Charrúa

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Dieser Artikel beschreibt eine indigene Ethnie aus Uruguay namens Charrúas. Las Charrúas ist zudem ein Ort in der argentinischen Provinz Entre Ríos. Zum uruguayisch-deutschen Musik- und Tanzpädagogen siehe José Posada-Charrúa.
Charúa-Krieger (Jean-Baptiste Debret)

Die Charrúa gehörten zu den indigenen Völkern Südamerikas aus der Region Uruguay, dem nordöstlichen Argentinien und dem südlichen Brasilien. Sie waren Nomaden, wohnten in Zelten und lebten von der Nahrungssammlung und dem Fischfang. Im 19. Jahrhundert wurden sie ausgerottet.

Allgemeine Vorgeschichte[Bearbeiten]

Es wird geschätzt, dass die fruchtbaren Gebiete des heutigen Uruguay seit etwa 7000 v. Chr. durch Menschen besiedelt wurden, die nomadisch in kleinen Gruppen lebten. Die Besiedelung war jedoch aufgrund von Klimaänderungen sehr dünn. Die indianischen Ureinwohner des Landes werden als Fuéguidos, Láguidos und Pámpidos bezeichnet.

Geschichte der Charrúas[Bearbeiten]

Das erste Volk, welches sich als solches später herauskristallisierte, waren die Charrúa. Erste Spuren wurden jedoch nur von einer später fortgeschritteneren Zivilisation gefunden, die neben der Fischerei dann Landwirtschaft betrieb und auch Keramik kannte. Da die Schrift bei diesem Volk unbekannt war, ist von den Charrúas heute so gut wie nichts bekannt. Bei der Ankunft der Europäer waren die Charrúas ein kleines von den Guaranì bedrohtes Volk. Dieses wehrte sich heftig gegen die eindringenden Spanier, so dass der Entdecker und seine Mannschaft im gleichen Jahr von dem einheimischen Indianerstamm getötet wurden.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts verschwanden die Charrúas nach und nach, bedingt durch die Verfolgung durch die Europäer. 1831 ereignete sich das Massaker von Salsipuedes, bei dem 40 Charrúas getötet und 300 gefangen genommen wurden. Die Spanier haben drei Charrúas auf die Iberische Halbinsel überführt und mumifiziert. Heute können diese Mumien in einem spanischen Museum besichtigt werden.

Am 21. Juli 2002 wurde das Skelett des letzten Häuptlings des Eingeborenenstammes der Charrúas, Vaimacá Pirú, von Paris nach Montevideo rücküberführt. Es war 169 Jahre lang im Pariser Musée de l'Homme ausgestellt. Der Häuptling war 1833 von einem Unternehmer als „Ausstellungsobjekt“ nach Frankreich verschleppt worden – zusammen mit drei seiner Untertanen, darunter eine schwangere Frau, die in Paris eine Tochter zur Welt brachte. Zwei der vier Indios starben in einem „Anthropologischen Garten“, weil sie die Nahrungsaufnahme verweigerten. Die anderen „Attraktionen“ verkaufte der Unternehmer an einen Zirkus.

Die heute lebenden Nachfahren der Charrúas sind mestizisiert.

Weblinks[Bearbeiten]