Grecken

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Grecken-Epitaph von 1598 an der Sebastianskirche in Kochendorf
Grecken-Epitaph von 1598 an der Sebastianskirche in Kochendorf
Epitaph einer 1633 verstorbenen Grecken-Witwe
Epitaph einer 1633 verstorbenen Grecken-Witwe

Die Grecken waren ein aus der Ministerialität stammendes niederes Adelsgeschlecht in Kochendorf vom 13. bis ins 18. Jahrhundert.

Die Grecken waren neben den ursprünglichen und älteren Herren von Kochendorf die zweite Adelsfamilie am Ort. Erstmals genannt werden 1295 ein Wolframus Grecco und 1315 ein Siegfried Greck von Kochendorf. Um 1415 wird ein Seifried Greck als Vertrauter des Reichserbkämmerers Konrads IX. von Weinsberg mit kaiserlichen Privilegien zur Eintreibung der Judensteuer versehen.

Nach dem Aussterben derer von Kochendorf erhielt ein Kraft Greck († um 1480) nach 1450 das Burglehen über die dortige Wasserburg, 1532 waren die Grecken alleinige Ortsherren. Wolf Conrad Greck I. führte 1549 die Reformation in Kochendorf durch. Vermutlich wurde er hierbei von seiner Frau Sybilla von Gemmingen beeinflusst, deren Familie bereits 1525 der lutherischen Lehre nahestand. 1553 wurde die Kochendorfer Wasserburg abgerissen und an ihrer Stelle Schloss Lehen unter Wolf Conrad Greck I. als Renaissanceschloss erbaut, das sein ältester Sohn Johann Philipp erbte. Dessen Bruder Wolf Conrad Greck II. errichtete um 1600 auf dem Lindenberg das so genannte Greckenschloss. Die Grecken hatten außer in Kochendorf auch in einigen anderen Orten der Umgebung Besitztümer, so in Höchstberg und Ittlingen.

Aus finanzieller Not, deren Ursache in der Wiederherstellung der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Häuser und Güter sowie in verschiedenen Prozessen vor dem Reichskammergericht zu suchen ist, verkaufte Johann Georg Greck (1647–1713) im Jahr 1672 ein Drittel des Kochendorfer Besitzes an den Freiherrn Johann Daniel Rollin von Saint-André († 1689). Dessen Sohn Friedrich Magnus von Saint-André (1674–1731) erbaute 1710 das so genannte André'sche Schlösschen. Anfang Juni 1762 kam der Besitz von seinen Söhnen an den Ritterkanton Odenwald.

Der bei den Grecken verbliebene Anteil von zwei Dritteln an Kochendorf wurde nach dem Tode Johann Georgs 1713 unter dessen Söhnen Johann Wolf (1671–1734) und Wolf Conrad V. (1672–1749) jeweils hälftig aufgeteilt. Der ältere Bruder Johann Wolf hatte einen Sohn Johann Philipp Adam Greck (1699–1735), der jedoch bereits ein Jahr nach dem Vater starb, worauf der markgräflich ansbachische Obrist Wolf Conrad V. Greck der letzte Ortsherr und Stammhalter war. Wolf Conrad war hoch verschuldet, hatte bereits Arrest und Verbannung in der Festung Raab und einen Konkurs 1724 hinter sich und stand trotz seiner Heirat 1732 mit der begüterten und wesentlich jüngeren Isabella Elisabeth Teufel von Birkensee (1709–1781) bis zu seinem Tod unter Zwangsverwaltung. Mit dem Tode von Wolf Conrad Greck V. im Jahre 1749 erlosch die Familie im Mannesstamm. Ihr Reichslehen wurde eingezogen und an die Herren von Gemmingen-Hornberg vergeben. Ihr Allodialbesitz hingegen ging, nach jahrelangen Streitereien und Prozessen, an die einzige Tochter Isabella Charlotte Greck (1740–1786), die den Kochendorfer Besitz Ende Juni 1762 an den Ritterkanton Odenwald verkaufte, der drei Wochen zuvor schon den Saint-André'schen Anteil des Ortes erworben hatte und dem damit der gesamte Ort gehörte.

Nach den Grecken sind mehrere Straßen benannt: die Greckengasse und der Greckenhof in Neckarsulm sowie die Greckenstraße in Bad Friedrichshall. Dort hat sich auch eine Gaststätte den Namen „Grecken“ gegeben. Bei der Kochendorfer Sebastianskirche sind mehrere historische Grabplatten der Grecken erhalten. Einige kunstvolle Grecken-Grabdenkmäler aus dem Inneren der Kirche wurden jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört.

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