Herschell Gordon Lewis

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Herschell Gordon Lewis (* 15. Juni 1929 in Pittsburgh, Pennsylvania, USA) ist ein US-amerikanischer Filmemacher und Werbefachmann. Er gilt als erster Filmemacher, der explizite Gewaltszenen des Schauwertes wegen in seinen Filmen hatte und somit als Begründer des Splatter- und Gore-Genres. Oft wird er mit dem Titel „Godfather of Gore“ versehen.

In seinem ersten Film The Prime Time (1960) war er lediglich als Produzent tätig. Daraufhin übernahm er die Regie in einigen Filmen des damals sehr lukrativen ’’Nudisten-Camp-Genre’’ für den Produzenten David F. Friedman (Für den ersten dieser Filme schrieb Hugh Hefner das Drehbuch: Living Venus (1961)). Als immer mehr Filmemacher Nudistenfilme drehten (z. B. Doris Wishman), suchten sich Lewis und Friedmann ein neues Genre, in welchem mit geringen Produktionskosten große Gewinne zu machen wäre. Inspiriert wurde Lewis von einem Film, den er sah, in dem ein Mann mit einem Maschinengewehr erschossen wird und man keine Einschüsse und kein Blut sah. 1963 wurde Blood Feast gedreht, der erste Film mit expliziten Splatterszenen der Geschichte. Schnell folgten Two Thousand Maniacs! (1964) und Color Me Blood Red (1965). Mit letzterem endete die Zusammenarbeit mit Friedmann, Lewis produzierte die weiteren Filme selbst. Die Szenen expliziter Gewalt steigerten sich von Film zu Film bis hin zu Wizard of Gore (1970).

Mitte der 1970er Jahre zog sich Lewis aus dem Filmgeschäft zurück und startete eine zweite Karriere in der Werbeindustrie. Einige seiner Bücher über Effekte in der Werbung gelten mittlerweile als Standardwerke und wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

2002 kehrte er dann doch wieder auf den Regiestuhl zurück und drehte Blood Feast 2: All U Can Eat.

Trivia[Bearbeiten]

  • Sein Film Monster A Go Go (1965) wurde in der Internet Movie Database zum drittschlechtesten Film aller Zeiten gewählt.
  • Sein verschollener Film Linda and Abilene (1969) wurde im Frühsommer 1969 auf der Spahn Movie Ranch gedreht, die damals von Charles Manson und seiner Sippe bewohnt wurde (Siehe dazu das Interview von Thomas Gaschler im Fanzine HOWL).
  • Bekannt wurden seine Trailer, vor denen alle schwangeren oder herzkranken Zuschauer gewarnt werden, das Kino zu verlassen, bevor der Trailer beginnt. Während den Trailern spricht oft eine Stimme beruhigend auf die Zuschauer ein ‚Remember! It’s just a movie’.
  • Wegen Steuerhinterziehung saß Lewis auch einige Zeit im Gefängnis. Als er wieder herauskam, hatte seine Vermieterin die Filmkopien auf dem Speicher weggeworfen, er dachte schon, die Filme wären für immer verloren. Für ihn war dies der Tiefpunkt seines Lebens. In einigen Autokinos wurden später einzelne Kopien gefunden, so dass heute viele seiner Filme auf DVD zugänglich sind.
  • John Waters hält Lewis und Russ Meyer für die größten amerikanischen Filmemacher. Lewis vor allem aufgrund seiner Vermarktungsideen wie der Trailerwarnungen oder Kotztüten vor den Filmen zu verteilen.
  • Bei den Dreharbeiten zu Two Thousand Maniacs! wusste die gesamte Kleinstadt nicht, dass sie in einem Splatterfilm verrückte Hinterwäldler spielen und waren dementsprechend verärgert. 2005 wurde eine Fortsetzung 2001 Maniacs gedreht.
  • Der Film Bloodsucking Freaks basiert auf Herschells The Wizard of Gore.
  • In der kanadisch-US-amerikanischen Filmkomödie Juno (Film) zeigt der zukünftige Adoptivvater von Junos Baby, Mark, Juno The Wizard of Gore. Zuvor hatte sie bestritten, dass Herschell Gordon Lewis der "ultimative Meister des Horrors" sei.

Die wichtigsten Filme[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]