Die Zeit

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Dieser Artikel behandelt die Wochenzeitung. Für weitere Bedeutungen siehe Zeit (Begriffsklärung).
Die Zeit
Die-Zeit-Logo
Beschreibung Wochenzeitung
Sprache Deutsch
Verlag Zeitverlag Gerd Bucerius
Erstausgabe 21. Februar 1946
Erscheinungsweise wöchentlich donnerstags
Verkaufte Auflage
(IVW 3/2014)
497.284 Exemplare
Reichweite (MA 2011 I) 1,52 Mio. Leser
Chefredakteur Giovanni di Lorenzo
Herausgeber Marion Gräfin Dönhoff (1909–2002),

Helmut Schmidt,
Josef Joffe

Weblink zeit.de
Artikelarchiv 1946 ff.
ISSN 0044-2070

Die Zeit (in der Schreibweise des Verlags: DIE ZEIT) ist eine überregionale deutsche Wochenzeitung, die erstmals am 21. Februar 1946 erschien. Seit dem 1. Juli 1996 gehört der Zeit Verlag und somit die Zeit zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.[1] Sie erscheint jeden Donnerstag; an Feiertagen wird der Erscheinungstag in der Regel vorgezogen.

Herausgeber sind gegenwärtig Altbundeskanzler Helmut Schmidt (seit 1983) und Josef Joffe. Herausgeber von 2001 bis zum 31. Januar 2010 war zudem Michael Naumann.[2] Darüber hinaus bezeichnet die Zeit auch die 2002 verstorbene Marion Gräfin Dönhoff noch als Herausgeberin.

Erscheinungsort ist seit jeher Hamburg. Die Zeit unterhält Redaktionsbüros in Baden in der Schweiz, Berlin, Brüssel, Dresden, Frankfurt am Main, Moskau, New York City, Paris, Istanbul, Washington, D.C. und Wien. Korrespondenten der Zeit arbeiten in Neu-Delhi, Peking, Tel Aviv, London und Rom.[3]

Die politische Haltung der Zeitung gilt als liberal.[4] Sie pflegt die Debatte. Bei kontroversen Themen werden zur unabhängigen Meinungsbildung des Lesers zuweilen auch unterschiedliche Positionen gegenübergestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Ausgabe der Zeitung erschien am 21. Februar 1946 in einer Auflage von 25.000 Exemplaren als Blatt der sogenannten Lizenzpresse. Sie umfasste 8 Seiten und kostete 40 Pfennig. Sie wurde "veröffentlicht unter Zulassung Nr. 6 der Militärregierung" der Briten. Laut Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse erreichte sie 2009 rund 2,032 Millionen Leser. Die verkaufte Auflage beträgt aktuell 497.284 Exemplare.[5]

Pressehaus in Hamburg
Das Logo am Hamburger Pressehaus

Die ersten Herausgeber der Zeit waren Gerd Bucerius, Lovis H. Lorenz, Richard Tüngel und Ewald Schmidt di Simoni. Sie hatten bereits während der letzten Phase des Zweiten Weltkriegs geplant, eine bürgerliche Zeitung herauszugeben. Erster Chefredakteur wurde Ernst Samhaber. Am 1. März 1946 stieß Marion Gräfin Dönhoff zur Redaktion. In wechselnden Positionen – ab 1972 bis zu ihrem Tod im Jahr 2002 als Herausgeberin – prägte sie die Zeitung.

In den ersten Jahren mussten Verluste der Zeit durch die Einnahmen von Bucerius’ Illustrierter Stern ausgeglichen werden. Die Zeit war in zahlreichen Artikeln „Vorreiter der Wiederbewaffnung in den fünfziger Jahren“ mit Autoren wie dem ehemaligen Pressechef des Auswärtigen Amtes im Nationalsozialismus Paul Karl Schmidt alias Nachkriegsbestsellerautor Paul Carell, der damals in der Zeit „unter dem Pseudonym P. C. Holm“ schrieb.[6] 1955 kam es zu einer Redaktionskrise der Zeit: Tüngel, der inzwischen Chefredakteur geworden war, hatte einen Text des NS-Staatsrechtlers und „Kronjuristen des Dritten Reiches“ Carl Schmitt veröffentlicht. Aus Protest dagegen verließ Marion Gräfin Dönhoff nach zehn Jahren die Redaktion. Kurz darauf versuchte Tüngel, den Chef vom Dienst Josef Müller-Marein zu entlassen, nachdem dieser in einem Artikel den amerikanischen Politiker Joseph McCarthy für dessen Kommunistenverfolgung scharf kritisiert hatte. Nach diesen Vorkommnissen wurde Tüngel entlassen, was die Rückkehr Dönhoffs ermöglichte und gleichzeitig eine Entscheidung über die politische Linie der Zeitung darstellte.

In der Zeit schrieben unter anderem Walter Jens unter dem Pseudonym Momos, Uwe Nettelbeck[7] und Ben Witter.

Ende der 1960er Jahre wurde in der Zeit ein Artikel vom damaligen Feuilleton-Chef Rudolf Walter Leonhardt veröffentlicht, der dazu aufrief, Pädophilie freizugeben.[8] Jahrzehnte später bat der damalige stellvertretende Chefredakteur Theo Sommer um Entschuldigung dafür, damals nicht sensibler gewesen zu sein.[9] 1976 veröffentlichte die Zeit einen Artikel des Hamburger Pädagogen Karlheinz Lutzmann, in der er Pädophilie zumindest im Ansatz relativierte.[10] Eine Aufarbeitung ihrer eigenen Geschichte fand ebenfalls 2013 im Rahmen der Debatte um Pädophilie bei den Grünen statt.[11]

Von 1985 bis 1996 war Hilde von Lang Verlegerin und von 1985 bis 1999 Geschäftsführerin.[12]

Am 1. Dezember 2010 lag der Zeit zum ersten Mal teilweise eine Beilage mit dem Titel Christ und Welt bei. Es handelt sich dabei um eine Fortführung der Wochenzeitung Rheinischer Merkur, die seither nicht mehr eigenständig erscheint. Im Mai 2012 wurde die Jakob-Fugger-Medaille des Verbandes der Bayerischen Zeitungsverleger, einer der renommiertesten deutschsprachigen Preise für das Zeitschriftenwesen, erstmals nicht an eine Einzelperson, sondern an die Herausgeber, Verleger, Geschäftsführer, Chefredaktion und Mitarbeiter der Zeit verliehen.[13]

Chefredakteur ist seit 2004 Giovanni di Lorenzo mit Stellvertreter Moritz Müller-Wirth, Bernd Ulrich und Sabine Rückert.

Frühere Chefredakteure:

Printausgabe[Bearbeiten]

Ressorts und Beilagen[Bearbeiten]

Die Redaktion mit über 100 festen Angestellten ist in elf Ressorts unterteilt (mit Leiter):

Das Ressort „Chancen“ widmet sich den Themen Ausbildung und Beruf. Den redaktionellen Seiten folgt ein umfangreicher Stellenmarkt mit den Schwerpunkten „Verwaltung und Management“, „Gesundheit“, „Forschung und Lehre“. Insbesondere inserieren nahezu alle Universitäten des deutschen Sprachraums ihre Stellenausschreibungen für Professuren in der Zeit.

Gelegentliche Beilagen sind neben dem regelmäßigen Zeitmagazin auch Beilagen zu Literatur und Reisen.

Erscheinungsbild und Druck[Bearbeiten]

Czeschkas ursprüngliche Grafik für das ZEIT-Logo
ursprüngliche Kopfzeile der ZEIT - von Nr. 1 bis Nr. 18/1946 - mit Hamburg-Wappen
spätere Kopfzeile der ZEIT - verwendet ab Nr. 19/1946 - mit Bremer Wappen

Den Schriftzug in der Titelzeile der Wochenzeitung DIE ZEIT mit der eleganten Schrift mit "Seele" (weiße Innenlinie) gestaltete 1946 der aus Wien stammende Jugendstilkünstler Carl Otto Czeschka[14]. Von der ersten Ausgabe (21. Febr.1946) bis zur 18. Ausgabe (20. Juni 1946)[15] wurde die erste von Czeschka gestaltete Fassung verwendet, nämlich mit einem Hamburg-Wappen mit schildhaltenden Löwen zwischen den beiden Worten.[16] Dieses Wappen hatte im Unterschied zum offiziellen Wappen die Besonderheit, dass das Tor nicht verschlossen, sondern geöffnet war, und dass die Pfauenfedern der Helmzier versehen waren mit kleinen Herzen. Trotz dieser kleinen Unterschiede wurde es vom Hamburger Senat als „Großes Hamburger Wappen“ angesehen. Seine Verwendung wurde deshalb als „Missbrauch eines Hoheitszeichens“ beurteilt und nachträglich nicht genehmigt. So zeigt die Titelzeile seit der 19. Ausgabe (27. Juni 1946) mit Erlaubnis des Bremer Bürgermeisters Wilhelm Kaisen stattdessen den Bremer Schlüssel und die goldene Krone des Bremer Stadtwappens [17]. Auch diese Neufassung der Kopfzeile wurde von Carl Otto Czeschka gestaltet[18]. Sie wird heute als Logo der gesamten Verlagsgruppe [19] verwendet. Der Hamburger Künstler Alfred Mahlau hatte nach den Vorgaben von Ernst Samhaber die gesamte erste Ausgabe gestaltet mit fünfspaltigem Umbruch "in klassischer Strenge und Sachlichkeit"[20]. Der Druck erfolgte in der Hamburger Druckerei Broschek.

Die Artikel der Zeit und vor allem die Leitartikel auf der ersten Seite sind traditionell länger und ausführlicher als etwa bei Tageszeitungen. Die Titelseite wurde zeitweise gar als „Grabplatte“ verspottet. Seit einigen Jahren sind viele Artikel jedoch deutlich kürzer sowie intensiver bebildert.

Seit dem Redesign durch Mario Garcia[21] werden die Überschriften in der Tiemann-Antiqua gesetzt, die Fließtexte in der Garamond, einer typischen Buchschrift, die Zeitungen sonst selten verwenden.

An der Diskussion um die Rückkehr zur traditionellen deutschen Rechtschreibung, die der Spiegel, die Süddeutsche Zeitung und Bild anführten, beteiligte sich die Zeit nicht. Sie verwendete seit 1999 eine eigene, sowohl von der traditionellen als auch von den verschiedenen Versionen der reformierten Rechtschreibung abweichende Hausorthographie, die der langjährige Zeit-Redakteur Dieter E. Zimmer ausgearbeitet hatte. Seit 2007 verzichtet die Zeit auf diese Hausorthografie und schreibt, wie viele andere Zeitungen auch, gemäß den Empfehlungen des Dudens.

Das nordische Format, ein Markenzeichen der Zeit, wird seit je in Literatur und Kleinkunst – meist in satirischer Form – thematisiert: laut dem Schriftsteller Hanns Dieter Hüsch ist die Zeit z. B. „so groß, wenn man die aufschlägt, muss der Nachbar gleich zum Zahnarzt“. Das Format ist jedoch nicht größer als bei einem Dutzend anderer deutscher Tageszeitungen.

Die Zeit entsteht in den Druckereien Frankfurter Societäts-Druckerei in Mörfelden-Walldorf, Axel Springer AG in Essen-Kettwig und Axel Springer Verlag in Ahrensburg. Der Vertrieb liegt bei Gruner + Jahr in Hamburg.

Zeitmagazin[Bearbeiten]

Nach der Einstellung der farbigen Zeitschriften-Beilage Zeitmagazin 1999 wurde in der Nachfolge das Zeit-Ressort „Leben“ unter der Leitung von Andreas Lebert eingerichtet. Seit der Zeit-Ausgabe vom 24. Mai 2007 ist das Ressort wieder in eine Zeitschriften-Beilage mit Titel Zeitmagazin ausgegliedert. In dieser Beilage führte Giovanni di Lorenzo bis Ende Januar 2009 wöchentlich ein Kurzinterview mit Helmut Schmidt unter dem Titel „Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt“. Besonders bekannt sind darin außerdem die wöchentlichen Kolumnen von Harald Martenstein, der meist recht sarkastisch, aber durchaus humorvoll über „Gott und die Welt“ philosophiert, sowie Wolfram Siebecks Kochseite. Seit 1971 wird im Zeit-Magazin das „kryptische“ Kreuzworträtsel Um die Ecke gedacht abgedruckt. Mathematische Unterhaltung findet sich in der Zeit-Rubrik Logelei von Zweistein.

Am 14. Oktober 2010 erschien zum 40. Geburtstag des Zeitmagazins eine Jubiläumsausgabe mit hundert Extraseiten. Sie enthält unter anderem vierzig verschiedene Titelbilder, für jedes Lebensjahr eins. Für die Ausgabe vom 21. Juni 2012 wurden mögliche Themen vorab online von der Netzgemeinde mittels der Liquid-Democracy-Software Adhocracy gesammelt und bewertet.[22] Sonderausgaben sind themenbezogen und beinhalten u. U. eine größere Anzahl von Anzeigenseiten, so z. B. die Reihe „Designheft“ oder seit 2008 das jährliche Uhrenspezial, das sich dem Thema Uhren widmet. Anzeigenpreise bewegen sich im Bereich von 23.000 Euro für eine Ganzseite.[23]

Regionalausgaben[Bearbeiten]

Die Titelzeile der Hamburg-Beilage der ZEIT ab 3. April 2014 – „Kleines Hamburg-Wappen unter Bremer Krone“
Aus der Titelzeile der Hamburg-Beilage ab 3. April 2014

Die „Österreichausgabe“ der Zeit startete 2005. Seitdem konnte die Auflage um rund ein Drittel auf über 15.000 Exemplare gesteigert werden. Korrespondent und Leiter der Österreichausgabe ist Joachim Riedl. Seit dem 12. Mai 2010 erscheint die Zeit in Österreich mit drei Regionalseiten statt wie bisher mit zwei extra Seiten. Außerdem wird die Österreichausgabe häufig landesspezifische Titelseiten haben.[24] Seit November 2009 erscheint die Zeit auf zwei Seiten in einer mit „Zeit für Sachsen“ betitelten sächsischen Lokalausgabe, die in einem eigens dafür eingerichteten Korrespondenzbüro in Dresden produziert wird.[25] Seit dem 4. Dezember 2008 wird für die Leserschaft in der Schweiz eine extra Ausgabe mit zwei zusätzlichen schweizbezogenen Seiten produziert.[26] Seit dem 12. Mai 2010 ist die Seitenanzahl auf drei angestiegen.[24] Verantwortlich für die Schweiz-Seiten ist Matthias Daum.[27]

Seit dem 3. April 2014 gibt es auch eine Regionalbeilage für Hamburg als gesondertes Buch „ZEIT Hamburg“.[28] In dem Editorial von Giovanni di Lorenzo zur Erstausgabe der Hamburger Beilage heißt es:

„Die ZEIT lebt seit ihren ersten Tagen mit einer Mogelpackung im Titelkopf. Weil die damaligen Stadtväter dem ZEIT-Verleger Gerd Bucerius den Gebrauch des Hamburger Wappens verweigerten, ist dort seit fast 70 Jahren das Bremer Stadt-Emblem zu sehen. Für den Hamburg-Teil darf Hamburg auch wie Hamburg aussehen. Olaf Scholz hat es möglich gemacht. Wenn das kein Anfang ist!“[29]

Mit Genehmigung des Hamburger Bürgermeisters Olaf Scholz ist jetzt als Titelkopf der Beilage eine Mischform von Bremer Wappen und Landeswappen Hamburgs zu sehen.

Auflagenentwicklung[Bearbeiten]

Die Zeit hat im Gegensatz zu den meisten anderen deutschen Zeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage gewonnen. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 9,7 Prozent gestiegen.[30] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei rund 70 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[31]

Premium-Bereich[Bearbeiten]

Neben dem redaktionellen Online-Angebot „Zeit Online“ wird das Print-Angebot in verschiedenen Formen im dafür geschaffenen Premium-Bereich online gestellt. Für den Zugriff ist ein Abonnement abzuschließen; Abonnenten der Druckausgabe erhalten den Zugang vergünstigt.

Im Premium-Bereich gibt es die Ausgabe der Wochenzeitung und des Zeitmagazin

  • in digitaler Form mit Originallayout als PDF,
  • in Textversionen für elektronische Lesegeräte angepasste ePub- und seit 2011 Mobipocket-Dateien, die seit Ende 2012 mit ausgewählten Bildern ergänzt sind, sowie
  • als Webapp für Tablets seit Mitte August 2012.

Weiterhin werden ausgewählte Artikel aus der gedruckten Zeit-Ausgabe als professionell vorgelesene Audiodateien im MP3-Format zum Download angeboten. Die Zeit bietet darüber hinaus den so genannten Audiofon-Service zum Anhören über eine Telefonfestnetznummer an.

Alle verwendeten Dateiformate sind seit Mitte 2010[32] DRM-frei.

Zeit Online[Bearbeiten]

Screenshot von Zeit Online mit einem Text von John H. Weitzmann, welcher unter einer Creative-Commons-Lizenz steht.

Das Webangebot der Zeitung heißt Zeit Online. Die eigenständige Onlineredaktion berichtet seit 1996 über das tagesaktuelle Geschehen. Derzeit arbeiten rund 70 Redakteure, Grafiker und Techniker bei der hundertprozentigen Tochter des Zeit-Verlags. Seit 2009 sitzt der größte Teil der Redaktion in Berlin, lediglich Technik, Marketing und einige Verbindungsredakteure zum Blatt blieben in Hamburg.

Ressorts[Bearbeiten]

Der kostenfreie Onlineauftritt setzt inhaltlich, technisch und grafisch deutlich andere Akzente als das gedruckte Blatt: Auf der Website finden sich Themen für eine jüngere Zielgruppe. Meldungen, Analysen und Hintergrundstücke werden exklusiv für die Website geschrieben, gesprochen oder gefilmt. Die Online-Beiträge werden dabei nicht nur von der Onlineredaktion, sondern auch von Zeitredakteuren und freien Autoren verfasst. Auch Artikel der gedruckten Ausgabe werden online veröffentlicht.

Das Angebot ist in insgesamt 13 Ressorts gegliedert, wobei jeweils mehrere zu Ressortgruppen zusammengefasst sind:

Bei einer Umfrage unter deutschsprachigen Literaturblogs wurde der Literaturteil von Zeit Online als bestes Portal bewertet. Es setzte sich unter anderem gegen die Literaturressorts der Onlineausgaben von Spiegel, Süddeutsche.de und FAZ durch.[33]

Seit 23. November 2012 steht Entwicklern eine Content API zur Verfügung.[34]

Entwicklung[Bearbeiten]

Chefredakteur war bis Ende Februar 2008 der frühere Zeit-Redakteur Gero von Randow. Am 1. März 2008 wurde der Journalist Wolfgang Blau sein Nachfolger. Er wechselt zum April 2013 zur britischen Tageszeitung The Guardian.[35] Sein Nachfolger ist seit 15. März 2013 Jochen Wegner; er war von 2006 bis 2010 Chefredakteur von Focus Online.[36]

Seit September 2006 gibt es eine Kooperation mit dem Berliner Tagesspiegel. Dieser gehört ebenfalls zur Verlagsgruppe Holtzbrinck. Im Rahmen der Kooperation tauschen beide Onlineangebote Texte aus. Ähnliche Vereinbarungen gibt es mit dem Handelsblatt und mit dem IT-Portal Golem.de.

Seit Juni 2008 besteht eine Kooperation mit dem ZDF. Zeit Online zeigt seitdem das ZDF-Nachrichtenformat „100 Sekunden“.[37]

Zeit Online beabsichtigt die Einführung einer Paywall.[38]

Zuender[Bearbeiten]

Mit dem Zuender hat Zeit Online ein eigenes Netzmagazin für die jüngere Leserschaft mit einer eigenen Redaktion betrieben. Das Projekt wurde Anfang 2009 eingestellt. 2006 startete zeitgleich zum neuen Print-Magazin Zeit Campus Online, ebenfalls mit einer eigenen Redaktion. Und aus 50 Reportagen im Druckmedium entstand 2007 und 2008 der Zeit-Bildungskanon online.[39]

Störungsmelder[Bearbeiten]

2007 startete Zeit Online zusammen mit dem Musikmagazin Intro, dem Verein Gesicht Zeigen!, und der Agentur WE DO gemeinsam mit den Moderatoren Markus Kavka, Ole Tillmann, Klaas Heufer-Umlauf[40] das Projekt Störungsmelder gegen Rechtsextremismus.[41]

Netz gegen Nazis[Bearbeiten]

Am 5. Mai 2008 startete Zeit Online mit Partnern wie dem Deutschen Fußball-Bund, dem Deutschen Feuerwehrverband, den VZ-Netzwerken, dem ZDF und dem Deutschen Olympischen Sportbund das Internetportal Netz gegen Nazis.[42] Das Portal erfuhr neben dieser Unterstützung jedoch auch Kritik von publizistischer Seite, da es oberflächlich argumentiere und wenig Neues biete.[43] Am 1. Januar 2009 zog sich die Zeit weitgehend aus dem Projekt zurück und überließ die Trägerschaft der Amadeu Antonio Stiftung. Eine nicht definierte „Kooperation“ soll weiterhin bestehen.[44]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Zeit. Wochenzeitung für Politik, Wirtschaft, Wissen und Kultur. Zeitverlag Bucerius, Hamburg 1946 ff. (erscheint wöchentlich).
  • Ralf Dahrendorf: Liberal und unabhängig. Gerd Bucerius und seine Zeit. C. H. Beck, München 2000, ISBN 3-406-46474-2.
  • Mathias von der Heide, Christian Wagner: „Weiter rechts als die CDU“. Das erste Jahrzehnt der „Zeit“. In: Lutz Hachmeister, Friedemann Sierung (Hrsg.): Die Herren Journalisten. Die Elite der deutschen Presse nach 1945. C.H. Beck, München 2002, ISBN 3-406-47597-3, S. 165–184.
  • Karl-Heinz Janßen, Haug von Kuenheim, Theo Sommer (Hrsg.): Die Zeit. Geschichte einer Wochenzeitung 1946 bis heute. Siedler, Berlin 2006, ISBN 3-88680-847-5.
  • Frank Bajohr: Der Mann, der bei der Zeit Ernst Krüger war. Sechs Jahre lang, von 1950 bis 1956, schrieb er für unsere Zeitung unter falschem Namen. Erst jetzt wurde seine wahre Identität entdeckt: hinter „Ernst Krüger“ verbarg sich der Diplomat und SS-General Erwin Ettel. In: DIE ZEIT vom 23. Februar 2006, Nr. 9, S. 94.
  • Christian Haase, Axel Schildt (Hrsg.): Die Zeit und die Bonner Republik. Eine meinungsbildende Wochenzeitung zwischen Wiederbewaffnung und Wiedervereinigung. Wallstein, Göttingen 2008, ISBN 978-3-8353-0243-3.
  • Karl-Heinz Janßen, Haug von Kuenheim, Theo Sommer: Die Zeit: Geschichte einer Wochenzeitung - 1946 bis heute. Siedler, München 2006, ISBN 978-3-88680-847-2.
  • Die besten Reportagen aus 65 Jahren ZEIT-Geschehen (Reportagensammlung). Wissenmedia, Gütersloh 2011, ISBN 978-3-577-14655-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Die Zeit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Alexander Smoltczyk: Die Zeichen der Zeit. In: Der Spiegel. Nr. 5, 1998 (online).
  2. Holger Heimann: Michael Naumann: "Ich werfe ein paar neue Bälle in die Luft" In: Börsenblatt, 1. Februar 2010 (Interview mit Michael Naumann).
  3. Pressemappe » Zeitverlag Gerd Bucerius. In: zeitverlag.de. Abgerufen am 25. November 2012.
  4. Michael Kohler: „Die Zeit“ – Erfolg mit Qualität. In: Goethe-Institut. Mai 2012, abgerufen am 25. März 2013.
  5. laut IVW, drittes Quartal 2014, wöchentlich (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  6. Christian Haase, Axel Schildt (Hrsg.): Die Zeit und die Bonner Republik. Eine meinungsbildende Wochenzeitung zwischen Wiederbewaffnung und Wiedervereinigung. Göttingen 2008, S. 245–263, 1. Zitat S. 245, 2. Zitat S. 261f.
  7. Karl Heinz Bohrer: 1968: Die Phantasie an die Macht? Studentenbewegung – Walter Benjamin – Surrealismus. In: Merkur 51,12 (Dezember 1997), S. 1069–1080, hier S. 1077f. über die Bedeutung „[d]es quasi surrealistischen Kritikers Uwe Nettelbeck“ für Die Zeit (Zitat: S. 1078).
  8.  Rudolf Walter Leonhardt: Kurzes Kichern, kein Erröten. Unfug mit Unschuld und Unzucht (II). In: Zeit Online. Nr. 17, 25. April 1969 (URL, abgerufen am 3. Oktober 2013).
  9.  Theo Sommer: Irrungen und Wirrungen der Zeit. Pädophilie. In: Zeit Online. Nr. 41, 2. Oktober 2013 (URL, abgerufen am 3. Oktober 2013).
  10.  Karlheinz Lutzmann: Der unbekannte Sittenstrolch. Sexualdelikte. In: Zeit Online. Nr. 37, 3. September 1976 (URL, abgerufen am 3. Oktober 2013).
  11.  Merlind Theile: Der große Unfug. Pädophilie. In: Zeit Online. Nr. 41, 2. Oktober 2013 (URL, abgerufen am 3. Oktober 2013).
  12. Hilde von Lang gestorben. In: Spiegel Online, 5. April 2011.
  13. «Die Zeit» erhält Jakob Fugger Medaille 2012. In: Antenne Bayern, 23. April 2012.
  14. in der ZEIT Nr. 43/1953 zum 75. Geburtstag von C. O. Czeschka: http://pdfarchiv.zeit.de/1953/43/bereicherung-des-alltags.pdf
  15. vgl. kleine Scans - http://www.zeit.de/1946/
  16. zur Kopfzeile mit Bremer Wappen: http://www.zeit.de/1946/19/unser-wappen
  17. handelskammer-bremen.ihk24.de (PDF; 1,6 MB) Seite 6.
  18. Manfred Sack in der ZEIT Nr. 40/1978: http://www.zeit.de/1978/40/kuntskalender/komplettansicht
  19. http://www.zeit-verlagsgruppe.de/
  20. Janßen, v. Kuehnheim, Sommer: DIE ZEIT. Geschichte einer Wochenzeitung . 1946 bis heute. Hamburg 2006.
  21. How we did it: Pure Design case study of Die Zeit. (mit Bildbeispielen vorher und nachher)
  22. Zeitmagazin Adhocracy. In: zeitmagazin.adhocracy.de. 16. März 2012, abgerufen am 10. November 2012.
  23. ZEITmagazin. In: iqm.de. Abgerufen am 10. November 2012.
  24. a b "Die Zeit" stockt Österreich-Seiten auf. 11. Mai 2007, abgerufen am 3. September 2013.
  25. Artikel beim Presseclub Dresden. Abgerufen am 8. Januar 2011.
  26. Die Zeit startet Schweiz-Ausgabe. 27. Oktober 2008, abgerufen am 20. September 2010.
  27. Matthias Daum wird Schweiz-Chef
  28. http://www.zeit.de/hamburg/index
  29. http://www.zeit.de/2014/15/hh-hamburg-editorial
  30. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  31. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  32. "DIE ZEIT" im Online-Abo auch als ePub - MobileRead Forums. In: mobileread.com. Abgerufen am 5. Februar 2013.
  33. ZEIT ONLINE und Perlentaucher: Die besten Literaturportale im Netz. In: 100 beste Bestseller Bücher. Abgerufen am 14. Februar 2013.
  34. ZEIT ONLINE Developer. In: developer.zeit.de. 23. November 2012, abgerufen am 23. November 2012.
  35. Chefredakteur Blau geht zum "Guardian". In: Süddeutsche Zeitung. 16. Oktober 2012, abgerufen am 16. Oktober 2012.
  36. Jochen Wegner wird Chefredakteur von Zeit Online, Pressemitteilung Zeitverlag Gerd Bucerius, 31. Januar 2013
  37. „journalist“ 8/2008.
  38. Jakob Steinschaden: "Zeit Online" wird Paywall bekommen. In: Horizont, 17. Juli 2013, abgerufen am 6. August 2013
  39. Serie: "Bildungskanon"
  40. Was wir machen und wer bei uns schreibt"
  41. Störungsmelder-Blog, Zeit Online.
  42.  Christoph Seils: Bohren, wo es wehtut. Netz gegen Nazis. In: Zeit Online. 5. Mai 2008 (URL, abgerufen am 3. Oktober 2013).
  43. Thomas Lindemann: Ein Anti-Nazi-Netz, das wenig zu bieten hat. In: Die Welt, 20. Mai 2008.
  44. Robert Scholz: Amadeu-Antonio-Stiftung übernimmt „Netz gegen Nazis“ In: Endstation Rechts, 25. Dezember 2008.

53.5496944444449.9985Koordinaten: 53° 32′ 59″ N, 9° 59′ 55″ O