Gravitationskollaps

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Gravitationskollaps

Unter Gravitationskollaps versteht man den Zusammensturz eines massereichen Sternes, der sich in seiner Endphase befindet; dabei steigen Dichte und Temperatur im Sternzentrum stark an.

Durch die Kernfusion in massereichen Sternen bildet sich ein Eisenkern, der nicht weiter Energie durch Fusion freisetzen kann. Dieser Kern ist von einer Schale aus Silizium und verwandten Atomkernen umgeben. Durch das Ende der Fusion und damit der Energiefreisetzung kann der Kern der Eigengravitation des Sterns keinen Widerstand durch Strahlungsdruck mehr entgegensetzen, und das Sterninnere kollabiert innerhalb weniger Millisekunden zu einem kompakten Objekt, d.h. zu einem Neutronenstern oder einem Schwarzen Loch, möglicherweise auch zu einem – bislang hypothetischen – Quarkstern. Der Gravitationskollaps löst dabei eine Stoßwelle aus, die zum Abstoßen der äußeren Sternenhülle führt. Als Folge davon explodiert der Stern zu einer Supernova des Typs II oder Ib/c.

Die letzte beobachtete Supernova in der näheren Umgebung der Milchstraße ereignete sich in der Großen Magellanschen Wolke, die Supernova 1987A. Das Licht der Supernova erreichte die Erde am 23. Februar 1987.

Für eine ausführliche Beschreibung siehe auch Supernova, Abschnitt Kernkollaps

Literatur[Bearbeiten]

  • Pankaj S. Joshi: Gravitational collapse and spacetime singularities. Cambridge Univ. Pr., Cambridge 2007, ISBN 978-0-521-87104-4
  • B. K. Harrison, Kip Thorne, Masami Wakano, John Archibald Wheeler: Gravitation theory and gravitational collapse. The Univ. of Chicago Pr., Chicago 1965

Weblinks[Bearbeiten]