Hanna Aydın

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bischof Aydın

Mor Julius Hanna (Johannes) Aydın (* 2. April 1947 in Doğançay, Türkei) ist Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland. Von 2006 bis 2013 hatte er seinen Sitz im syrisch-orthodoxen St. Jakob von Sarug Kloster in Warburg.

Am 1. Dezember 2012, in Anwesenheit von Patriarch Ignatius Zakka Iwas übergab er das Kloster an Erzbischof Philoxenos Matthias Nayis.

Er hat nun seinen Hauptsitz in Delmenhorst, von wo er die Belange der syrisch-orthodoxen Kirche in den Bereichen Ökumene sowie staatliche Angelegenheiten steuert. Die pastorale Betreuung der Gemeinden St. Johannes Delmenhorst und St. Jakob Ganderkese unterliegen ebenfalls seiner Obhut.[1]

Leben[Bearbeiten]

Mor Julius Hanna Aydin mit Patriarch Zakka Iwas
Mor Julius Hanna Aydin mit Papst Benedikt XVI.

Der Sohn des Cello Aydın und der Sara (aramäischer Herkunft), geb. Çelik, machte nach Abschluss der Volksschule eine Lehre als Schmied und leistete den vorgeschriebenen Wehrdienst in der türkischen Armee.

1969-1972 besuchte er das Österreichische Kolleg St. Georg in Istanbul. 1972 bis 1978 studierte er Theologie in Beirut und Schwaz (Österreich). 1978 bis 1980 war er Sekretär bei Bischof Mor Julius Yeshu Çiçek. 1980 bis 1982 folgte ein Hochschulstudium an der Katholischen Universität Eichstätt, an der er 1983 bis 1987 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Lehrstuhls für Alte Kirchengeschichte wirkte.

Nach Tätigkeit in der Seelsorge 1987 bis 1992 war er 1992 bis 1996 erneut Bischofssekretär. Seit 1997 ist er Abt des Klosters St. Jakob von Sarug in Warburg und war Leiter des dortigen Priesterseminars. 2002 wurde Hanna Aydın durch das St. Ephrem Ecumenical Research Institute in Kottayam (Indien) zum Dr. phil. promoviert. Seit Februar 2006 ist er Patriarchalvikar für Deutschland als Nachfolger von Mor Dionysios İsa Gürbüz. Seine Bischofsweihe erfolgte am 18. Februar 2007 in der St. Petrus und Paulus Kirche in Saidnaya bei Damaskus, Syrien.

Laut Presseberichten wurde er am 15. April 2010 von drei Unbekannten in seinem Kloster in Warburg überfallen, beraubt und schwer verletzt[2] Als Drahtzieher des Anschlags verdächtigte die Bielefelder Polizei einen früheren Diözesanrat der syrisch-orthodoxen Kirche.[3] Dieser wurde im Dezember 2011 nach einem halben Jahr Untersuchungshaft zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt, nachdem die eigentlichen Täter wegen schweren Raubes zu Haftstrafen zwischen viereinhalb und sieben Jahren verurteilt worden waren.[4]

Im Dezember 2011 wurde Mor Jullius Hanna Aydin in der Neuen Westfälischen interviewt und zeigte sich besorgt über die Geschehnisse in Syrien. Im Bericht aus Warburg wurden die Sorgen des Bischofs hinsichtlich der Proteste in Syrien 2011 geschildert.[5]

Seit dem 9. Dezember 2012 hat Erzbischof Mor Julius Dr. Hanna Aydin seinen Sitz in Delmenhorst/Niedersachsen. Er übernimmt die pastorale Verantwortung für die Gemeinde St. Johannes (Mor Juhanun D'Kfone) Delmenhorst und für St. Jakob (Mor Jahkub) Ganderkese. Zudem ist er verantwortlich für die gesamtdeutschen Belange der syrisch-orthodoxen Kirche in Bereich Ökumene sowie für alle staatlichen Angelegenheiten.

Am 12. Mai 2013 wurde die offizielle Begrüßung in Delmenhorst vor rund 1000 Gästen gefeiert. [6]

Werke[Bearbeiten]

  • Das Mönchtum im Tur-Abdin. Das Leben der Mönche im Tur-Abdin in der Gegenwart. Bar-Hebraeus, Glane 1988, ISBN 90-5047-006-8, (Diplomarbeit).
  • Die syrisch-orthodoxe Kirche in Antiochien. Ein geschichtlicher Überblick. Bar Hebraeus, Glane 1990, ISBN 90-5047-009-2, (Referat: Kongreß: Christian Solidarity International (CSI) in Zürich/Schweiz am 7. Mai 1983).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.pro-oriente.at/?site=ne20121209115553
  2. http://www.yauno.com/index.php?modul=article&action=show&id=1825
  3. Neue Westfälische, 22. September 2010: Bischof Julius zieht aus, ein Abt wird kommen
  4. Jutta Steinmetz: PADERBORN: Anstifter des Überfalls auf Bischof Aydin verurteilt, Neue Westfälische, 17. September 2011, Zugriff am 16. Dezember 2011
  5. Jessica Kleinehelftewes: WARBURG: "Niemals schriftlich", Neue Westfälische, 8. Dezember 2011, Zugriff am 16. Dezember 2011
  6. Delmenhorst: "Über 1000 Besucher begrüßen neuen Bischof", Delmenhorster Kreisblatt, 13. Mai 2013, Zugriff am 13. Mai 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Julius Hanna Aydin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Dionysios İsa Gürbüz Syrisch-orthodoxer Bischof für Deutschland
2006-2012
Philoxenos Matthias Nayis