Graubauchsylphe

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Graubauchsylphe
Taphrolesbia griseiventris 1895.jpg

Graubauchsylphe (Taphrolesbia griseiventris)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Taphrolesbia
Art: Graubauchsylphe
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Taphrolesbia
Simon, 1918
Wissenschaftlicher Name der Art
Taphrolesbia griseiventris
Taczanowski, 1883

Die Graubauchsylphe (Taphrolesbia griseiventris) ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art ist endemisch in dem südamerikanischen Land Peru und kommt dort nur in den Zentralanden Nordperus vor. Der Bestand wird von der IUCN als stark gefährdet eingeschätzt.

Merkmale[Bearbeiten]

Die männliche Graubauchsylphe erreicht eine Körperlänge von etwa 14 bis 17 Zentimetern, während das Weibchen nur ca. 14 Zentimeter groß wird. Der gerade schwarze Schnabel wird ca 14 Millimeter lang. Damit ist die Graubauchsylphe ein relativ großer Kolibri. Die Oberseite ist grün bis blaugrün. Postokular (hinter den Augen) befindet sich ein weißer Fleck. Der lange grüne, breit gefächerte Schwanz ist mit orangen Sprenkeln durchzogen. Das Unterteil ist beim Männchen hauptsächlich hellgrau und beim Weibchen leicht gelbbraun. Den Hals des Männchens ziert ein stahlblauer Fleck. Dieser Fleck ist beim Weibchen nicht vorhanden. Auch der Schwanz fällt beim Weibchen etwas kürzer als beim Männchen aus.[1]

Habitat[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet der Graubauchsylphe

Das Verbreitungsgebiet der Graubauchsylphe befindet sich in den nordwestlichen Anden Perus. Hier kommt sie im südlichen Cajamarca bis in den Westen Huánucos vor. Der Vogel bevorzugt Gebiete mit semiaridem Klima. So präferiert er felsiges Gebiet in tiefen Schluchten und bewegt sich in Höhen zwischen 2750 und 3200 Metern.[2] Man findet ihn an steilen Hängen in der Nähe von Kakteen, Agaven, Bromeliengewächsen, Gebüsch oder anderen xerophytischen Pflanzen. Selten kommt er auch in kultiviertem Land vor. Hier wurde er aber u.a. an Eukalypten beobachtet.[1]

Unterarten[Bearbeiten]

Es sind keine Unterarten von Taphrolesbia griseiventris bekannt. Die Art, die erstmals in Paucal in der Region Cajamarca entdeckt wurde, gilt als monotypisch. Eine Einordnung in die biologische Systematik erweist sich als schwierig. Am ehesten ist die Graubauchsylphe mit den Gattungen Polyonymus und Sappho verwandt.

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Władysław Taczanowski beschrieb die Graubauchsylphe zunächst unter dem Namen Cynanthus griseiventris.[3] Das Typusexemplar hatte er aus der Sammlung von Professor Antonio Raimondi aus Lima bekommen.[4] Erst später wurde sie von Eugène Simon der Gattung Taphrolesbia zugeschlagen.

Der Gattungsname Taphrolesbia setzt sich aus den griechischen Wörtern tephra τεφρα für „Asche“ und Lesbias Λεσβιας für „Frau aus Lesbos“ zusammen.[5] Das Artepitheton griseiventris leitet sich von den lateinischen Wörtern griseus für „grau“ und venter, ventris für „Bauch“ ab.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jon Fjeldså, Niels Krabbe: Birds of the High Andes: A Manual to the Birds of the Temperate Zone of the Andes and Patagonia, South America. Apollo Books, Stenstrup 1990, ISBN 87-88757-16-1.
  •  Thomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel Franklin Lane, John Patton O'Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, Princeton, New Jersey 2007, ISBN 978-0713686739.
  •  James A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press, Oxford 1991, ISBN 978-0-19-854634-4.
  •  Władysław Taczanowski: Description des espèces nouvelles de la collection péruvienne de M. le Dr. Raimondi de Lima. In: Proceedings of the Zoological Society of London. Nr. 1, 1883, S. 70–72 (online, abgerufen am 22. Januar 2012).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Graubauchsylphe (Taphrolesbia griseiventris) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Jon Fjeldså u.a., S. 290
  2. Thomas Scott Schulenberg u.a., S. 242
  3. Władysław Taczanowski, S. 72
  4. Władysław Taczanowski, S. 70
  5. James A. Jobling, S. 230
  6. James A. Jobling, S. 99