Hämolytische Anämie
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| Klassifikation nach ICD-10 | ||
|---|---|---|
| D55-D59 | Hämolytische Anämien | |
| ICD-10 online (WHO-Version 2006) | ||
Hämolytische Anämie ist ein Oberbegriff für eine Gruppe von Anämien (Mangel an Blut), bei der die Zahl der roten Blutkörperchen durch einen gesteigerten Abbau zu niedrig ist. Durch den beschleunigten Abbau sinkt das durchschnittliche Alter der roten Blutkörperchen (normal sind ca. 120 Tage). Sie kann chronisch als angeborene oder erworbene Krankheit auftreten, oder akut, z. B. beim Transfusionszwischenfall.
[Bearbeiten] Ursachen
- korpuskulär (Ursache in den Erythrozyten)
- Defekt der Erythrozythenmembran: Kugelzellenanämie, Elliptozytose
- erythrozytärer Enzymdefekt: Glucose-6-PDH-Mangel, Pyruvatkinasemangel
- paroxysmale nächtliche Hämaturie
- extrakorpuskulär (Ursache außerhalb der Erythrozyten)
- Immunhämolysen (Zerstörung der Erythrozyten) durch eigene oder fremde (Graft-versus-Host-Reaktion) Abwehr
- mechanisch bedingt (z.B. durch Herzklappenersatz)
- toxisch-medikamentös bedingt,z.B. als bei der Kombinationstherapie der Hepatitis C mit Interferon alpha und Ribavirin häufig auftretende Nebenwirkung des Ribavirins (hierbei meist nach Therapieende gut reversibel)
- bei Infektionskrankheiten (z. B. Feline Infektiöse Anämie)
[Bearbeiten] Anzeichen
Allgemeine Anämiezeichen sind:
- Leistungsminderung
- Schwäche
- rasche Ermüdung
- Herzklopfen
- Atembeschwerden bei Belastung
- zentralnervöse Störungen
- Schwindel
- Kopfschmerz
- Ohrensausen
- Haut und Schleimhaut
- Blässe, bei hämolytischer Anämie können Haut und Schleimhaut durch die entstehenden Hämoglobinabbauprodukte gelblich erscheinen (Ikterus)
- Erhöhung des indirekten Bilirubins, der LDH und des Urobilinogens im Urin führt evtl. zum Ikterus (Gelbfärbung von Haut und Skleren)
Des Weiteren ist der Eisengehalt im Blut durch den gesteigerten Erythrozytenabbau erhöht und die Milz aus dem gleichen Grund vergrößert (Splenomegalie). Im Blutbild ist eine starke Erhöhung der Erythrozytenverteilungsbreite feststellbar, die zahl der Retikulozyten ist erhöht. Ebenso kommt es zu einer Verminderung des Haptoglobins
[Bearbeiten] Therapie
Je nach Ursache:
- Splenektomie (Milzentfernung)
- Infektprophylaxe
- Bluttransfusion
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