His Master’s Voice

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His Master’s Voice Plattenlabel, September 1928

His Master’s Voice (dt.: Die Stimme seines Herrn, frz.: La Voix de son Maître, ital.: La voce del padrone) ist der weltweit bekannte Markenname verschiedener Plattenlabel.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name und das dazugehörige Logo gehen auf den Maler Francis Barraud zurück, der 1898 seinen drei Jahre zuvor verstorbenen Hund Nipper beim Lauschen eines Edison-Phonographen porträtiert hatte. Die unter anderem durch Emil Berliner neu gegründete Gramophone Company kaufte ihm das Bild inklusive Urheberrecht im Jahr 1899 für insgesamt 100 Pfund ab, um es in ihren Zeitungsannoncen zu verwenden. Bedingung war allerdings, dass der ursprünglich dargestellte Edison-Phonograph durch ein Berliner-Grammophon übermalt wurde, was auch geschah. Dieses Originalgemälde bildet bis heute den Blickfang der Eingangshalle des Hauptfirmengebäudes in Hayes. Weitere 15 ähnliche Werke wurden noch geordert, wovon sich eines heute in Wien bei einem Plattenlabel befindet.

„His Master’s Voice“ im Phonomuseum „Alte Schule“

Zunächst wurde das Logo in Anzeigen verwendet. Ab 1903 ist seine Verwendung auf den charakteristischen Blechdöschen, in denen Grammophonnadeln, in Sets mit um die 100 Nadeln, verfügbar waren, belegt. Das Logo wurde in der Folge so populär, dass die Gramophone Company den Namen ihres Plattenlabels Gramophone Records im Jahr 1909 in „His Master’s Voice“ änderte und es damit fortan auch auf den Platten selbst im Schriftfeld auf der Mitte sowie an vielen weiteren Stellen zu finden war.

Emil Berliner hatte sich 1900 auch für die von ihm mit gegründete Deutsche Grammophon Gesellschaft das Warenzeichen „His Master’s Voice“ und Nipper als Werbemotiv gesichert, insbesondere um damit den amerikanischen Markt zu bedienen. 1924 verkaufte Berliner die Amerika-Rechte an dem Warenzeichen an die Victor Talking Machine Company, die 1929 in der RCA aufging. Die Thomson-Gruppe, zu der RCA-Victor heute gehört, ist Rechteinhaber des Warenzeichens für den amerikanischen Kontinent. Ein letztes Andenken an diese erste Phase der Plattenindustrie in Deutschland ist ein Standbild von Nipper vor der früheren Firmenzentrale der Deutschen Grammophon in Hannover.

In Europa und den Commonwealth-Ländern gingen die Rechte an dem Warenzeichen „His Master’s Voice“ auf die 1931 gegründete EMI über, die Nachfolgerin der Gramophone Company/HMV. EMI benutzt das Logo seit 2001 wieder als Cover-Motiv seiner CD-Serie Nipper Collection mit Wiederveröffentlichungen älterer Klassik-Aufnahmen. Auch die Plattenladenkette HMV, die aus der EMI Group hervorging und in Großbritannien zu den Marktführern zählt, steht in der Tradition dieses Warenzeichens.

In Japan blieben die Rechte bei der Victor Company of Japan (JVC), der ehemaligen japanischen Tochter von Victor Talking Machine Company.

Schlagzeilen[Bearbeiten]

In die Schlagzeilen kam das Unternehmen, als im Februar 2013 während der Kündigung von 60 Mitarbeitern diese kurzfristig den Twitter-Account des Unternehmens kaperten und über ihre eigene Kündigung berichteten. Als das Unternehmen wieder den Account übernehmen konnten und die Beiträge löschte, waren allerdings bereits zahlreiche Screenshots versendet.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Fischer: Faszination Schellack: Grammophone, Schellackplatten, Nadeldosen. Battenberg, Regenstauf 2006, ISBN 3-866-46008-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Wir werden alle gerade gekündigt“ auf ORF vom 1. Februar 2013 abgerufen am 2013