Ackerbau

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Katach 11:07, 21. Aug. 2009 (CEST)
Traditioneller Ackerbau im Sudan mit dem Grabstock

Unter landwirtschaftlichem Ackerbau versteht man die Produktion von Kulturpflanzen zur Gewinnung von Pflanzenerträgen auf dafür bearbeiteten Äckern.

Grundlage[Bearbeiten]

Technikeinsatz in der modernen Landwirtschaft: Mähdrescher bei der Weizenernte

Auf der Grundlage der verwendeten Ackergeräte hat Eduard Hahn zwischen Grabstockbau, Hackbau und dem Pflugbau unterschieden[1]. Die Äcker der heutigen industrialisierten Landwirtschaft sind Abkömmlinge der pflugbearbeiteten Äcker. Durch die Bodenbearbeitung und weitere ackerbauliche Maßnahmen (z.B. Düngung) sollen den Kulturpflanzen optimale Wachstumsbedingungen verschafft werden, sie bezweckt u. a. die Lockerung der Krume, die Eindämmung der auftretenden Unkräuter und die Regulierung des Wasserhaushaltes.

Die ackerbauliche Produktion dient sowohl dem direkten Verbrauch als auch der Vorratshaltung. Zu den ackerbaulich auszuführenden Arbeiten gehören neben der Bodenbearbeitung und Düngung noch Pflegemaßnahmen wie Pflanzenschutz oder Unkrautbekämpfung und die erstrebte Ernte sowie auch die Züchtung der anzubauenden Pflanzen.

Angebaut werden als Lebensmittel dienende Pflanzen wie die verschiedenen Getreidearten, Hülsenfrüchte und Hackfrüchte wie Zuckerrüben oder Kartoffeln.

Darüber hinaus werden eine Reihe von Pflanzen, die nicht oder nur teilweise als Lebensmittel für den Menschen dienen. Hierzu zählen Genussmittelpflanzen wie der Tabak, Faserlieferanten wie Lein oder Baumwolle, Ölsaaten (z.B. Raps) und Viehfutter wie zum Beispiel Klee.

Historischer Beginn des Ackerbaus[Bearbeiten]

Aussaat und Eineggen der Saatkörner im Mittelalter

Der Beginn der Jungsteinzeit (Neolithikum) wird zumeist mit dem Beginn des Ackerbaus gleichgesetzt. Voraus ging die Mittelsteinzeit (Mesolithikum), die sich dennoch nicht als Entwicklungsperiode vom Jäger- und Sammlertum zum Ackerbau bezeichnen lässt. Der Ackerbau entstand lokal als Grabstockackerbau in der Levante. Es fanden vor allem primitive Geräte wie Furchenstock und Erntemesser Verwendung. Mit der Verbreitung des Ackerbaus setzte die Rodung von Waldgebieten ein. Mit Erfindung des Pfluges und der begleitenden Nutzung von Joch und Ochse begann der Pflugackerbau, gegebenenfalls zunächst als Schwendbau.

Der Beginn der Jungsteinzeit lässt sich, ähnlich wie andere Epochen, nur regional präzise datieren, da er eine kulturelle Entwicklung darstellt. In der Levante und in Syrien, im Norden von Mesopotamien war der Zeitpunkt des Beginns des Ackerbaus nach neuesten Erkenntnissen um 11.000 v. Chr. In Europa lag diese Periode zwischen 7.000 und 4.000 v. Chr. Die Landwirtschaft in Südosteuropa soll sich etwa 9000 v. Chr. entwickelt haben. Anschließend wurde das landwirtschaftliche Wissen in das von Jägern und Sammlern beherrschte Nordeuropa getragen, bis schließlich der Ackerbau 3000 v. Chr. bereits weitgehend verbreitet war.[2]

In Japan hielt der Ackerbau erst 300 v. Chr. Einzug, als sich andere Kulturen bereits in der Kupfer-, Bronze- und Eisenzeit befanden. Technologisch gesehen sind einige Amazonas-Gebiete und Gebiete der Kalahari teilweise heute noch als jungsteinzeitlich einzuordnen. Die mit dem Aufkommen des Ackerbaus verbundenen technischen und sozialen Entwicklungen werden auch als Neolithische Revolution bezeichnet.

Anbaumethoden[Bearbeiten]

Dauerfeldbau[Bearbeiten]

Dauerfeldbau bezeichnet in der Landwirtschaft ein Prinzip, in welchem Jahr für Jahr auf demselben Feld angebaut wird.

Maßnahmen für die Ertragssteigerung beim Dauerfeldbau[Bearbeiten]

Eine Möglichkeit, die Erträge beim Dauerfeldbau zu steigern, liegt einerseits darin, Fruchtfolgesysteme zu verwenden, welche den Nährstoffgehalt und die Bodenfruchtbarkeit erhalten und Schädlinge bekämpfen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit sein Anbaugebiet zu düngen, um höhere Erträge zu erzielen.

Dauerfeldbau im Tropischen Regenwald[Bearbeiten]

Im Tropischen Regenwald ist es nicht ratsam, Dauerfeldbau zu betreiben. Auch wenn man in Gunsträumen anbaut, ist damit zu rechnen, dass die Nährstoffe nach und nach abnehmen und somit die Erträge immer weiter sinken. Es ist zwar ausreichend Niederschlag vorhanden, welcher aber aufgrund der großen Poren des Bodens fast immer sofort in tiefere Bodenschichten abfließt. Außerdem enthält der Boden kaum mineralische Nährstoffe, so dass die Pflanzen beim Dauerfeldbau nicht genügend Mineralien bekommen würden.

Etagenanbau[Bearbeiten]

Der Etagenanbau ist ein in Regenwäldern angewandtes Bewirtschaftungssystem, das insbesondere von den indigenen Völkern Südamerikas, Afrikas und Asiens betrieben wird. Zu den wild wachsenden Bäumen werden zusätzlich viele verschiedene Nutzpflanzen angebaut, ohne den Wald in seiner Ursprünglichkeit zu zerstören. Europäische Feldfrüchte werden dabei nicht genutzt, sondern teils einheimische Pflanzen, die sich dem Klima und dem Wald angepasst haben und entsprechend hohe Erträge liefern.

Der Acker wird beim Etagenbau sowohl horizontal als auch vertikal genutzt. So werden sehr hohe Bäume, wie z.B. Paranuss, angepflanzt, die allen darunter angebauten Pflanzen Schatten spenden und sie vor der intensiven Sonne der Tropen schützen. In der mittleren Schicht werden Bananen, Zitrusfrüchte, Mangos und Ähnliches angebaut. In der Strauchschicht lässt sich Gemüse anbauen und in der Erde wachsen Süßkartoffeln und Yamswurzeln. So wird der Wald in seiner ganzen Höhe genutzt, der Boden ist immer bedeckt, kann nicht austrocknen und wird vom Wurzelwerk festgehalten; bei starken Regenfällen wird er nicht fortgeschwemmt oder ausgewaschen. Im Etagenanbau kann das ganze Jahr über geerntet werden.

Landwirtschaftliche Gunsträume in den Tropen[Bearbeiten]

Grundlage für die Fruchtbarkeit der Ausnahmegebiete ist das Angebot an Nährstoffen bzw. an Tonmineralen mit hoher Kationenaustauschkapazität, sogenannter Dreischichttonmineralien.

Landwirtschaftliche Gunsträume befinden sich an Stellen mit relativ mäßigem Klima, also z. B. in etwas höher gelegenen Orten, da dort nicht so hohe Temperaturen herrschen wie auf Meereshöhe. Außerdem ist fruchtbarer Boden wichtig, der einen hohen Nährstoffgehalt und geringes Porenvolumen aufweist. Diese Beschaffenheit liefert den Pflanzen Nährstoffe und verhindert, dass das Wasser allzu schnell versickert. Ebenfalls benötigt wird ausreichender Niederschlag. Allerdings darf dieser auch wiederum nicht zu hoch sein, da die Pflanzen sonst „überwässert“ werden.

Ecofarming[Bearbeiten]

Das Ecofarming ist eine Anbaumethode, welche das Ziel verfolgt, mit möglichst wenig Fremdmitteleinsatz einen möglichst hohen Ernteertrag zu erreichen. Dieses wird z. B. dadurch erreicht, dass eine Anbaustruktur verwendet wird, die dem Stockwerkaufbau des Regenwaldes ähnelt und somit dem Boden möglichst wenig Nährstoffe entzieht. Beim Ecofarming werden Hänge terrassiert und Erosionsschutzgräben angelegt. Die Terrassenkanten werden mit Bäumen bepflanzt. Weitere Bäume und Sträucher werden zur Gewinnung von Obst, Bau- und Brennholz, Futter und Mulch für den Humusaufbau gepflanzt. Es erfolgt eine intensive Gründüngung. Die Viehhaltung wird von der Weide in den Stall verlagert. Ein ähnliches Konzept verfolgt die Permakultur.

  • Das Ziel des Ecofarmings liegt darin, den Boden nachhaltig und schonend zu nutzen und dessen Fruchtbarkeit zu erhalten. Bei Dauerfeldbau ist dies nicht gegeben, da dort die Nährstoffe des Bodens vollständig verbraucht werden.
  • Die Vorteile des Ecofarmings liegen darin, dass der Boden geschont und auf lange Zeit verwendet werden kann. Dadurch soll sich (nach WERLE) die soziale und ökonomische Situation der Kleinbauern verbessern, weil nur ein minimaler Kapitaleinsatz notwendig ist und die Ernteerträge außerdem stabil bleiben.

Im Vergleich zum Ecofarming existiert bei der Reinkultur kein Bodenschutz, sodass Regen und Sonne mit voller Kraft auf den Boden treffen. Der Boden wird durch Regen ausgewaschen und durch Sonne ausgetrocknet. Die Pflanzen entziehen ihm alle Nährstoffe, sodass der Boden nach wenigen Jahren nicht mehr zu gebrauchen ist. Beim Ecofarming hingegen nutzt man die Vorteile des Primärwaldes, welche z. B. in der Eigendüngung des Bodens durch vielfältige Lebensformen im Boden sowie Laubabwurf durch Bäume und Sträucher liegt. Des Weiteren wird der Regen abgebremst und trifft nicht mehr mit voller Wucht auf den Boden. Dies verhindert die Abschwemmung, also Erosion der dünnen nährstoffhaltigen Schicht. Gleiches gilt für die Sonne, welche hier ebenfalls von der Austrocknung des Bodens abgehalten wird.

Bewässerungsfeldanbau[Bearbeiten]

Südeuropa liegt in der Region des Mittelmeerklimas oder auch des Winterregenklimas. Das bedeutet: heiße, trockene Sommer und milde, feuchte Winter mit viel Niederschlägen. Im Sommer wird die Meeresluft aus westlicher Richtung durch die Kontintentalluft aus dem Süden nach Norden verlagert. Im Winter wird die Kontinentalluft aus Afrika schwächer und wird von der Meeresluft in den Osten verlagert. Je weiter man also nach Osten geht, desto größer sind die Temperaturschwankungen. Wirtschaftlich angesehen ist es für die Landwirtschaft ein kleines Problem Ackerbau zu treiben. Denn im Sommer fällt kaum Niederschlag und es ist zu heiß und trocken. Im Winter jedoch gibt es zu viel Niederschlag, der dann ganze Überschwemmungen verursachen kann. So sind die Jahreszeiten Frühling und Herbst besser geeignet.

Huertas sind Gärten/Gebiete des Bewässerungsfeldanbaus, wie die Spanier es nennen. Sie liegen im schmalen Küstentiefland der Mittelmeerküste oder auch in Flusstälern und anderen Ebenen. Hier werden auf kleinen Flächen hohe Erträge erzielt. Der Anbau erfolgt durch Bewässerungskanäle.

Heutzutage wird auch die preiswerte Tröpfchenbewässerung genutzt. Foliengewächshäuser sind von noch größerem Nutzen. Man kann das ganze Jahr über ernten und das bis zu 3 mal. Selbst im Winter bleiben Heizkosten ausgespart.

Doch all das weist nicht darauf hin, dass es keine Vegetation gibt, denn die Pflanzen passen sich an. In der Mittelmeerregion wird sie die Hartlaubvegetation genannt, bestehend aus Olivenbäumen, Weinreben, Pinien, Zypressen, Edelkastanien und zu guter Letzt den Agrumen, oder auch Zitrus-oder Südfrüchten. Die Blätter hier sind ganz besonders lederartig, klein und haarig. Manche haben auch einen wachsartigen Überzug, denn alle Pflanzen versuchen so gut wie möglich ihr Wasser vor der Verdunstung zu schützen. Auch die Rinde ist sehr dick und die Wurzeln (z.B. des Ölbaumes) reichen bis zu 6 m tief, um das Grundwasser zu erreichen.

Einige Pflanzen sind ganz besonders stachlig wie die der Macchie. Das ist ein stachliges, 2 m hohes Gestrüpp an Berghängen. Im Frühjahr blühen sie dann in den schönsten Farben.

Regenfeldbau[Bearbeiten]

In Gegenden, in denen Regenfeldbau möglich ist und praktiziert wird, ist der Jahresniederschlag größer als die Verdunstung, was einen Pflanzenanbau ohne zusätzliche künstliche Bewässerung ermöglicht. Regenfeldbau ist zum Beispiel in den Klimazonen der Trockensavanne, der Dornstrauchsavanne und der Subtropen (bspw. in Portugal im Alentejo) zu finden. Diese Anbaumethode wurde bereits von den Römern praktiziert und im gesamten Mittelmeerraum verbreitet. Ein Jahresniederschlag < 400 mm reicht in der Regel nicht für den Anbau von Getreide. Daher werden im Feld zunächst Furchen gezogen, in denen sich das Wasser sammelt. Nach dem Regen werden die Felder gepflügt, um die Verdunstung zu verringern. Durch mehrmaliges wiederholen kann über 2 Jahre der Boden Wasser ansammeln. Im dritten Jahr wird dann kurz vor der Regenzeit das Getreide ausgesät. Der Boden enthält jetzt genügend Feuchtigkeit für die Reifung des Getreides. Der Regenfeldbau geht wegen der zweijährigen Brache mit einem hohen Flächenverbrauch einher, kommt aber ohne zusätzliche Bewässerung aus.

Literatur[Bearbeiten]

  • N. Benecke, P. Donat, E. Gringmuth-Dallmer und U. Willerding (Hrsg): Frühgeschichte der Landwirtschaft in Deutschland. In: Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas. Band 14 Beier & Beran, Langenweißbach 2003
  • Klaus Krombholz, Hasso Bertram und Hermann Wandel: 100 Jahre Landtechnik - von Handarbeit zu High-Tech in Deutschland. DLG-Verlag, 2009, 288 Seiten; ISBN 978-3-7690-0737-4
  • Franz Olck: Ackerbau. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,1, Stuttgart 1893, Sp. 261–283.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eduard Hahn 1914, Von der Hacke zum Pflug. Leipzig, Quelle & Meyer.
  2. https://www.focus.de/wissen/mensch/anthropologie/vom-mittelmeerraum-nach-skandinavien-suedeuropaeer-brachten-den-ackerbau-nach-norden_aid_743662.html FOCUS Online abgerufen am 29. April 2012