Dromos (Korridor)

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Dromos in Karnak

Der griechische Ausdruck Dromos (plural Dromoi) bedeutet Lauf, übertragen auch Rennbahn. Im neuen Testament kann darunter auch Lebenslauf verstanden werden. "Da aber Johannes seinen Lauf erfüllte, sprach er: Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet; aber siehe, er kommt nach mir, des ich nicht wert bin, daß ich ihm die Schuhe seiner Füße auflöse. (Apostelgeschichte 13:25).

Im antiken Griechenland war der Dromos der gymnische Wettlauf, die älteste und geachtetste Übung der Leichtathletik. Er erstreckte sich über die einfache Länge der mit tiefem Sand bedeckten Rennbahn, die an die Norm von einem Stadion angepasst war, was 600 Fuß Länge entsprach. Die Spanne, die einen Fuß maß, war unterschiedlich, dementsprechend auch die Länge der Rennbahn. Der Name wurde von dem Wettlauf auch auf das Gelände mit Rennbahnen, Plätzen und Bauten übertragen, wo die Wettkämpfe stattfanden.

In der Archäologie bezeichnet Dromos einen Zugangskorridor zu einer Grabkammer oder generell einen Gang oder Korridor, zum Beispiel den Zugang zu einem Tempel.

[Bearbeiten] Beispiele

Eingang zum Kuppelgrab von Dendra
  • Der Dromos des Nektanebos I. liegt vor dem Amonstempel in Karnak.
  • Dromos vor dem Heiligtum der Isis in Dendera.
  • Das zwischen 1300 und 1250 v. Chr. erbaute mykenische Kuppelgrab außerhalb der Stadt Mykene, an der Straße zur Burg (Schatzhaus des Atreus, Grab des Agamemnon) weist eine 36 m lange Dromos auf.
  • Kuppelgrab von Orchomenos, das so genannte „Schatzhaus des Minyas
  • Kuppelgrab von Dendra
  • In der Nekropole von Salamis auf Zypern wurden in den Dromoi der Königsgräber Bestattungen und Beigaben gefunden: Menschliche Skelettresten im Grab 2 und zwei Pferdegespanne im Grab 3. Auch Gefäße mit Öl und Honig sowie Kessel und Möbel wurden gefunden.
  • Auch die Etrusker kannten Dromoi. Die Necropole di Monterozzi liegt weit außerhalb des Stadtareals von Tarquinia. Die unterirdischen Grabhäuser, annähernd 8000 sind bekannt, mit den steil abfallenden Dromoi sind aus dem Stein herausgearbeitet.
  • Auf Sardinien weisen die Felskammern der Nuraghenkultur Dromoi auf. Besonders eindrucksvoll ist der 16 m lange Dromos einer der Anlagen von Santu Pedru, bei Alghero. Aber auch die Anlagen von Filigosa bei Macomer besitzen beachtliche Dromoi.
  • In Portugal hat zum Beispiel Alapraia (Gruta 1) aus der Felskuppelgrab-Nekropole bei Estoril einen 13 m langen aus dem Fels gehauenen Dromos.
  • In Iran die achaemenidischen Felsgräber, zum Beispiel bei dem unvollendeten Felsgrab in Persepolis.
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