Hart Crane

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Hart Crane (* 21. Juli 1899 in Garrettsville, Ohio; † 26. April 1932 in Florida) war ein amerikanischer Dichter.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Hart Crane wurde 1899 in Garrettsville in Ohio geboren. Sein Vater war Clarence A. Crane, ein erfolgreicher Geschäftsmann in der Süßwaren-Industrie, seine Mutter Grace Edna Hart. Die Ehe der Eltern verlief konfliktreich und endete 1916 in einer Scheidung. Hart Crane wuchs in Portage, Trumbull und Cuyahoga auf. Crane wurde besonders durch seine Mutter in die zahllosen Ehestreitigkeiten mit hineingezogen, so dass der Sohn gegen den Vater aufgebracht wurde. Crane verbrachte lange Abschnitte (1909-1916) seiner Kindheit bei seiner Großmutter mütterlicherseits, in deren Anwesen er sich früh mit Lyrik und Literatur beschäftigte. Zeit seines Lebens gelang es ihm nicht, sich vollständig von dem Einfluss seiner Mutter - bzw. seiner gesamten Familie - zu lösen. Eine Versöhnung mit seinem Vater, der nach der Scheidung noch zweimal verheiratet war, kam erst ein Jahr vor Cranes Tod zustande.

Mit 16 Jahren veröffentlichte Crane sein erstes Gedicht. Er schloss die High School nicht ab, erhielt aber im Alter von 17 Jahren von seinen Eltern die Erlaubnis, sich in New York auf ein Studium vorzubereiten. Zu dieser Zeit arbeitet er als Reporter für den Plain Dealer in Cleveland und als Süßwaren-Verkäufer in einer Apotheke. In New York war Hart Crane als Werbetexter tätig. Während dieser Zeit wechselte Crane oft die Wohnungen und lebte zusammen mit einigen Freunden auf verschiedenen Farmen im Süden des Staates Connecticut.

Crane wurde als psychisch instabiler, leicht erregbarer und übersensibler Charakter beschrieben, der in unberechenbarer Weise von höchster Euphorie in tiefste Depression fallen konnte.

Künstlerisches Wirken[Bearbeiten]

Mit einem Guggenheim-Stipendium war er in der Lage, in der Karibik und Mexiko zu leben und zu arbeiten. Literarische Anregungen erhielt Crane bei den französischen Symbolisten, bei Walt Whitman, Algernon Swinburne, T. S. Eliot, den Metaphysical Poets und den Seeromanen Melvilles. Er veröffentlichte zwei Gedichtbände, White Buildings (1926) und The Bridge (1930), deren Publikationen von Geldsorgen und zudem schlechten Kritiken, insbesondere für The Bridge, begleitet wurden.

Am 27. April 1932 nahm er sich das Leben, indem er von Bord des Schiffes S.S. Orziba in den Golf von Mexiko sprang. Seine Leiche wurde nie gefunden.

Werk[Bearbeiten]

Zu seinen bekanntesten Gedichten zählen The Bridge und Voyages, in denen er insbesondere seine Erfahrungen als Homosexueller in einer feindlichen Umgebung thematisiert.

Literatur[Bearbeiten]

  • The Complete Poems of Hart Crane. Edited by Waldo Frank. Liveright Publishing, New York NY 1933 (Edited by Waldo Frank. (= Anchor Doubleday Books A 128). Doubleday & Co., Garden City NY 1958; The Centennial Edition. Edited by Marc Simon, with a new Introduction by Harold Bloom. Liveright, New York NY u. a. 2001, ISBN 0-87140-656-X).
  • Joseph Schwartz: Hart Crane. An Annotated Critical Bibliography. Lewis, New York NY 1970, ISBN 0-912012-11-0.
  • Hart Crane: Die Brücke. Ein Gedicht. Aus dem amerikanischen Englisch und kommentiert von Ute Eisinger. Mit einem Nachwort von Klaus Reichert. Jung und Jung, Salzburg/Wien 2004, ISBN 3-902144-71-8 (Text deutsch und englisch).
  • Hart Crane: Weiße Bauten. Gedichte (= luxbooks.americana). Aus dem Amerikanischen von Christian Lux. Mit einem Nachwort von Timothy Donelly und Illustrationen von Bruno Zaid. Christian Lux, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-939557-22-7.
  • John Unterecker: Voyager. A Life of Hart Crane. Farrar, Straus & Giroux, New York NY 1969.
  • Roger Ramsey: A Poetics of „The Bridge“. In: Twentieth Century Literature: Bd. 26, 1980, ISSN 0041-462X, S. 278–293.
  • Alfred Hanley: Hart Crane's Holy Vision: „White Buildings“. Duquesne University Press, Pittsburgh PA 1981, ISBN 0-8207-0151-3.
  • David R. Clark (Hrsg.): Critical Essays on Hart Crane G. K. Hall, Boston MA 1982, ISBN 0-8161-8380-5.
  • Paul Giles: Hart Crane. The Contexts of „The Bridge“. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1986, ISBN 0-521-32074-7.
  • Warner Berthoff: Hart Crane. A Re-introduction University of Minnesota Press, Minneapolis MN 1989, ISBN 0-8166-1701-5.

Weblinks[Bearbeiten]