Gyttja

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Sedimentkern (in dem durchsichtigen Rohr)

Gyttja (auch Grauschlammboden oder Mudde genannt) ist ein subhydrischer Boden (Unterwasserboden) in gut durchlüfteten nährstoffreichen Gewässern. Der graue bis grauschwarze organismenreiche Schlamm besteht aus feinem mineralischem Material, das stark mit organischen Stoffen durchsetzt ist, die durch weitgehenden Abbau pflanzlicher und tierischer Stoffe entstanden sind. Gyttia-Böden bestehen aus einer gut durchmischten, an organischen Bestandteilen reichen humosen Lage (Fh-Horizont), die im Wesentlichen aus Kotpartikeln sedimentfressender Tiere aufgebaut ist, über dem wassergesättigten Mineralboden (G-Horizont).

Trockengelegte Böden dieses Typs sind nährstoffreich und mit hohem Wasserhaltevermögen, die bei Wechselfeuchte jedoch stark quellen und schrumpfen.

Ist der Schlamm sauerstofflos und daher kaum belebt, handelt es sich statt dessen um Faulschlamm (Sapropel). In sehr sauren, nährstoffarmen und dabei sauerstoffarmen Gewässern bildet sich ein als Dy oder Braunschlammboden bezeichneter Boden, dessen dünne organische Lage zu großen Teilen auf kolloidal ausgefällte organische Substanz zurückgeht.

Der Begriff Gyttia geht auf die schwedische Bezeichnung für „Schlamm“ oder „Schlick“ zurück und wurde von Hampus von Post 1862 in die wissenschaftliche Literatur eingeführt. [1]. Der weitgehend synonyme Begriff Mudde wurde als Fachbegriff durch C.A. Weber 1907 eingeführt.

Literatur[Bearbeiten]

  • P.Schachtschabel, H.P. Blume, G.Brümmer, K.H. Hartge, U. Schwertmann: Scheffer/Schachtschabel Lehrbuch der Bodenkunde. 12. Auflage 1989. Enke Verlag, Stuttgart ISBN 3-432-84772-6. p. 432 ff. Unterwasserböden (subhydrische Böden).

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Hampus von Post (1862): Studier öfver Nutidens koprogena Jordbildningar. Kgl. Svenska Vetensk. Akad. Handl. 4 Bd. No. l.

Weblinks[Bearbeiten]