Hochzeit zu Kana

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zu einem Gemälde des italienischen Malers Paolo Veronese siehe Die Hochzeit zu Kana
Hochzeit zu Kana, Giotto di Bondone (entstanden 1304-1306)

Die Hochzeit zu Kana ist eine Erzählung aus der Bibel, die davon berichtet, wie Jesus auf einer Hochzeitsfeier Wasser in Wein verwandelt. Es handelt sich bei dieser Perikope, die sich im Neuen Testament ausschließlich im Johannesevangelium findet (Joh 2,1-12 EU), um das erste in diesem Evangelium erwähnte Wunder Jesu.

Handlung[Bearbeiten]

Während der Hochzeitsfeier eines namentlich unbekannten Ehepaares in Kana, auf der auch Jesus mit seinen Jüngern und seiner Mutter Maria anwesend ist, geht den Feiernden der Wein aus. Jesu Mutter fordert ihn auf zu helfen, aber er weist sie schroff ab. Erst danach gibt er den Dienern den Befehl, die Wasserkrüge, die für die rituelle Reinigung bestimmt sind, mit Wasser zu füllen. "Es waren […] sechs steinerne Wasserkrüge […] wovon jeder zwei oder drei Metretes (12 oder 18 x 39,5 l) [1] faßte." Als der Küchenchef davon kostet, ruft er verwundert den Bräutigam und fragt ihn, warum er − entgegen aller normalen Praxis − den guten Wein bis zuletzt aufgehoben hat, wo doch die Gäste schon zu viel getrunken haben, um die Qualität noch zu bemerken.

Deutung[Bearbeiten]

Der Wein symbolisiert in der Bibel das Fest und die Lebensfreude (Ps 104,15 EU). Er lässt die Menschen die Herrlichkeit der Schöpfung spüren. Er gehört zum Ritual des Sabbat, Pessach und der Hochzeit und ist zugleich wesentlicher Bestandteil des eschatologischen Freudenmahls (Jes 25,6 EU).[2]

Dieses Zeichen dient vor allem dazu, den erst kurz zuvor berufenen Jüngern Jesu Vollmacht zu demonstrieren, zugleich aber auch um zu zeigen, dass mit Jesus die eschatologische Freudenzeit angebrochen ist, in der Trauern, Fasten und Verzicht nicht angemessen sind (Mt 9,15 EU). Die Überfülle des Weins kann als Hinweis auf das Leben in Fülle verstanden werden, das Gott dem Menschen zugedacht hat (Joh 10,10b EU).

Es fällt auf, dass das griechische Original den Begriff "semeion", "Zeichen", bevorzugt und nicht von "thauma", "Wunder", redet. Es wird daher von vielen Forschern eine ursprüngliche sogenannte "Semeia-Quelle" angenommen, aus der der Evangelist diese Zeichen übernommen hat. Dem Evangelisten war es wichtig, dass diese Zeichen selber nicht den Glauben hervorrufen. Immer wieder wird im Johannesevangelium unterschieden zwischen dem "Sehen" und dem "Glauben", wobei der Glaube auch ohne Sehen und ohne Zeichen das Erstrebenswerte ist (Joh 6,30 EU, Joh 6,36 EU, Joh 20,29 EU).

Das landläufig sogenannte „Weinwunder“ wird im übrigen auch als Beispiel dafür angebracht, dass die Bibel keine Abstinenz von Alkohol fordere.

Das biblische Kana[Bearbeiten]

"Hochzeitkirche" in Kana (Galiläa), die an der Stelle stehen soll, an der die Hochzeit stattfand.

Wo das biblische Kana lag, ist nicht ganz klar. Meist wird es in Galiläa lokalisiert, siehe Kana (Galiläa). Manchmal wird auch das südlibanesische Dorf Kana mit dem biblischen Kana identifiziert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Lütgehetmann: Die Hochzeit von Kana (Joh 2,1 - 11). Zu Ursprung und Deutung einer Wundererzählung im Rahmen johanneischer Redaktionsgeschichte. Biblische Untersuchungen 20. Pustet, Regensburg 1990 (402 S.) ISBN 3-7917-1243-8
  • Vgl. außerdem die entsprechenden Abschnitte in den Kommentaren zum Johannesevangelium.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hochzeit zu Kana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Lexikon zur Bibel 6. Auflage 2006 (C) 1994 R. Brockhaus Verlag Wuppertal ISBN 3-417-24678-4, ISBN 978-3-41724678-0
  2. Benedikt XVI.: Jesus von Nazareth. Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung, Herder, 2007, S. 293, ISBN 3-451-29861-9