Habanera (Arie)

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Manuskript der Habanera aus dem 1. Akt (L'amour est un oiseau rebelle)

Habanera, oder L'amour est un oiseau rebelle (dt. Die Liebe ist ein wilder Vogel), ist der Name einer bekannten Arie aus Carmen, einer Oper von Georges Bizet. Die Oper wurde am 3. März 1875 in der Opéra-Comique in Paris uraufgeführt, das Libretto der Oper stammt von Henri Meilhac und Ludovic Halévy, wobei der Text der Arie von Bizet selbst verfasst wurde[1]. Die Habanera-Arie basiert auf "El Arreglito" von Sebastián de Yradier und erfreut sich auch außerhalb der Opern-Welt großer Beliebtheit. Als maßstabsetzend gilt nach wie vor die Interpretation von Maria Callas, an "ihrer" Habanera müssen sich auch heute noch alle Sängerinnen messen lassen. Die Arie wird im I. Akt von der Titelfigur, der Zigeunerin Carmen (Mezzosopran), gesungen, sie bringt darin ihre Gleichgültigkeit gegenüber den Liebesbeteuerungen und Annäherungsversuchen ihrer vielen Verehrer zum Ausdruck[2].

Musikalischer Aufbau[Bearbeiten]

Carmens Habanera ist für eine Mezzosopranstimme in der Tonart G-Dur und nach einem Tonartwechsel im 20. Takt, in E-Dur geschrieben. Die ersten 19, beziehungsweise 16, Takte mit der markanten chromatisch absteigenden Melodielinie der beiden Strophen erklingen in G-Dur, das Taktmaß sind langsame 2/4 - Noten. Bizet gibt die Tempobezeichnung Allegretto quasi Andantino vor und als Wert für das Metronom Quarter note with upwards stem.svg = 72 an. Die Viertelnote soll also mit 72 Schlägen pro Minute gespielt werden. Die Arie dauert mit ihren 88 Takten je nach Interpretation daher zwischen dreieinhalb und viereinhalb Minuten. Die musikalische Tonstärke beginnt zunächst mit einen äußerst leisen Music dynamic pianissimo.svg (pianissimo) und steigert sich am Ende zu einem triumphierenden Music dynamic fortissimo.svg (fortissimo) im Schlussakkord.[3]

Text (Auszug)[Bearbeiten]

L'amour est un oiseau rebelle
que nul ne peut apprivoiser,
et c'est bien en vain qu'on l'appelle,
s'il lui convient de refuser.
Rien n'y fait, menace ou prière,
l'un parle bien, l'autre se tait:
Et c'est l'autre que je préfère,
Il n'a rien dit mais il me plaît.
L'amour! L'amour! L'amour! L'amour!

Die Liebe ist ein wilder Vogel
den kein Mensch jemals zähmen kann,
ganz umsonst wirst du ihn rufen,
er löst sich stets aus deinem Bann.
Kein Schmeicheln hilft und keine Wut,
der Eine spricht, der Andere schweigt:
es ist der Andere den ich bevorzuge,
er sagte nichts, doch gefällt er mir.
Liebe! Liebe! Liebe! Liebe!

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutschlandfunk, Kalenderblatt (zum hundertsten Todestag widmete der Deutschlandfunk Ludovic Halévy diese Sendung), Ruth Fühner: "Die Angelegenheit ist für Meilhac [gemeint ist Henri Meilhac (Librettist)] und mich von nur geringer Bedeutung", schrieb er [gemeint ist Ludovic Halévy (Librettist)] kurz vor der Uraufführung von Georges Bizets Oper „Carmen“ im Jahr 1875. Er war irritiert von dem neuen dramatischen Gestus, den der Mann seiner Cousine auf die Opernbühne brachte. Außerdem zu sehr mit anderen Stücken beschäftigt, um Bizet, der ständig Änderungen verlangte, wirklich helfen zu können; so dass die berühmte Habanera denn auch der Text des Komponisten ist, nicht der des Librettisten.
  2. weitergehende Informationen zu Carmen, Opera-Guide
  3. Notenblatt des Musikverlags Choudens Père et Fils, Paris 1875 (PDF; 638 kB)