Helicodiscidae

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Scheibchenschnecken
Grünliche Scheibchenschnecke (Lucilla scintilla)

Grünliche Scheibchenschnecke (Lucilla scintilla)

Systematik
Unterklasse: Orthogastropoda
Überordnung: Heterobranchia
Ordnung: Lungenschnecken (Pulmonata)
Unterordnung: Landlungenschnecken (Stylommatophora)
Überfamilie: Punctoidea
Familie: Scheibchenschnecken
Wissenschaftlicher Name
Helicodiscidae
Baker, 1927

Die Helicodiscidae sind eine Familie der Schnecken aus der Unterordnung der Landlungenschnecken (Stylommatophora). Es handelt sich meist um kleine Arten mit flachem Gehäuse. Derzeit sind ca. 20 Arten der Familie bekannt.

Merkmale[Bearbeiten]

Die rechtsgewundenen Gehäuse sind relativ klein (unter 5 mm Durchmesser) und stark abgeflacht bis fast scheibenförmig. Es werden meist nur etwa 4 Windungen, max. sechs Windungen gebildet. Die Embryonalwindungen weisen sehr feine Spiralstreifen oder Punkte auf, die späteren Windungen meist kräftige Spiralknoten oder Spiralstreifen. Selten sind die Gehäuse glatt. In die Mündung ragen Zähne oder Lamellen hinein, die allerdings bei einigen Arten auch fehlen können. Die Zähne werden während des Wachstums periodisch resorbiert und neu gebildet. Der Nabel ist sehr weit und offen.

Die meisten Formen sind, soweit bekannt, blind und besitzen keine Augen mehr, eine Anpassung an ihre unterirdische Lebensweise. Der Kiefer besteht aus zahlreichen, sehr schmalen senkrecht stehenden Platten. Die Pedal- und Suprapedalgruben vereinigen sich auf dem hinteren Ende des Fußes. Die Nieren sind grob rechteckig oder grob dreieckig, und der Rektallobus ist nur schwach ausgebildet oder fehlt.

Im Geschlechtsapparat sind Prostata und Uterus vereinigt. Der Samenleiter tritt im distalen Teil Der Epiphallus ist sehr kurz oder ist nicht ausgebildet. Die innere Oberfläche des Penis ist glatt oder mit einem Paar Stimulatoren versehen. Ein penialer Blindsack kann vorhanden sein oder auch fehlen. Der Penisretraktor setzt am Epiphallus, wenn vorhanden, oder am distalen Ende des Penis an. Die Basis des Stiels der Spermathek ist nicht vergrößert.

Geographische Verbreitung, Vorkommen und Lebensweise[Bearbeiten]

Die Familie ist auf den Westindischen Inseln, Zentral- und Nordamerika, Westeuropa, Madeira, Philippinen, Indonesien, Neuguinea, auf den Salomonen, Neukaledonien und in Nordaustralien beheimatet. Viele Arten leben in der Erde und haben daher ihre Augen reduziert.

Systematik[Bearbeiten]

Die Familie der Helicodiscidae wird zur Überfamilie der Punctoidea gerechnet. Einige Autoren erkennen ihr lediglich Unterfamilienstatus zu und stellen sie in die Familie der Punktschnecken (Punctidae).[1]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Philippe Bouchet & Jean-Pierre Rocroi: Part 2. Working classification of the Gastropoda. Malacologia, 47: 239-283, Ann Arbor 2005 ISSN 0076-2997
  • Michael P. Kerney, R. A. D. Cameron & Jürgen H. Jungbluth: Die Landschnecken Nord- und Mitteleuropas. 384 S., Paul Parey, Hamburg & Berlin 1983 ISBN 3-490-17918-8
  • Anatolij A. Schileyko: Treatise on recent terrestrial pulmonate molluscs. Part 8. Punctidae, Helicodiscidae, Discidae, Cystopeltidae, Euconulidae, Trochomorphidae. Ruthenica, Supplement, 2(8): 1035-1166, Moskau 2002 ISSN 0136-0027

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Molluscs of central Europe - Genus Lucilla

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Helicodiscidae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien