Het

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Dieser Artikel behandelt ein indigenes Volk. Zu weiteren Bedeutungen, siehe HET.

Die Het (Eigenbezeichnung), auch als Pampas bekannt, waren ein indigenes Volk, das die Pampa-Ebene auf dem Territorium des heutigen Argentinien bis ins 18. Jahrhundert hinein bewohnte. Heute sind sie als eigene kulturelle Gruppe ausgestorben, ihre Sprache wird schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts wegen der Araukanisierung (Übernahme der Kultur der Mapuche) nicht mehr gesprochen.

Von den Guaraní wurden die Het als Querandíes (Querandí[1]) bezeichnet, von den Mapuche dagegen als Puelche (wobei letztere Bezeichnung allerdings auch die weiter südlich wohnenden Tehuelche mit einbezog). Beide Bezeichnungen sind neben Het heute weiterhin geläufig.

Die Het waren sehr eng mit den Völkern des heutigen Patagoniens (Tehuelches) verwandt, weshalb sie oft mit diesen zu einer Gruppe pampeano-patagónico oder pámpidos zusammengefasst werden. Ebenfalls relativ eng ist die Verwandtschaft zu den Charrúas (aus dem heutigen Uruguay) und den Guaycurú (in Nordostargentinien, z.B. Tobas und Mocovíes).

Aufgeteilt waren die Het in drei Untergruppen: die chechehet, didiuhet und taluhet.

Verbreitung[Bearbeiten]

Bei Eintreffen der Spanier bewohnten die Het die heutigen argentinischen Provinzen Buenos Aires, La Pampa, den Süden von Santa Fe und Córdoba sowie die Flachlandregionen von San Luis und Mendoza. Sie wurden im Laufe der Zeit in den Süden dieses Gebiets Richtung Patagonien zurückgedrängt.

Guanako-Quillango (ca. 1905)

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Het waren Nomaden und Jäger und Sammler, Landwirtschaft kannten sie nicht. Sie jagten Nandus, Guanakos und andere Pampatiere. Da sie das Pferd bis zur Epoche der Araukanisierung nicht kannten, waren sie auf schnelles Laufen angewiesen. Als Hilfsmittel für die Jagd benutzten sie neben Pfeil und Bogen auch die Boleadoras und die piedra-perdida, beide eine Art Lasso mit Kugeln als Gewichte, mit denen sie ihre Beute zu Fall brachten. Die Boleadoras gingen später in die Gaucho-Kultur ein.

Als Nomaden wohnten die Het in provisorischen Behausungen aus Guanako-Leder. Auch ihre Kleidung, das quillango, und ihre Schuhe (Mokassins) wurde aus dem Fell dieses Tieres hergestellt. Bei besonderen Angelegenheiten bemalten sie ihre Gesichter.

Araukanisierung[Bearbeiten]

Die Het waren neben den Tehuelche eine der Ethnien, die am stärksten durch die Araukanisierung betroffen waren. Sie übernahmen im Laufe des 18. Jahrhunderts die Sprache und Kultur der technologisch weiter entwickelten Mapuche oder Araukaner, die aus dem zentralen Chile stammten. Daher kann man heute über die Beschaffenheit der eigenen Sprache der Het nur spekulieren, es haben sich nur sehr wenige Begriffe bis heute erhalten können.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die La Plata-Länder von Herbert Wilhelmy, Wilhelm Rohmeder, 1963, S.151