Herbert Baumann (Komponist)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Herbert Baumann (* 31. Juli 1925 in Berlin) ist ein deutscher Komponist und Dirigent.

Leben[Bearbeiten]

Als Sohn eines Kaufmanns machte Baumann 1943 auf dem Schillergymnasium in Berlin-Lichterfelde das Abitur.[1] Nach dem Schulbesuch wurde Baumann im Alter von 18 Jahren zur Wehrmacht einberufen und im Kriegseinsatz von Granatsplittern getroffen. Das Kriegsende erlebte er in Bayern. Wieder in seine Heimatstadt Berlin zurückgekehrt, folgte er dem Wunsch des Vaters, Architektur zu studieren. Mit dessen Einverständnis wechselte er kurze Zeit später an das „Internationale Musikinstitut Berlin“. Sein Grundstudium endete bereits 1947 mit einem Engagement als Direktor für Bühnenmusik am Deutschen Theater Berlin. Komposition studierte er weiter bei Paul Höffer und später bei Boris Blacher. Er wurde Theatermusiker und blieb es dreißig Jahre lang. 1970 gelang Baumann der Sprung nach München an das Residenztheater. Bis 1963 schrieb er 45 Bühnenmusiken. Heute sind es insgesamt mehr als 500. Zudem komponierte er zwischen 1957 und 1983 die Musik zu sechs Kinofilmen und 30 Fernsehfilmen, darunter auch mehrteilige Serien. Wenn auch Bühnen- und Filmmusik das Zentrum seiner musikalischen Tätigkeit bilden, so hat er sich ebenfalls als Instrumentalkomponist einen Namen gemacht. 1998 wurde die „Herbert-Baumann-Stiftung“ errichtet, die sich der Förderung der Musik verschrieben hat.

Das gesamte Oeuvre (Manuskripte, gedruckte Werke, CDs etc.) ist bei der Bayerischen Staatsbibliothek einzusehen, teilweise auch auszuleihen. Ferner sind in der Deutschen Nationalbibliothek (Leipzig, Berlin, Frankfurt/Main) sämtliche Druckwerke u. a. zu finden. Siehe auch Bielefelder Katalog. Beim Hans-Schneider-Verlag, Tutzing, ist in der Reihe „Komponisten in Bayern“ eine umfangreiche Monographie (160 Seiten) erschienen. Im Mai 2013 erschien im Allitera-Verlag „DUETTO CONCERTANTE / Herbert und Marianne Baumann - ein Komponistenleben“ von Daniele Weidenthaler (152 Seiten, zahlreiche Abbildungen).

Ehrungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • Kammerkonzert Nr. 1 für Flöte, Oboe und Streichinstrumente, 1948
  • Spanische Tänze für Orchester, 1950
  • Musik für Orchester, 1951
  • Kammerkonzert Nr. 2 für Violine, Streichorchester und Cembalo, 1951
  • Sonate für 3 Blockflöten, 1953
  • Italienische Suite für Orchester, 1955
  • Rotor für Orchester, 1956
  • Mexikanische Suite für Orchester, 1959
  • Robin Hood für Orchester, 1961
  • Saarländische Zupfmusik, 1962
  • Der Ball der Diebe, 1965
  • Romeo und Julia auf dem Dorfe für Orchester, 1968
  • Zupfmusik '73, 1973
  • Toccata concertante für Orchester, 1974
  • Alice im Wunderland, Ballett, 1984
  • Rumpelstilzchen, Ballett, 1986
  • Concerto Capriccioso für Solomandoline und Zupforchester, 1989
  • Synkopen für Streichorchester, 1988
  • Würzburger Konzert für 2 Gitarren und Streichorchester, 1991
  • Sequenzen für Zupforchester, 1993
  • Vögel, Früchte und Wind für Gitarre und Zupforchester, 1995
  • Sydney Ouverture für Zupforchester, 1998
  • Gioco per due für Oboe und Fagott, 2014 (Verlag Neue Musik)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Herbert Baumann. Abgerufen am 10. Januar 2014.
  2. Auskunft des Bundespräsidialamtes