Grabstock

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Grabstock

Der Grabstock, auch Wühlstock, ist eines der ältesten Werkzeuge, das meist nur aus einem Holzstab besteht, dessen eines Ende zugeschärft oder zugespitzt ist.

Grabstöcke wurden und werden von Menschen auf der Kulturstufe der Jäger und Sammler zum Ausgraben von nahrhaften Wurzeln, Knollen, Zwiebeln und Rhizomen aus der Erde eingesetzt.

Grabstöcke sind daher wesentlich älter als die Landwirtschaft. Die frühesten Funde solcher Stöcke stammen aus der Zeit von vor 200.000 Jahren. Grabstöcke dürften wohl noch älter sein, es sind lediglich keine älteren Grabstöcke wegen des sehr vergänglichen Materials Holz bekannt.

Grabstöcke sind meist nur etwa einen Meter lang. Die Spitze kann auf verschiedene Weise gefertigt sein und wird manchmal durch Feuer gehärtet. Manchmal wird eine Steinscheibe im oberen Teil des Grabstockes befestigt, um so das Gewicht und damit den Druck zu erhöhen.

Mit Aufkommen der Landwirtschaft, während der sogenannten Neolithischen Revolution, wurde der Grabstock zum Ackerbaugerät. Der Grabstock dient zur Herstellung von Löchern, in die Stecklinge gesetzt werden, oder zum Umbrechen kleiner Erdschollen und zum Ausgraben von Wurzeln.[1] Daneben entwickeln sich auch hakenförmige Grabstöcke (Hackbau).

In einigen Gebieten wurde er dann von zunächst hölzernen Spaten abgelöst, oder von Geräten wie Sauzahn, Hacke (Haue), Karst, Krail, Erdpickel und ähnlichem, die auf hakenförmige Grabstöcke zurückgehen. Im Feldbau war sein maschineller Nachfolger zum Lockern und Wenden der Erde der Pflug oder der Grubber (Kultivator).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 715 ff. [1]