Gsies

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Gsies
(ital.: Valle di Casies)
Wappen von Gsies
Gsies (Südtirol)
Gsies
Gsies
Lage von Gsies in Südtirol
Bezirksgemeinschaft Pustertal
Provinz: Bozen (Südtirol)
Region: Trentino-Südtirol
Staat: Italien
Einwohner (VZ 2001/31.12.2010): 2.098/2.261
Sprachgruppen
laut Volkszählung 2001:
98,5 % deutsch
1,4 % italienisch
0,1 % ladinisch
Koordinaten 46° 49′ N, 12° 14′ O46.81666666666712.2333333333331206Koordinaten: 46° 49′ N, 12° 14′ O
Meereshöhe: 1.191 - 2.837 m s.l.m. (Zentrum: 1.206 m s.l.m.)
Fläche/Dauer-
siedlungsraum:
109,0/10,4 km²
Fraktionen: Außerpichl, Innerpichl, Oberplanken, St. Magdalena-Niedertal, St. Magdalena-Obertal, St. Martin-Niedertal, St. Martin-Obertal, Unterplanken
Nachbargemeinden: Innervillgraten (T), Niederdorf, Rasen-Antholz, St. Jakob in Defereggen (T), Toblach, Welsberg
Postleitzahl: 39030
Vorwahl: 0474
ISTAT-Nummer: 021109
Steuernummer: 81006360218
Politik
Bürgermeister (2010): Paul Schwingshackl (SVP)

Gsies (ita.: Valle di Casies), oft auch Gsiesertal genannt, ist ein Seitental des Pustertals in Südtirol, das vor allem für seine Natur und Landschaft bekannt ist. In der Gemeinde befinden sich drei Dörfer mit 2261 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010): Pichl, St. Martin und St. Magdalena. Dazu gehören noch verstreute Weiler und Höfe.

Neben der Landwirtschaft wird Tourismus betrieben, welcher vielen Bergbauern den Unterhalt sichert. Trotzdem gehen mehr als die Hälfte der Berufstätigen außerhalb der Gemeinde einer Beschäftigung nach.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Pichl
St. Magdalena
Das Gsiesertal

Die urkundliche Ersterwähnung von Gsies als „Gesieze" erfolgte im 9. Jahrhundert.

Die heutige Gemeinde Gsies entstand 1929 durch Zwangszusammenlegung der bisher selbstständigen Gemeinden Pichl, St. Martin und St. Magdalena. Bis 1985 war Pichl Sitz der Gemeinde. 1953 wurde für die Gemeindeämter das Gemeindehaus in Durnwald neu erbaut. 1985 wurde der Sitz nach St. Martin verlegt.

[Bearbeiten] Geografie

Das Gsiesertal erstreckt sich auf etwa 22 km Länge. Das Einzugsgebiet des Gsieser Baches, der auf 1.071 m Meereshöhe in die Rienz mündet, beträgt 145 km².

Dazu zählen auch einige Nebentäler: das größere Karbachtal, das kleine Pfoital und das Verselltal.

Die Bergkette im Nordosten bildet die Grenze zu Österreich, ist aber nicht Teil des Alpenhauptkamms, der nördlich des Virgentales über die Hauptkette der Venedigergruppe verläuft. Während sonst im Vertrag von Saint-Germain der Alpenhauptkamm als Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien (Südtirol) festgelegt wurde, verläuft sie hier südlicher.

Westlich und nördlich liegt das Antholzer Tal, nordöstlich das (österreichische) Defereggental, östlich das (österreichische) Villgratental, im Süden das Pustertal. Hohe Berge sind im Westen der Ochsenfelder (2609 m) und die Regelspitze (2775 m), im Norden die Feldspitze (2837 m) und das Hochkreuz (2739 m), dazwischen liegt das Gsieser Törl, ein 2205 m hoch gelegener Sattel zum nördlichen Nachbartal (Defereggental). Im Osten erheben sich Riepenspitze (2774 m) und Heimwaldspitze (2755 m).

Im letzten Jahrhundert führten über diese Berge zahlreiche Schmugglerwege, die mit der Europäischen Freihandelszone aber ihre Bedeutung verloren.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Almen

Berglandschaft in Gsies

Es werden viele Almen in Höhenlagen ab 1700 bis über 2000 m bewirtschaftet, die zumeist über Forstwege mit Fahrzeugen erreichbar sind. Viele werden zur Erzeugung von Grünfutter für das Milchvieh im Tal genutzt. Das Melken der Kühe auf der Alm ist aufwändig, vorwiegend werden Jungkühe hinaufgetrieben. Der Auftrieb findet üblicherweise Mitte Juni statt, der Abtrieb Mitte Oktober. Viele Almhütten sind im Sommer und im Winter bewirtschaftet. Einige Almen:

  • Kradorfer Alm (1704 m)
  • Stumpfalm (1950 m)
  • Houfahitte (1833 m)
  • Uwaldalm (2042 m)
  • Weißbachalm (2112 m)

[Bearbeiten] Geologie

Vorherrschende Gesteinsart sind Alte Gneise, teilweise sind auch Einlagerungen von Antholzer Granit-Gneis zu finden. Das Gsiesertal wird von einer nach Nordosten verlaufenden Radonader durchzogen. Das geruchlose und hochradioaktive Gas tritt an manchen Stellen aus dem Boden aus und sammelt sich häufig in Kellern von älteren Gebäuden an. In der Gsieser Volksschule stellte man, nachdem Kinder über Kopfschmerzen klagten, eine besonders hohe Radonbelastung fest.

[Bearbeiten] Kultur

Zu den bekanntesten Gsieser Almfesten zählen die sogenannten Hiflafeste auf der Galfallalm. Dabei finden die traditionellen Feierlichkeiten über die geglückte Sauschba-Ernte (Sauschba = Johannisbeere) statt.

Ähnlich wie die Sarner sind auch die Gsieser Gegenstand vieler Witze, die mit den Ostfriesenwitzen vergleichbar sind (häufig auch einfache Adaptionen derselben). Die Gsieser selbst erzählen sich gerne Witze über die Villgrater, die Bewohner des benachbarten Tales Villgraten. Die beiden Täler Gsies und Villgraten sind heute durch die Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien getrennt. Allerdings pflegen die Gsieser und die Villgrater noch immer regelmäßig Kontakte zueinander.

Wie in vielen Alpenregionen, die vor der Zeit der Industrialisierung und des Massentourismus mehr oder weniger für sich isoliert lebten, entwickelten sich aus dem Dialekt eigene, lokale Begriffe. Einige davon, die man im Gsiesertal verwendet, sind Sauschba (Johannisbeere), Possl (spielen), Eare (Erde), Nunzn (Ameisen).

Ein historischer Bauernhof (das "olte Voadohiubn Haus") in St. Magdalena ermöglicht Einblicke in das frühere Leben auf einem kleinen Bergbauernhof. Es werden alte Werkzeuge und Geräte gezeigt sowie Führungen angeboten.

Die Naturbahnrodel-Weltmeisterschaft wurde hier 1990 und 1994 ausgetragen, außerdem die Naturbahnrodel-Juniorenweltmeisterschaft 2002.

Jährlich im Februar findet ein großer Skilanglauf-Wettbewerb, der Gsieser Tal-Lauf, statt.

[Bearbeiten] Bekannte Persönlichkeiten aus Gsies und Umgebung

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Gsies – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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