Hirse-Segge

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Hirse-Segge
Hirse-Segge (Carex panicea)

Hirse-Segge (Carex panicea)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Seggen (Carex)
Art: Hirse-Segge
Wissenschaftlicher Name
Carex panicea
L.

Die Hirse-Segge[1] (Carex panicea), auch Schwadenried genannt,[2] ist eine Pflanzenart aus der Gattung Seggen (Carex) innerhalb der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration
Blütenstand mit oben männlichen und darunter weiblichen Ährchen

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Hirse-Segge ist eine überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze,[1] die Wuchshöhen von etwa 10 bis 50 Zentimetern erreicht. Die oberirdischen Pflanzenteile sind graugrün und kahl. Die graugrünen Blattspreiten sind etwa 2 bis 6 mm breit und erst später häufig oberseits glänzend, jedoch ohne Spaltöffnungen.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Die Hirse-Segge ist eine Verschiedenährige Segge. Sie besitzt ein gestieltes, aufrechtes männliches Ährchen, das die zwei bis drei weibliche Ährchen überragt. Die aufrechten gestielten weibliche Ährchen sind bei einer Länge von 0,5 bis 4 Zentimetern walzenförmigen und lockerblütig. Die gelbbraune Scheide des Tragblattes ist nicht aufgeblasen. Die nervenlosen glatten Schläuche bilden einen kurzen dicken Schnabel aus. Es sind drei Narben vorhanden[1].

Ökologie[Bearbeiten]

Bei der Hirse-Segge handelt es sich um einen helomorphen, mesomorphen Hemikryptophyten. Sie vermehrt sich auch vegetativ mit Hilfe ihres Rhizomes oder von unterirdischen Ausläufern.

Die Bestäubung erfolgt durch den Wind (Anemophilie). Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt durch den Wind (Anemochorie) und durch Klettausbreitung sowie Selbstausbreitung.[1] Die Samen sind kältekeimend.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Hirse-Segge ist von Europa bis Teilen Westasiens verbreitet. Im östlichen Nordamerika gilt sie als Neophyt.

In Mitteleuropa ist sie häufig, sie fehlt dort aber in kleineren Gebieten, vor allem im Tiefland und in niederschlagsarmen Landschaften; an ihren Standorten ist sie meist nicht zahlreich vorhanden. Sie steigt in den Alpen bis zur Waldgrenze auf.[3] Sie besiedelt in Mitteleuropa Flachmoore, Sumpfwiesen und Gräben, sie geht auch auf lichte Waldwege.[3] Die mäßig nährstoffanspruchsvolle Hirse-Segge gedeiht in Deutschland an teils überfluteten Gewässerrändern, Nieder- und Quellmooren und auf feuchten Magerrasen. Sie ist in ganz Deutschland außer in den Mitteldeutschen Trockengebieten verbreitet.

Die Hirse-Segge gedeiht am besten auf zumindest mäßig basenreichen, oft etwas sauren und zumindest feuchten oder sogar nassen Böden, die torfig, schlammmig oder lehmig sein können. Sie erträgt schwache Stickstoffdüngung gerade noch.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Kritischer Band. Fischer, Jena, 1994. ISBN 3-3346-0830-1
  • E. Foerster: Seggen, Binsen, Simsen und andere Scheingräser des Grünlandes - Ein Schlüssel zum Bestimmen im blütenlosen Zustand (Manuskript Kleve-Kellen März 1982)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Carex panicea L., Hirse-Segge. In: FloraWeb.de.
  2. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 82 (online).
  3. a b c  Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 5: Schwanenblumengewächse bis Wasserlinsengewächse, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hirse-Segge (Carex panicea) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]