Agaven
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Agave | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Systematik | ||||||||||||
|
||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Agave | ||||||||||||
| L. |
Die Agaven (Agave) stellen eine artenreiche (mit 200 bis 300 Arten) Gattung innerhalb der Pflanzenfamilie der Agavengewächse (Agavaceae) dar. Es handelt sich dabei um sehr gut an trockene Standorte angepasste Pflanzen (Xerophyten), die zu den Sukkulenten gezählt werden. Sie sind typische Bewohner der Trocken- und Wüstengebiete im westlichen Nordamerika sowie in Mittelamerika und dem nördlichen Südamerika, die meisten Arten leben in Mexiko. Auch auf den kanarischen Inseln, besonders auf Teneriffa, sind die Agaven häufig zu finden. In Europa wachsen sie in Spanien und Portugal.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Name
Der Name Agave leitet sich vom griechischen agauos ab, was soviel wie König, Held oder Adliger bedeutet.
„Maguey“ ist die mexikanische Bezeichnung für Agave. Das Wort stammt ursprünglich von den Antillen. Die Nahuatl-Indianer Mexikos nannten die Agaven „metl“, die Purépecha nannten sie „tocamba“ und die Otome „Guada“.
[Bearbeiten] Beschreibung
Die sukkulenten Pflanzen bilden große Rosetten aus meist dickfleischigen Blättern. Die Blätter enden meistens in einer sehr harten und scharfen Spitze und besitzen zumeist am Rand harte Dornen, sie sind also bewehrt. Die Sprossachse ist im Allgemeinen sehr kurz (gestaucht), so dass die Blätter nahe dem Boden entspringen. Agaven wachsen nur sehr langsam und bilden nur einmal nach ein paar Jahren (oder vielen Jahrzehnten) Lebenszeit Blütenstände aus, diese werden, je nach Art, bis zu 10 Meter hoch und entstehen im Zentrum der Pflanze. Die Blüten, die zahlreich an jedem Blütenstand gebildet werden, sind wie bei allen Einkeimblättrigen dreizählig. Viele Agavenarten werden von Fledertieren bestäubt, bei anderen Arten sorgen Insekten für die Bestäubung. Aus den Blüten entwickeln sich die Früchte (Kapseln) der Agave, in denen jeweils hunderte Samen sind. Die Pflanze selbst stirbt nach der Blüte (=hapaxanth) und Bildung der Samen ab. Die alte Pflanze bildet allerdings Seitentriebe, die dann zu neuen Agaven heranwachsen (vegetative Vermehrung). Die Anzahl der Jahre, die die Pflanze bis zur Blüte lebt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, vor allem von der Art, aber auch von der Beschaffenheit des Bodens sowie Klimaverhältnissen.
[Bearbeiten] Wirtschaftliche Nutzung der Agaven
[Bearbeiten] Nahrungsmittel
Aus dem Pflanzensaft verschiedener Agavearten (ca. 17 verschiedene Arten) gewinnen die Mexikaner ihr Nationalgetränk, das Pulque. Wenn die Blütenstände gebildet werden, werden diese schon im knospigen Zustand abgeschnitten und im „Herzen“ der Agave tritt dann Pflanzensaft aus. Dieser Saft wird abgeschöpft und dann fermentiert (vergoren). Durch die Destillation des Pulque wird der bekannte Mezcal gewonnen. Tequila, ein Mezcal aus der Umgebung der Stadt Tequila, wird ausschließlich aus der Blauen Agave (Agave tequilana) gewonnen und ist die bekannteste Spirituose Mexikos.
Außerdem ist der Agavendicksaft beliebt als Alternative zum Zucker, der auch für Diabetiker geeignet ist, da er viel Fructose enthält.
[Bearbeiten] Fasern
Die Blätter einiger Arten sind sehr faserig und können so zur Gewinnung von Pflanzenfasern genutzt werden. Hierzu gehören vor allem der Sisalhanf (Agave sisalana), der Falsche Sisalhanf (Agave decipiens) und die Kantala (Agave cantala) (mittlerweile hauptsächlich in Indonesien und auf den Philippinen). Doch auch die Amerikanische Agave wird auf diese Weise in Mexiko, den USA und mittlerweile auch in Südeuropa genutzt. In Indien wird die Amerikanische Agave vor allem als Begrenzung entlang von Bahnlinien angepflanzt.
[Bearbeiten] Die Amerikanische Agave als Zierpflanze
Die bekannteste Agavenart ist die Amerikanische Agave (Agave americana), welche im tropischen Bereich Mittelamerikas lebt und auch als „Amerikanische Aloe“ bezeichnet wird, obwohl sie mit den Aloe-Arten nicht verwandt ist.
Die Amerikanische Agave wurde in Mitteleuropa etwa in der Mitte des 16. Jahrhunderts eingeführt und wird heute häufig als Zierpflanze aufgrund der einfachen Handhabung genutzt. Neben der Wildform wurden auch einige Zierpflanzenzüchtungen entwickelt, am verbreitetsten ist die Agave mit weißer oder gelblicher Zeichnung auf dem Blatt (Panaschierung: An einigen Stellen des Blattes fehlt das Blattgrün). Normalerweise werden die Agaven in große Töpfe gepflanzt und im Sommer nach draußen gestellt, im Winter müssen sie allerdings vor Frost bewahrt werden. Nach der Blüte sterben die Agaven ab. Doch im Laufe ihres Lebens – und besonders bevor die Pflanze abstirbt – bildet sie Seitentriebe; das ist dann die nächste Generation. Da oft viele Seitentriebe pro Mutterpflanze gebildet werden, kann man die Agave so vermehren. Die panaschierten Sorten kann man nur vegetativ vermehren. Allerdings blüht die Amerikanische Agave in Mitteleuropa erst nach 50 bis 60 Jahren.
[Bearbeiten] Systematik
Gattung Agaven (Agave): Auswahl an Arten:
- Amerikanische Agave (A. americana)
- Agave angustifolia
- Agave atrovirens
- Drachenbaum-Agave (Agave attenuata)
- Agave bracteosa
- Kantala (A. cantala)
- Falscher Sisalhanf (A. decipiens)
- Agave echinoïdes
- Agave filifera
- Agave fourcroydes
- Agave funkiana
- Agave gentryi
- Agave havardiana
- Agave heteracantha
- Agave horrida
- Agave inaequidens (Syn. A. megalacantha)
- Agave lecheguilla
- Agave letona
- Agave lopantha
- Agave neomexicana
- Agave montana
- Agave palmeri
- Agave parrasana
- Agave parryi
- Agave parviflora
- Agave potatorum
- Agave saundersii
- Sisal (A. sisalana)
- Agave sisalina
- Agave striata
- Agave stricta
- Blaue Agave (A. tequilana)
- Agave toumeyana
- Agave utahensis
- Agave victoriae-reginae
- Agave vivipara (Syn. A. rigida)
[Bearbeiten] Weitere Bilder
|
Agave im Schloßpark Pillnitz. |

