearbeiten]

Benannt wurde das Grab nach Aigisthos, dem Geliebten der Klytaimnestra, obwohl es unwahrscheinlich ist, dass er hier begraben wurde. Pausanias berichtete, dass Klytaimnestra und Aigisthos wegen der Ermordung des Agamemnons nicht innerhalb der Stadtmauern begraben werden durften.[2] Deshalb ordnete man die beiden Tholosgräber westlich der Akropolis diesen beiden mythischen Personen zu. Heute weiß man, dass sich die Stadt noch weiter nach Westen ausdehnte und sich diese Gräber innerhalb von Mykene befanden, trotzdem behält man diese Bezeichnungen bei.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Grab liegt etwa 80 m westlich des Löwentors von Mykene. Der Zuweg (Dromos) hat eine Länge von 22 m und eine Breite von etwa 4,50 m. Er wurde in den Fels gehauen und der obere Teil mit groben Feldsteinen aufgemauert. Die Fassade bestand ursprünglich aus grob behauenen Steinen. Über dem 4,50 m hohen Eingangstor liegen große Decksteine und darüber sieht man ein sogenanntes Entlastungsdreieck, das die Last des Oberbaues auf die Seitenwände umleiten und so die Deckbalken entlasten soll. Der Mauerkern besteht aus unbearbeiteten Feldsteinen.

Um 1400 v. Chr. (SH II B-SH II A1) erhielt das Grab eine neue Fassade aus Poros-Kalkstein mit Schmuckelementen. Die Grabkuppel wurde als Trockenmauerwerk aus grob behauenen Steinen errichtet, hat einen Durchmesser von 13 m und hatte ursprünglich eine Höhe von 13 m. Das Grab wurde um 1250 v. Chr. aufgegeben und ausgeraubt. Während der historischen Zeit stürzte die Kuppel ein. Hierbei stürzte ein Heiligtum oder Altar, der auf dem Grab errichtet war, in die Tiefe. Später wurde die eingestürzte Tholos als Unterschlupf genutzt.

Eingestürzte Kuppel des Grabes

Erforschung[Bearbeiten]

1892 wurde das Grab des Aigisthos von Christos Tsountas entdeckt, der den oberen Teil des Torweges freilegte. 1921-1922 befreite Alan Wace das Grab größtenteils vom Schutt der Jahrhunderte. Erst in den Jahren 1954-1957 legte Dr. Papademetriou das Grab vollständig frei.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grab des Aigisthos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Alan Wace, Leicester Bodine Holland: Excavations at Mycenae. The Tholos tombs. In: The Annual of the British School at Athens. 25, 1921–3, S. 283–402.
  2.  Pausanias: Reisen in Griechenland. 2, 16, 7.

37.7307522.755638888889Koordinaten: 37° 43′ 51″ N, 22° 45′ 20″ O